Aare
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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
Aare
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05.10.2019 | 21:39

Es soll hier von der politischen Aktualität in Spanien die Rede sein. Jetzt steht nicht nur die Urteilsverkündigung im Prozess gegen die Vertreter und Vertreterinnen der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung an, jetzt stehen auch noch Wahlen bevor.  Die vierten in vier Jahren. Und schon gibt es in meinem Bekanntenkreis Schlaumeier, die lauthals verkünden, also diesmal würden sie sicher nicht noch einmal wählen gehen. Allerdings muss auch ich zugeben, dass mich das anlaufende Wahlkampfspektakel nur sehr beschränkt zu interessieren vermag. Es kommt sogar vor, dass es mich peinlich berührt und ich mich abwende. Am Radio sprach gestern ein Kommentator von «Infantilismus», was sich ziemlich genau mit meinen Eindrücken deckt. Es ist, als ob dieses Land nicht gewaltige Probleme hätte. Bei vielen Spaniern und Spanierinnen kann man sich aus Schweizer Sicht kaum vorstellen, wie sie es mit ihren Einkommen zum Monatsende schaffen. Auch die schwerwiegende Entvölkerung weiter Teile des Landes ist als Thema wieder verschwunden. Dafür führen die favorisierten Sozialdemokraten als Hauptargument für ihre Wahl die Erfahrung an, die sie als Übergangsregierung in Madrid angeblich sammeln konnten, während sie in Wirklichkeit wie gestört in der ganzen Welt rumjetteten, um sich für die Medien aufzuspielen, anstatt die Hausaufgaben zu machen. Nämlich die Wahlen zu verhindern. Ob sich der vorausgesagte Sitzgewinn für sie bewahrheitet, steht in den Sternen. Sicher ist, dass jetzt auf den Putz gehauen wird, dass es einen richtig anödet. Da es hier parteipolitisch noch keine Grüntöne gibt, geht es vor allem um Rot und Schwarz, um links und rechts wie vor hundert Jahren. Hier die Guten, da die Bösen. Sogar über das Grab des Ex-Diktators, das eigentlich ein Mausoleum ist,  wird noch immer gestritten. Und ohne  Beleidigung, ohne Ehrverletzung geht nichts. Immer die andern sind korrupt. Immer die andern lügen und stehlen! Als wäre man auf verschiedenen Planeten und nicht in der Schicksalsgemeinschaft einer Stadt, einer Region, eines Landes. Keiner bedenkt, dass er oder sie bei der sich aufsplitternden Parteienlandschaft früher oder später eine Hand ausstrecken muss, dass es möglicherweise ohne Koalition wieder nicht geht. Weil es nur darum geht, an die Macht zu kommen, gibt es null Bewusstsein für die Tatsache, dass die Probleme des Landes nur gemeinsam gelöst werden können.
Und was hat Nicolas Bouvier damit zu tun?
Überall, ausser bei den Spanischen Wahlen, redet man über das Klima, über unsere Reisegewohnheiten und über die Konsequenzen des Massentourismus.
Da erinnert man sich gerne an den grossen Schweizer Reiseschriftsteller aus Genf, der seinen Nebenberuf des Ikonographen mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie den des Reiseschriftstellers ausübte.
Er tauchte in die Archive wie in die unberührten Landschaften, die er auf seiner ersten grossen Reise mit seinem «Dopolino» unternahm. Er grub sich durch dicke Folianten mit der gleichen Neugier, mit der er Städten und Menschen begegnete und förderte dort ebenso Kostbares zu Tage wie unterwegs in Lappland oder Afghanistan. Also auch da ein Entdecker. Auf die Bilder von Maria Sybilla Merian hat er immer wieder besonders gern zurückgegriffen, denn sie war ihrer Zeit in jeder Beziehung, ganz besonders aber künstlerisch weit voraus.


19.08.2019 | 13:24

Also, zurück in den Spanischen Bergen.
Vor wenigen Tagen habe ich mir im nahen Städtchen die Zeitungen gekauft und als ich in einem Café darin zu lesen begann, erinnerte ich mich wieder an meinen Freund und Kollegen Guy Krneta. Insbesondere an zwei Sätze aus seinem letzten Mail. Er würde sich sehr freuen, wenn ich hier an dieser Stelle wieder über Spanien schreiben würde. Man dürfe das Journal B nicht unterschätzen.
Das hat er wirklich geschrieben.
Ich las allerdings gerade einen Artikel, der nur bedingt mit Spanien zu  tun hatte, und noch bevor ich ihn fertig gelesen hatte, kam aus einem Laden neben dem Café eine Frau mit einem Schuh in der Hand auf den Mann am Nebentisch zu. Die Frau war vielleicht um die 60 Jahre alt, war sehr geschmackvoll gekleidet, machte einen aufgestellten Eindruck und fragte: Gefällt dir dieser Schuh?
Es war einer dieser Stoffschuhe mit Schnursohle, die man, glaube ich, auch auf Deutsch  «Espadrilles» nennt. Ohne den Schuh auch nur anzuschauen, sagte der Mann: Von dieser Sorte hast du zuhause doch schon eine ganze Menge! Nein, sagte die Frau, der ist anders, worauf der Mann sagte: Aber du hast doch schon so viele Schuhe.
Weil die Frau dann sagte, sie habe ihn nicht gefragt, wie viele Schuhe sie besitze, sondern, ob ihm dieser Schuh hier gefalle, schaute ich von meiner Zeitung auf, und es entging der Frau nicht, dass ich zugehört hatte und dass ich lachen musste. Sie schaute mich an und fragte: Sind Sie auch so? Nein, nein, behauptete ich, und während sich die Frau wieder dem Schuhladen zuwandte, sagte der Mann am Nebentisch: Sie müssen wissen, dass niemand so viele Schuhe besitzt wie meine Frau.
Oh, sagte ich, ausser vielleicht Frau Marcos, von den Philippinen, erinnern Sie sich? Sie soll 6000 besessen haben.
Der Mann schüttelt den Kopf und sagte: Mi mujer tiene mas! Meine Frau hat mehr!
Ich las dann den angefangenen Artikel zu Ende, in welchem die in Madrid weilende schwedische Erfolgsautorin Camilla Läckberg unter anderem behauptete, die Männer seien eine Rasse für sich, die sich den Frauen überlegen fühle. Hier war es also wieder: «Die Männer». Also der Mann am Nebentisch und ich? Oder ich und dieser Präsidentenfreund, der sich in seiner Zelle umgebracht haben soll und noch ein paar andere? Oder ich und Putin? Oder ich und diese italienischen Politiker und der ganze Rest? Oder ich und Neymar?
Wie käme ich dazu, fragte ich mich, so verallgemeinernd von «den Frauen» zu reden? Als ob alle Frauen in einem einzigen Korb Platz fänden? Nein, Frau Läckberg, dachte ich dann, ich hielt mich nie für klüger als Sie. Nie im Leben. Jedenfalls bist jetzt nicht. Aber seien Sie beruhigt, wandte ich mich in Gedanken dann weiter an sie, kürzlich musste ich nach der Lektüre eines Interviews in der gleichen Zeitung auch Frau Siri Hustvedt meine bis dahin unbeschränkte Bewunderung entziehen, meinte diese doch behaupten zu müssen, die Männer – wieder dieses «die Männer» - liebten zwar die Schönheit der Frauen, aber sie würden es nicht mögen, wenn diese zu aller äusserlichen Attraktivität auch noch intelligent seien.
Ich habe nicht nur selten etwas so Unintelligentes gehört, ich fühlte mich auch richtig beleidigt, denn diese Aussage unterstellt mir eine Dummheit, mit der ich nun wirklich nicht unwidersprochen zu leben gewillt war.
So viel zu Frau Läckberg.
Und was hat das mit Joan Brossa zu tun?
Könnte gut sein, dass es hier in unserem «Bern ist überall-Blog» mit diesem grossen katalanischen Poeten und Künstler wirklich weiter geht, aber mit der spanischen Politik, zu welcher Guy Krneta von mir wieder etwas lesen möchte, geht es etwa so, als liefe alles auf quadratischen Rädern. Es läuft einfach nicht rund. Seit neun Monaten hat Spanien eine Übergangsregierung, vielleicht stehen sogar Neuwahlen an. Und dies in der Zeit, in welcher die Urteile im Prozess gegen die Verantwortlichen der illegalen katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen bevorstehen. Könnte gut sein, dass der Herbst heisser wird als der heisse Sommer. Ganz sicher wird die Reise holperig.

01.06.2019 | 10:18
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Übers Wochenende finden die Solothurner Literaturtage statt. Bereits im Vorfeld wollen Medien «klaffende Lücken» im Programm ausgemacht haben. Statt das Interesse darauf zu richten, was ein Publikum erwartet und welchen selbst erklärten Ansprüchen die Programmierung zu genügen hat, wird ein Skandalon herbeigeschrieben.

Das Vorgehen ist bekannt. Bei jeder grösseren Preisverleihung findet es mittlerweile statt: Die Auswahl sei fragwürdig, Renommiertere und Gewichtigere seien übergangen worden. Ganz ins Leere läuft der Vorwurf nie. Es liegt in der Natur einer Auswahl, dass sie Wenige berücksichtigt und Viele übergeht.

Das Elend der Literaturkritik

Ja, die Literaturkritik hat heute einen schweren Stand. Redaktionen werden verkleinert, der Platz schrumpft. Kritiken würden nicht gelesen, behaupten die Chefs und berufen sich auf Klickzahlen. Versucht sich das Feuilleton nun Aufmerksamkeit zu verschaffen, indem es wie die Politberichterstattung skandalisiert, auf Personen spielt, angebliche Missstände aufdeckt, Konflikte schürt? Oder fühlt sich eine Kritikerin, ein Kritiker schlicht in der Eitelkeit verletzt, wenn eine unabhängige Jury anders entscheidet, als er oder sie das gerne hätte?

Dabei ist es ja gar nicht so, dass die verbliebenen Festangestellten an Präsenz verloren hätten, im Gegenteil. Sie schreiben heute für Zentralredaktionen, welche im einen Fall die Regionen Bern, Basel, Zürich, Winterthur, im anderen St. Gallen, Luzern, Zug und den Aargau bis nach Basel abdecken. Gesamtleser*innenzahl in beiden Fällen je um die 600'000. Ausserdem sitzen sie in Jurys, moderieren Literaturveranstaltungen (u.a. an den Solothurner Literaturtagen) oder äussern ihre Meinung in Literatursendungen am Schweizer Fernsehen.

Es soll über jene geredet werden, die fehlen

Üblicherweise ist es der Kritiker des «Tages-Anzeigers», der den Ton angibt. Diesmal übernahm die «Aargauer Zeitung» die Methode. Kritikerin Anne-Sophie Scholl traf die Geschäftsführerin der Solothurner Literaturtage Reina Gehrig zum Interview. Ein «konfrontatives» Gespräch sollte es sein. Die «Konfrontation» bestand darin, die Geschäftsführerin sich rechtfertigen zu lassen, warum bestimmte Namen im Programm nicht auftauchten. Da stecke eine gewisse Systematik dahinter, unterstellte die Kritikerin. Die Geschäftsführerin wies (einmal mehr) darauf hin, dass die Literaturtage anders als andere Festivals nicht von einer künstlerischen Leitung kuratiert werden. Strenge Richtlinien gibt es nicht. Es werde diskutiert und zwar innerhalb einer zehnköpfigen Programmkommission, die alle zwei Jahre wechselt.

Machtstrukturen im Literaturbetrieb

 Damit gab sich die Kritikerin jedoch nicht zufrieden. Sie beauftragte die nach Solothurn nicht eingeladene Autorin Corinna T. Sievers, über «Machtstrukturen im Literaturbetrieb» zu schreiben. Die Nichteingeladene sollte nun öffentlich begründen, warum sie «zwingend» hätte eingeladen werden müssen und aus welchen systemischen Gründen das leider nicht der Fall sei. Ein desaströser Auftrag. Und erstaunlich, dass ihn Sievers, vermutlich noch unter Zeitdruck, angenommen hat.

Doch mit den Literaturtagen scheint sie sich nicht weiter befasst zu haben. «In Entscheider-Positionen» sässen «nur 20 Prozent weibliches Personal» zitiert sie eine nicht genannte Studie bzw. die Autorin Nina George: «Alte, weisse Männer» verstopften Jurys und Fördergremien. Zwei Klicks hätten genügt, um auf der Website der Literaturtage festzustellen, dass die Solothurner Programmkommission aus 5 Frauen und 5 Männern unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Sprachen besteht (ja, bezüglich Hautfarbe gibt es Nachholbedarf).

Medienpräsenz als Ticket für Solothurn

Eine andere Studie komme zum Schluss, dass «männliche Literaturkritiker zu 76 % Bücher männlicher Autoren» besprechen würden und Literaturkritikerinnen ihrerseits wiederum zu 52 % Männer. Das erscheint alles, auch wenn ohne Quellenangabe, plausibel. Ein bisschen irritierend ist allerdings, dass die Autorin ausgerechnet ihre eigene hohe Medienpräsenz und die zweier Kolleginnen anführt, um aufzuzeigen, mit welcher dringlichen Berechtigung sie nach Solothurn hätte eingeladen werden müssen: «...Spiegel-Bestsellerliste, Lobeshymnen in Zeit, FAZ, NZZ... SRF 52 beste Bücher...». Soll da einer unabhängigen, paritätisch besetzten Programmkommission etwa mit männlich dominierter Medienresonanz Eindruck gemacht werden?

Eingerahmt werden Sievers zusammengeklaubte Zitate durch die rührige «Geschichte» einer 22-jährigen «Lena oder Lara», die am Literaturinstitut in Biel studiert habe, sich von einem «Verleger» einreden lasse, «wirklich begabt» zu sein und sich von diesem, «weil es ja für irgendwas gut sein muss, eine Frau zu sein», auch mal die Hand aufs Knie legen lasse. Offenbar kennt Corinna T. Sievers weder jüngere Autorinnen, die in Biel studiert haben, noch die in Kleinverlagen organisierte ums Überleben kämpfende Schweizer Buchbranche. So werden ihre «grundsätzlichen» kulturpolitischen Überlegungen entlarvend zur Vorabend-Soap.

Leerstellen – aber bei wem genau?

Und wie es sich für die herdengetriebenen Medienschaffenden gehört, nimmt ausgerechnet der «alte weisse Mann» vom «Tages-Anzeiger», Martin Ebel, der seit Jahren Sendeplätze und Jurys «verstopft», den Ball auf: «Was die Programmkommission dieses Jahr zusammengestellt hat», schreibt er, sei «voller schwer erklärbarer Leerstellen». Schwer erklärbar ist das Verfahren, wie es Reina Gehrig im Interview schildert, eigentlich nicht, aber offenbar schwer begreifbar für einen Literaturkritiker, dessen Alltag darin besteht, seinerseits das Gros der literarischen Produktion auszublenden. – Der Germanist und Literaturvermittler Benjamin Schlüer kontert auf Twitter: «Wenig überraschende, aber billige Kritik am Programm der @SOLiteraturtage von Martin Ebel: Einige wichtige Autorinnen würden übergangen – diese Behauptung passt ironischerweise wie die Faust aufs Auge, wenn man Ebels Liste von Rezensionen ansieht…».

Ein Kritiker muss naturgemäss ausblenden. Dass er sich dann aber nicht freut, bei einem Festival mit möglicherweise übersehenen Dingen konfrontiert zu werden, sondern die Machthebel in Gang setzt, um sich darin bestätigt zu sehen, das einzig Relevante nicht verpasst zu haben, zeugt doch von einer ziemlichen Ignoranz.

20.05.2019 | 20:54
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On est partis avant l’aube.  On a quitté Aigle, il devait être quoi ? 5 h, 5h15 ? Je m’en rappelle parce que j’ai voulu choper un croissant à la gare, et que le magasin était encore fermé.  Du coup comme j’avais l’estomac vide, ça m’a un peu brassé dans les virages en montant, j’ai presque vomi à la sortie du Sépey. Mais qu’est-ce que vous voulez, ces expulsions de réfugiés, on est bien obligés de les faire tôt le matin. D’abord ça nous permet de profiter de l’effet de surprise : même s’ils sont souvent un peu stressés, ces gaillards, y en a toujours un ou deux qui sont en train de roupiller quand on débarque, et ça nous facilite la tâche. Et puis quand c’est toute une famille qu’il faut embarquer pour les mettre dans l’avion, ça te permet de choper tout le monde en une fois, plutôt que de devoir encore aller chercher les gamins à l’école ou chez la logopédiste ou Dieu sait où.  

On s’est donc pointés sur le coup des 6 heures devant la porte de l’appartement de cette famille de  - c’était des quoi d’ailleurs, ceux-là ? Des Yézidites, ou Yézédines, je sais pas comment on dit exactement, mais pas venus directement de Yézédinie en tout cas, vu que c’est en Géorgie qu’on devait les expédier par vol spécial- bref, leurs origines n’étaient pas très claires, mais ils venaient en tout cas d’un pays arabe à voir leurs figures...- on s’est donc pointés là, devant leur porte, avec ordre d’emmener toute la smala manu militari à l’aéroport de Cointrin dans la matinée.  

On était une quinzaine en tout avec les collègues de Lausanne, dont trois femmes pour s’occuper de la mère et des gamins, ça devait bien se passer. En plus on était à Leysin - moi j’adore Leysin, c’est vraiment une station sympa pour aller skier avec les enfants, et puis y a ce restaurant tournant – le Kuklos, qu’il s’appelle- qui est quand même super- bref, ça devait se passer comme ça se passe en général avec les familles – le serrurier ouvre la porte, on entre en gueulant pour leur faire un peu peur et puis ensuite on leur parle gentiment s’ils se montrent coopératifs-  sauf que les Yézidites ou Yéditiens, je sais de nouveau plus comment on dit, ont fait des histoires. Le père s’est tailladé les bras avec un couteau. La mère s’est mise à nous traiter de tous les noms. Les gamins ont commencé à se cacher sous les lits ou dans les armoires. Impossible de leur mettre le grappin dessus. Nous on a l’habitude, bien sûr, on n’en a régulièrement des qui se roulent par terre en suppliant, en nous disant qu’on les tuera là-bas ou Dieu sait quoi, on n’écoute même plus. Mais là il fallait les voir s’agiter, on ne savait plus comment en faire façon. On aurait dit que leur dernière heure était venue alors que tout ce qu’ils avaient à faire c’était de retourner tranquillement chez eux et de régler leurs problèmes une fois pour toutes, même si leurs gamins avaient chopé l’accent vaudois. On n’aurait pas attaché les adultes, fait un peu la grosse voix devant les gosses, et puis bouclé les valises à leur place, c’est clair qu’on y serait encore.

Une fois toute la bande enfermée dans les fourgons, le chef a appelé le Conseiller d’Etat, à Lausanne.   «The job is done » il lui a dit en voulant crâner un peu (y en a deux ou trois comme ça à la Police Cantonale). Mais Monsieur Leuba n’a pas compris -le réseau n’est pas toujours très bon à la montagne- alors le chef a repris : « on a fait le boulot, monsieur le Conseiller d’Etat » et à voir sa tête, j’ai compris que le grand vizir l’avait félicité.  Là-dessus les collègues de Lausanne ont pris la route pour emmener les Yédzini à Cointrin et nous, ceux du poste d’Aigle, on est allés boire un café. Franchement, on ne l’avait pas volé celui-là.  Et puis moi j’ai pris un sandwich au jambon en plus de mon renversé, j’avais pas envie de me trouver de nouveau mal dans la descente. Eh ben le pire c’est que je l’ai regretté, parce que juste avant le Sépey j’ai dû demander au collègue de s’arrêter et je suis allé rendre tripes et boyaux derrière un entrepôt de l’office des routes. Comme quoi, qu’on soit à jeun ou pas dans les virages, cela ne change pas grand-chose.

…Et puis le soir j’ai demandé à ma femme si elle savait où c’était la Yézidite.
Elle savait pas non plus. On a voulu chercher un moment sur Internet mais on s’est découragé et on a fini par commander un truc en ligne, chez Zalando.  



http://petitiondavrishiyan.strikingly.com/

31.03.2019 | 21:03
Bild:  Miriam Cahn: Das Bild ist  eventuell urheberrechtlich geschützt. (photo: )

Beim Betreten der Ausstellung im Kunstmuseum erinnerte ich mich sofort an einen Kollegen, der die Künstlerin Miriam Cahn einmal getroffen hat und erzählte, dass diese schon in jungen Jahren sehr genau gewusst habe, wer sie war und was sie wollte. Daran, ob er sie möglicherweise als «aggressiv» geschildert hatte, konnte ich mich nicht mehr erinnern, sicher ist aber, dass «Aggression» die treffende Bezeichnung für das Gefühl ist,  das mir beim Betreten des Saales entgegenschlug. Schon nach ein paar wenigen ersten Blicken auf die mächtig auftrumpfenden, wildbunten Gemälde an den Wänden musste ich mich in den ersten Nebenraum flüchten, wo eine Seelandschaft hing, die mich nicht auf der Stelle zwang, meinen Blick abzuwenden. Diese Landschaft strahlte sogar so etwas wie Ruhe aus, wenn wahrscheinlich auch eine trügerische. Aber ich war dankbar, dass ich mich dort auf eine Holzbank setzen und mich sammeln konnte. Geflohen bin ich vor aufdringlichen Verstümmelungen und Verzerrungen, die so brutal und direkt auf mich einstürzten, dass ich sofort überfordert gewesen war und, ausser dem Empfinden von Aggression, meine Gefühle nicht mehr einordnen konnte. Plötzlich hatten mich riesige, plakative Fratzen angestarrt, als wollten sie mich als Museumsbesucher verhöhnen. Waren das Bilder, die das Publikum beschimpfen wollen oder sollen? Was hast Du Dir gedacht du spiessiger Sack! Du hast wohl Erbauung und Besinnung gesucht im Musentempel! Irrtum! Gigantischer Irrtum! Falsche Adresse! Ätsch! Bätsch!
Was ich gesehen hatte, zeugte zweifellos von schier grenzenlosem Mut zur Darstellung einer sehr persönlichen und äusserst intensiven Wahrnehmung der Welt. Da war in diesen groteskfarbigen Fratzen und Figuren auch noch eine ebenso grenzenlose Wut auf diese Welt, und ich war wirklich froh, dass ich mich setzen und in diese Landschaft schauend, mich beruhigen konnte. Erst dort auf dieser Bank bemerkte ich, wie verstört ich wirklich war. Ja, dachte ich, ich bin aufgewühlt, verunsichert, klein gemacht, enttäuscht, vor den Kopf gestossen. Viel mehr kann Kunst gar nicht können, als so schnell, so viel auszulösen. Dann dachte ich, viel mehr darf Kunst aber auch nicht müssen, sonst sind wir ja mitten im Krieg. Und schliesslich dachte ich, jetzt schaue ich mir alles noch einmal in Ruhe an, aber bitte, sagte ich mir eindringlich, mit kühlem Kopf und mit etwas mehr Distanz, sonst kannst du gleich nachhause gehen.
     


29.01.2019 | 22:52
Maria Tackmann: cercler le carré, Bodenarbeit 2018 (photo: )

Weil mich der Kondukteur im Matten-Lift leicht verwundert anschaute, als ich auf seine Frage, ob ich das Billet wolle, mit «Ja» antwortete, sagte ich: «Wer weiss, wie lange es die noch gibt.» Die Münsterplattform lag dann ziemlich verlassen da, nicht mal ein Spatz war zu sehen, alles grau, auch die Aare floss ziemlich grau ins neue Jahr hinein, aber in der Englischen Anlage war jemand in einer roten Jacke unterwegs und vor der Balustrade über der Stützmauer sah ich am nassen Boden erst einen wohl an Silvester verwendeten Aufklebeschnauz, also einen Papierschnurrbart, und dann nicht weit davon entfernt, fast leuchtend, ein kleines Herz aus roter Alufolie.
Die Aare war übrigens nicht nur grau, sie war auch so mager, dass sie nicht das leiseste Rauschen zu bieten hatte. Weitergehend fragte ich mich, ob es wohl stimme, dass im Russischen, wie ich gerade bei Benjamin gelesen hatte, «rot» und «schön» ein Wort ist, bis ich in einem entlaubten Busch hinter der Mauer über der Mattentreppe plötzlich sah, wo sich die Spatzen versteckten. Da sassen vielleicht 40 oder sogar 60 Spatzen in diesem kahlen Busch. Gut, vielleicht waren es nicht 60, aber 50 bestimmt. Genau konnte ich sie nicht zählen, denn vom Münster her war immer wieder der Flügelschlag einer Taube zu hören, der sie alle aufschreckte und durcheinander flattern liess, bevor sie sich wiederum nur kurz in dem Busch niederliessen. Vielleicht weil Sonntag war, gab es kaum Passanten und für einmal auch keine Touristen. Nur an der Kreuzgasse führten ein Mann und eine Frau ihre Hunde spazieren. Und auch an der Gerechtigkeitsgasse kamen ein Mann und eine Frau durch die Laube, die beide kleine struppige Hunde an einer Leine führten.
Diese Hunde trugen beide ein grünes Mäntelchen und waren sehr lebhaft, gingen aber artig bei Fuss neben ihren Besitzern. Ich war nicht sicher, ob es Terriers waren und nahm mir vor, zuhause nachzusehen. Während ich bemerkte, dass der eine der Hunde leichter, vielleicht auch jünger als der andere war, tauchte weiter unten bei der Bushaltestelle noch ein Hund mit einem ebenfalls grünen Mäntelchen auf. Er sah eher mopsmässig aus, hatte lange Haare und kürzere Beine, versetzte die beiden anderen Hunde dennoch in Aufregung. Sie hatten an ihren Leinen zu ziehen begonnen und einer hatte sich mit einer Drohgebärde dem andern zugewandt und ich hörte, wie die Halterin sagte: Ruhe, Zora! Zora! Ruhe! Und dann sagte sie noch: Du muesch dr Küdu nid massregle, das tüä mir scho mache. Ohne zu wissen wozu, merkte ich mir diese Wörter: Du muesch dr Küdu nid massregle, das tüä mir scho mache, und gleichzeitig fiel mein Blick auf einen kleinen Fetzen Papier auf dem Laubenboden. Es war ein bedruckter Kleber, der von Schuhabdrücken schon braun und dreckig war, aber buchstabensüchtig, wie ich bin, musste ich wissen, was dort gerade noch lesbar draufstand und bückte mich. TRAUMA & GEWALT stand da. Beim Abbiegen von der Gerechtigkeitsgasse in das Antoniergässchen sah ich mich dann ganz plötzlich einer Plakatwand gegenüber und auf dem ersten Plakat, das ich bewusst wahrnahm, stand: NÄCHSTER HALT NIRWANA. Es ging um irgend einen Lehrkurs, und gleich daneben stand ebenso gross: UNSEREN BODEN SCHÜTZEN, eine Aussage, die ich schon eher einordnen und auch verstehen konnte.
Zuhause angekommen, suchte ich, sobald ich meine Sachen abgelegt und die nassen Schuhe ausgezogen hatte, nach einem Buch der Hunderassen, in welchem ich meine Vermutung bestätigt fand. Bei «Zora» und «Küdu», muss es sich um Fox-Terriers gehandelt haben. Bevor ich das Buch wieder auf das Regal stellte, hatte ich das Billet des Mattenlifts zwischen die Seiten gelegt. Elektrischer Personenaufzug Matte-Plattform AG -  Fr. 1. 20 steht auf dem kleinen Stück Papier.

Und was hat Maria Tackmann damit zu tun?

Anlässlich der Ausstellung Cantonale Berne Jura zeigte die 1982 in Wattenwyl geborene Künstlerin im Kunstmuseum Thun eine Installation aus Materialien, die sie auf Spaziergängen in einem Quartier von Paris gefunden hat und zum Teil weiter bearbeitete. Es sind zerbrochene Bodenplatten und Backsteine dabei, auch Scherben, Bruchstücke aus Holz, Metall und Plastik. Weil mir diese sogenannte Bodenarbeit sehr gefallen hat, habe ich mich gefragt, was ich denn so mitbrachte, von meinem letzten Spaziergang in Kopf und Hosentasche? Es sind auch nur Fetzen und Fragmente, aber immerhin verweisen sie auf die verwischten Spuren des Lebens in unserer Stadt.


19.12.2018 | 17:09
Pristina, Bulevardi Nënë Tereza (photo: )

Y avait Meriton qui scrollait régulièrement l’écran de son Samsung pour regarder la photo d’une Mercédès qu’il convoitait peut-être, ou avait vendu à un cousin. C’était difficile à dire. C’était une belle bagnole en tout cas. Y avait Endrit qui était allé voir la fille de la sœur de sa tante, la belle Blerta, pour lui faire comprendre qu’il l’épouserait bien l’été prochain et que 350 invités dans la grande salle de l’hôtel Eros sur la route de Prizren ce serait le minimum. Y avait Agon qui était allé voir son père qui agonisait à Ferizaj et qui se disait qu’il eut mieux valu qu’il meure maintenant plutôt qu’à Noël - période durant laquelle il aurait du mal à revenir au bled à cause de son boulot dans une grande surface. Y avait aussi Kushtrim dont la mère se remettait gentiment d’un AVC à Lipjan après deux mois passés à l’hôpital central de Pristina -celui que, personnellement, je vous déconseillerais si vous pouvez choisir. Y avait Jeton, enfin, qui s’était fait faire une coupe de cheveux style mercenaire russe en poste dans le Dombass et qui trouvait ça beau. Bref, c’était un vol normal entre Pristina et Genève comme il y en a tous les matins. Une partie de la tête était encore au pays, l’autre déjà à Yverdon, ou à Lausanne, tandis que sur la gauche les Alpes bernoises commençaient à percer vaillamment la mer de brouillard et que les crêtes du Jura étaient encore un peu à la traîne sur ce point.  On en était là lorsque le steward en gilet noir annonça la collecte de l’UNICEF pour les enfants victimes de la polio, « les derniers » précisa-t-il. Ce fut alors comme si tous se réveillaient, oubliaient leur smartphone, leurs soucis, leurs petites affaires et leurs projets. Meriton donna une pièce de 5 francs. Endrit jeta un billet de 10 euros dans le sac plastic marqué du logo de l’UNICEF. Agon donna tout ce qui lui restait de monnaie en euros, ce qui eut pour effet d’alourdir considérablement le réceptacle de la collecte. Kushtrim mit 20 balles sans sourciller. Et Jeton, oui, celui qu’on aurait bien vu dans une tranchée, en treillis et une AK 47 à la main, sortit de sa poche une pièce de 2 francs suisses. Je tenais mon conte de Noël. Sauf que c’était du vécu. A l’arrivée à Genève, alors que tous se levaient dans une joyeuse cohue pour attraper leurs bagages, un de ces gaillards m’aida encore à mettre mon manteau, tirant sur la manche mal dépliée, corrigeant les épaules, ajustant la capuche. Tel un frère. La meilleure partie de la Suisse, je me dis, c’est le Kosovo.

07.12.2018 | 10:51
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Zuerst einmal ist es eine ungeheure Erleichterung: da geht in einem grossen europäischen Land der einheimische untere Mittelstand auf die Strasse und protestiert und tut das für einmal nicht gegen die Ausländer und in nationalistischen Tönen, sondern der Protest geht dorthin, wo er hin soll: gegen die Mächtigen, diejenigen, die mit ihren politischen Entscheiden dafür verantwortlich sind, dass es ihnen, den Menschen, die auf die Strasse gegangen sind, so dreckig geht. Dass Macron es nicht -  oder jedenfalls nicht in diesem Mass -  verdient hat, zur Symbol- und Hassfigur einer Elite zu werden, die sich um die Interessen der Benachteiligten foutiert, ist dabei nur ein kleiner Schönheitsfehler. Viel schwerer wiegt, dass die Gilet Jaunes zwar klassische linke Anliegen auf die Strasse tragen, von der Linken aber nichts zu hören ist. Wer sich einmischt ist dafür Marine Le Pen, die sich als „Gilet jaune“ der ersten Stunde bezeichnet und sich also Chancen ausrechnet, die Kraft dieses Protestes auf ihre Mühlen zu lenken. Nach der Erleichterung könnte der Schrecken folgen, dass auch dieses Volk sich gegen rechts wendet.
Die Gilets dieser Bewegung sind nicht rot und sind nicht braun, sie sind gelb, haben also keine politische, sondern eine Warnfarbe. Das ist ja auch der ursprüngliche Zweck dieser Gilets: sie sind obligatorisch in jedem französischen Auto dabei und werden bei einem Unfall angezogen, um eben darauf hinzuweisen und zu warnen: Achtung, hier hat sich ein Unfall ereignet.
Und dass bei so vielen Franzosen und auch andern Bewohnern Europas das Geld so knapp geworden ist, dass sie nicht den Klimawandel und ein mögliches Ende Welt, sondern das Ende des Monats fürchten müssen, das ist tatsächlich ein Unfall, zu dem gehört, dass er nicht einfach passiert ist, sondern verursacht wurde – durch Politik. Die wirtschaftliche Produktivität und der gesamtgesellschaftliche Reichtum sind in den letzten Jahrzehnten stets gestiegen, gleichzeitig wurde die Verteilung immer ungleicher. Das ist der Unfall, auf den die Gilet Jaunes hinweisen. Und wir können nur hoffen, dass sie auch weiterhin gegen die Politik demonstrieren, die diesen Unfall verursacht hat und noch immer verursacht.

18.10.2018 | 11:04
Meindert Hobbema: Allee von Middelharnis National Gallery London (photo: )

Da liest man also in der Zeitung von einem Füllfederhalter der Marke Montblanc, der 1.5 Millionen Euros kostet. Auch ein Bild ist da. Am Deckel des Füllers klebt eine Spinne, die natürlich in alleredelsten Materialen, das Gerät mit einem Netz überzieht, das symbolisch für jenes Gewebe steht, das auch durch die Schrift, durch Wörter und Sätze entsteht.
Nun ist ein Füller ja nicht irgendetwas, habe ich doch gerade jetzt auch einen in der Hand. Diese Buchstaben hier schreibe ich mit einer Rotring Art-Pen. Ich glaube, sie kostete mich etwas um die 25 Franken.
In der gleichen Zeitung (La Vanguardia) sehe ich im Zusammenhang mit einem Bericht aus Yemen das Bild eines unterernährten Kindes auf einem Spitalbett. Es trägt nur eine Windel, seine Gelenke stehen hervor, seine Glieder sind dünn, dünn, einfach wahnsinnig dünn und zerbrechlich. Der Blick des Kindes aus den grossen dunkeln Augen ist herzzerreissend, es kostet mich Mühe, meinen Blick nicht von seinem abzuwenden. Es tut weh, denn es ist nicht leicht, die eigene Hilflosigkeit in Anbetracht eines solchen Verweises auf den Zustand der Welt zu ertragen. Ich tue es. Zwinge mich, das Bild zu sehen und mir zu überlegen, was es mit mir zu tun hat. Gleichzeitig wird mir bewusst, dass es anders als hier in Spanien vermutlich keine mitteleuropäische Tageszeitung mehr gibt, die mir ein solches Bild zumuten würde. Eine schweizerische schon gar nicht! Und ich frage mich, ob das gut ist, ob das nicht auch eine Art von Zensur bedeutet?
Und was hat Meindert Hobbema damit zu tun?
Gerade dort, wo uns kommerzielle Medien, die sich ja verkaufen müssen, so oft vor der Realität zu schützen versuchen, dort hat die moderne Kunst – in Wort und Bild – sicher einen ihrer edleren Aufgabenbereiche gefunden. Kunst kann uns zur Konfrontation zwingen. Jemand der dies beispielhaft und sehr erfolgreich tut, ist die englische Künstlerin Jenny Saville. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wurde letzte Woche ein Bild von ihr für rund £ 10 Millionen versteigert, in London versteht sich! Da es sich um den höchsten Preis handeln soll, der je für das Werk einer lebenden Künstlerin oder eines lebenden Künstlers bezahlt wurde, wäre es durchaus gerechtfertigt gewesen, dass es hier in meinem letzten Blog aus Spanien mit Jenny Saville weiterginge. Aber Presse und Berichterstattung ist das eine, Kunst ist etwas anderes. Es widerstrebt mir, ein Bild zur Betrachtung aufzuschalten, das ich nicht gerne anschaue, obschon ich es als meine Pflicht betrachte, die Realität wahrzunehmen. Keinesfalls möchte ich mich zum Kunstkritiker aufspielen und über die Künstlerin Saville oder ihre Bilder ein Urteil fällen. Aber Bilder, deren Kraft mir sofort ins Auge springen, in die ich mich aber nicht vertiefen, die ich also nicht genauer betrachten möchte, stellen mein Verständnis von Kunst infrage. Sollte Kunst nicht so sein, dass man sie sehen will, ausgiebig und immer wieder? Wie zum Beispiel die berühmte, auch in London beheimatete Allee von Hobbema? Hat man dieses Bild je wirklich und ganz gesehen? Möchte man sich nicht immer wieder in diese Situation hineinbegeben? Da kann man lange über diesen Himmel staunen, zu Ende gesehen hat man ihn nie!

12.10.2018 | 10:23
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J’ai peur qu’avec cette pétition lancée pour offrir un pavillon suisse à l’Aquarius, je parle de ce bateau qui erre en Méditerranée avec des migrants dessus, eh bien j’ai peur que cette action crée un appel d’air comme on dit, c’est à dire une sorte de signal positif à l’endroit des migrants, une manière d’encouragement en quelque sorte, une véritable invitation à venir chez nous pour s’y installer durablement et que, dès lors, fort de ce signal, davantage encore de migrants veuille migrer en direction de chez nous alors qu’ils sont déjà des dizaines, voire des centaines de milliers, voire des millions à se ruer dans nos contrées pour quémander qui des soins, qui du travail, qui encore une Audi A4 gris métallisé et un smartphone neuf; oui, je le dis sans ambages, j’ai peur que cette pétition exigeant que le pavillon suisse flotte sur le mât de cet Aquarius convoque littéralement ces migrants chez nous alors que nous n’avons tout simplement pas la place pour les accueillir sans parler des tracas et des soucis sans fin auxquels nous sommes journellement confrontés à l’échelle de notre propre communauté. On objectera probablement à ces arguments de simple bon sens que cet Aquarius ne peut pas aborder directement chez nous puisque notre pays n’est pas exposé à un contact direct avec la mer. Je reconnais bien volontiers cette évidence topographique indéniable mais je veux rendre ceux et celles qui mettront de tels arguments dans la balance qu’avec cet appel d’air les migrants dès lors stimulés dans leur désir de se rendre chez nous pourraient tout simplement se mettre en tête de creuser des canaux leur permettant de relier la mer aux lacs de notre pays, par exemple entre Sète et Yverdon, ou encore entre Marseille et Walenstadt, à moins qu’ils ne choisissent tout bonnement de se déplacer à pied jusqu’à ceux de nos lacs qui font office de frontière avec l’étranger, tel le Lac Léman ou le lac de Constance, et, une fois arrivés sur les berges de ceux-ci, se jeter à l’eau une nouvelle fois, ou alors se servir de pédalos voire de paddles, afin d’aborder nos rivages pour ensuite nous envahir avec la claire intention finale de nous remplacer dans nos églises, nos vignes, nos ongleries, nos spas puis, pourquoi pas, nos lits. On le voit, une telle perspective ne peut que nous encourager à dire non à une demande aussi insensée. Que flotte notre étendard sur les cimes, les casernes et les hôtels garnis, mais pas sur l’Aquarius.