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Von «M» bis zu Utopia

Im Schlachthaus Theater beginnt die Saison mit neu gebündelter Information und mit den thematischen Linien Politik, Körper, Kommunikation. Wie schon zuvor greift das Theater über seine Mauern hinaus mit aufsuchender Kulturarbeit in Quartieren.

«Mörder unter uns» macht den Auftakt zur neuen Saison im Schlachthaus Theater. (Foto: Yoshiko Kusano)

Drei Hefte für eine Saison. Das Schlachthaus Theater Bern konzentriert neu seine Informationen, Mitteilungen und Vorschauen und macht uns den Überblick leichter. Eines der Hefte im Format der gelben Reclam-Büchlein blickt auf 3 Monate voraus; gerade richtig zum Planen. Von der einen Seite aufgeblättert, findet man das Theater für Erwachsene (rot), von der anderen Seite her jenes für junges Publikum (grün).

Auf der Innenseite des Umschlags von Heft 1 (September bis November 2019) sticht ein Satz hervor: «Freier Eintritt mit Aufenthaltsbewilligung S, N oder F». Schutzbedürftige, Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Ausländerinnen und Ausländer sind willkommen! Das ist eine schöne Haltung in den Unbilden der Zeit. Die Mitteilung dürfte ruhig deutlicher aus den übrigen Vergünstigungen herausstechen. So wie auch die Praxis «Schlachthaus im Quartier», nach der das Theater zu den Leuten geht, in Quartierzentren und Mehrzweckräume, sozusagen «auf die Stör», lauter beworben werden dürfte; denn wer sonst macht das so?

Das Saison-Programm des Schlachthaus Theaters für Erwachsene weist drei Linien auf: Politik, Körper, Kommunikation. Natürlich kreuzen und verknoten sich die Linien. Nicht alle werden auch schon im ersten Drittel der Saison (bis Ende November) sichtbar. Auf wichtige Stücke dieses Produktions- und Gastspielhauses für Freies Theaterschaffen (Schwerpunkt Südafrika oder Utopie) werden wir erst später hinweisen.

Im Polit-Stück zum Auftakt (ab 12. September), «Mörder unter uns», adaptiert der russisch-schweizerische Schriftsteller Mikhail Schischkin den dunklen Film «M, eine Stadt sucht einen Mörder» von Fritz Lang (erschienen 1931) auf die Gegenwart; Matto Kämpf hat Songs komponiert. Theater zum Phänomen des Rechtspopulismus.

«Oh Body!», ein kleines Festival im Oktober, nutzt den Körper als Entdeckungsfeld: surreal, pornografisch, kämpferisch, unverblümt, das eigene Begehren reflektierend. In diesem Rahmen tritt Janet Haufler mit dem jungen Nils Amadeus Lange auf. Und das bewegende Filmporträt «Janet Haufler» von Manuela Trapp ist zweimal zu sehen.

Wir bleiben dran.

Weitere Informationen unter www.schlachthaus.ch.