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Amt für Ermöglichung

«Aus dem RaBe-Info»

Das Amt für Ermöglichung will junge Kunst- und Kulturschaffende auf unkomplizierte Art unterstützen. 

Die Finanzierung der eigenen Projekte ist für Kunst- und Kulturschaffende oft eine schwierige Hürde. Zwar gibt es öffentliche Stellen, welche das Kunstschaffen unterstützen, oft kommen hier aber nur diejenigen zum Zuge, die sich bereits einen Namen haben machen können. Hinzu kommt, dass vielleicht Gelder gesprochen werden für ein konkretes Produkt – z.B. eine Ausstellung – nicht aber für die Kreativphase, während der das Produkt überhaupt erdacht oder erarbeitet werden kann.

Dem will ein solidarisches Fördermodell nun Abhilfe schaffen: Das Amt für Ermöglichung (AFE). Ins Leben gerufen wurde das Amt von einem Kollektiv, dessen Mitglieder selber aus dem kreativen Umfeld stammen. «Die Welt verändert sich, also muss sich doch auch die Kulturförderung verändern», sagt Galerist und Veranstalter Fabian Schmid, der Teil des AFE-Gründungskollektivs ist.

Das AFE hat sich zum Ziel gesetzt, Kulturförderung näher an die Bevölkerung zu bringen. Derzeit im Angebot ist das sogenannte Tassen-Abonnement. Damit können Förderwillige einen monatlichen Beitrag, der in etwa so hoch ist, wie eine Tasse Kaffe pro Tag, in einen Pool einbezahlen. Aus diesem Pool werden dann Kunstschaffende in ihrer kreativen Arbeitsphase unterstützt. Der Fokus liege auf professionellen Kunst- und Kulturschaffenden, sagt Schmid, allerdings nicht nur auf etablierten, sondern es sollen auch neue, junge Kreative zum Zuge kommen.

Wer unterstützt werden möchte, kann sich mit einem Text von maximal 200 Zeichen beim Amt bewerben. Im Gegenzug zu ihrem Gönnerbeitrag erhalten die Abonnement*innen eine Tasse nach Hause geschickt, mit der sie in einer Reihe von Berner Kulturlokalen Gratisbier oder Kaffee erhalten.

Das AFE will aber nicht nur Geld verteilen, sondern auch mithelfen, konkrete Projekte in der Realität umzusetzen. So läuft noch bis am 20. Mai die Aktion «work with professionals». Dabei werden sieben Kulturschaffende ausgewählt, die mit einem professionellen Fotografen ihr Schaffen dokumentieren können.

Fabian Schmid, Gründungsmitglied des AFE, im Interview mit RaBe: