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Martis Tiergedichte vertont – eine Uraufführung

Am Sonntag, 6. Juni (10.00) wird in der Nydeggkirche nochmals des 100. Geburtstags von Pfarrer Kurt Marti gedacht. Mit einer musikalischen Uraufführung, einer Kanzelrede und mit TV-Kameras. Denn – weil die Platzzahl in der Kirche begrenzt und das Interesse gross ist – wird der Anlass per Video festgehalten.

zvg. (Foto: Hektor Leibundgut)

«mit uns die tiere» heisst ein Gedicht, das Marti in der Sammlung «mein barfüssig lob» 1987, nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl, publizierte. Der ganze Band ist eine bittere Klage über den Zustand der Welt, eine Anklage, wie die Menschen miteinander und mit der Schöpfung umgehen. Unter anderem enthält der Band auch Gedichte über Tiere, beispielsweise das minimalistische über den Spatz: 

so wenig

so viel:

ein spatz

hüpft durchs

gras

der abend

ist da 

Einige dieser Gedichte hat der Berner Michael Kaufmann vertont. Komponiert hat er ursprünglich für einen Chor, aber da in den letzten Wochen Chorproben nicht möglich waren, werden die Werke im Gottesdienst nun von einem Quintett uraufgeführt. Unter der Leitung von Moritz Achermann singen Vera Hiltbrunner und Lea Meyer (Sopran), Désirée Mori (Mezzosopran), Moritz Achermann (Tenor) und Arion Rudari (Bass). 

Die Kanzelrede

Nach dieser Uraufführung hält die Autorin und Georg-Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe eine Kanzelrede. Die Berlinerin ist eine phantastische Fabuliererin, sie wohnt zeitweise im Wallis und widmete sich auch intensiv dem literarischen Schaffen der Reiseschriftstellerin Ella Maillard. Kurt Marti hat sie für sich entdeckt, weil sie von der «poetischen Magie der Berner Mundart» fasziniert ist. 

Weil die Zahl der Gottesdienstbesuchenden immer noch auf 100 limitiert und das Interesse für den Anlass gross ist, müssen sich die BesucherInnen anmelden (www.nydegg.refbern.ch, bzw. über 076/311 05 13). Für alle, die keinen Platz finden, wird der Gottesdienst in voller Länge ab Dienstag über die Homepage der Nydeggkirche abrufbar sein.