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Sabine Reber

22.05.2021 | 13:28

Was bei dem regnerischen Maiwetter hilft: Gemüsesetzlinge pflanzen - und vor Schnecken schützen.

Setzlinge retten den Gemüsegarten - so zum Beispiel beim Spinat. (Foto: Luca Hubschmied)

Das Maiwetter hat uns im Garten bis jetzt ja ziemlich verseckelt und verschifft. Nicht so gäbig, vor allem was Aussaaten betrifft. Bei mir ist so ziemlich das meiste schlicht verfault. Oder rückwärts gewachsen - wobei da die Mäuse noch ihren Teil beigetragen haben. Kurzum: Wenn es im Frühling einfach nur nass und kalt ist und nichts wachsen will, ja dann kann man beim besten Willen und mit noch so viel Fachwissen letztlich nicht viel machen. Ausser halt in der Not Setzlinge dazukaufen. Ich setze angesichts der weiterhin nicht so günstigen Wetterlage auf alles, was schnell wächst: Salate, Kohlrabi. Nochmals ein paar Radieschen säen. Und sowieso Kohlgewächse. Denen gefällt es, wenn das Wetter nass und kühl ist. Also Rosenkohl, Blumenkohl, Broccoli, Federkohl. Und noch mehr Kohlrabi.

Bei den Salaten ebenso wie bei den Kohlsetzlingen gibt es neben der feuchtigkeitsbedingten Fäulnisgefahr vor allem ein grosses Problem: Schnecken. Ich hasse die Schleimer (welcher Gartenmensch hasst sie schon nicht!?). Und ich bekämpfe sie entsprechend rigoros. Beim Thema Schnecken im Garten hört es einfach auf mit dem Pazifismus, jedenfalls bei mir gibt es da eine rote Linie, und die ziehe ich direkt um den Gemüsegarten herum. Das sind meine Salate, meine Kohlrabi. Oh und den Wühlmäusen habe ich auch den Krieg erklärt, weil sie nach den Rhabarberwurzeln und den Artischocken nun auch noch die Petersilie von unten her komplett weggefressen haben. Bei einem Kohlrabisetzling musste ich direkt zuschauen, wie er vor meinen Augen ins Erdreich hinabgezogen wurde! Gerade in dieser etwas heiklen Zeit im Frühling, wo man so fleissig pflanzt und jätet und trotz dem Regen voller Enthusiasmus bei der Arbeit ist, da hört der Spass wirklich auf, wenn vorneweg alles fortgefressen und weggeputzt wird!

Kurzum, mein Garten ist derzeit vermintes Gelände - in jedem Loch, das wir ausfindig machen konnten, steckt eine Mäusefalle. Und ausserdem habe ich Bio-Schneckenkorn gestreut. Und ich habe Bretter ausgelegt - eine gute Methode, um Nacktschnecken zu fangen. Sie verkriechen sich tagsüber unter den feuchten Brettern und können dort leicht eingesammelt werden. Oh, und vergesst die Bierfallen. Schade für das Bier - zumal wenn es in Strömen regnet. Ausserdem zieht das Bier ja bekanntlich die Schnecken an. Und das ist genau das, was wir nicht wollen! Was hingegen nützt: scharfes Kies auf den Gartenwegen, so dass die Schleimer nicht gut drüberkriechen können. Und Schneckenzäune sind ebenfalls eine prima Sache, wenn auch leider etwas teuer. Die Schneckenringe aus Kunststoff finde ich praktisch, um kleinere Mengen von Setzlingen zu schützen. Wenn ihr auf dem Balkon gärtnert, schaut euch alle gekauften Pflanzen gut an. Die kleinen runden, fast durchsichtigen Kügelchen auf der Erde... das sind Schneckeneier! Unbedingt einsammeln und vernichten, im Sinn von: Wehret den Anfängen. Meist bringt man die Schnecken nämlich im Substrat von gekauften Pflanzen auf den Balkon. Und wenn sie einmal da sind, dann viel Vergnügen.