Aare
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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
Aare
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31.07.2013 | 11:59
Die Redaktion wird auch in Zukunft darauf angewiesen sein zu hören, was sich bewegt.

Form und Inhalt. Die Beziehung dieser beiden Begriffe begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich habe mich immer gerne auf die Seite des Inhalts gestellt. Wichtig ist, was ist, nicht wie es aussieht.

Wer sich radikal auf diesen Standpunkt stellt, der eckt immer wieder an – in der Ausbildung, im Berufsleben. Denn Form ist verlockend. Sie ist einfach zu überprüfen.

Über die Jahre habe ich gelernt, dass der beste Inhalt nicht beachtet wird, wenn die Form nicht stimmt. Die Verpackung muss ansprechend sein. Das gilt insbesondere beim Schreiben. Nur wenige Leserinnen und Leser sind bereit, sich auf lange Texte einzulassen, wenn diese nicht in einer ansprechender Form präsentiert werden. Die richtige Aufteilung, das richtige Bild, der richtige Titel, ein passendes Video, ein gutes Tondokument – all diese Dinge können einem Text die richtige Würze geben, damit er Anklang findet.

Beat Kohler

Eigene Formen für die Darstellung von Fakten zu finden ist ein spannender und kreativer Prozess.

Journal B hat definitiv die richtige grafische Form. Bei diesem Auftritt stimmt die Verpackung. Journal B ist das erste und einzige reine Online-Magazin für Bern. Es hat eine klare Struktur und eine gute Leserführung. Journal B kann die Möglichkeiten, die das Medium Internet bietet, voll ausnutzen. Beim Erstellen des Auftritts konnte ich im vergangenen Jahr einiges dazu lernen. Ich möchte auf diesem Weg allen Partnern, welche die Seite mit ihren Ideen und ihrer Kritik weitergebracht haben, danken.

Allerdings stand weniger die grafische Form, als vielmehr die inhaltliche Art der Texte mehrfach in der Kritik. Die Forderung nach stärker kommentierenden Texten war unüberhörbar. Fakten und Hintergrund waren nicht in jedem Fall gefragt. Unterhaltende Beiträge waren umstritten. Unterschiedliche Auffassungen über Journalismus und seine Aufgaben zeigten sich in verschiedenen Diskussionen.

Ich finde es wichtig, dass ein Medium möglichst umfassend, einleuchtend und einfach verständlich Inhalte zu einem Sachverhalt aufzeigt, damit sich der Leser oder die Leserin selber ein Urteil bilden kann. Wenn ich als Autor polemisch meine Meinung zu einem Sachverhalt äussere, dann muss dies meiner Meinung nach formal erkennbar gemacht werden. Damit habe ich nicht meine Meinung geändert und die Form über den Inhalt gestellt – ich akzeptiere lediglich, dass beides eine Rolle spielt und wichtig ist.

«Journal B wird sich einen festen Platz auf dem Medienplatz Bern erarbeiten»

Beat Kohler

So bleibt für mich letztlich wieder die Diskrepanz zwischen Form und Inhalt zurück. Wo hört die Form auf, wo beginnt der Inhalt? Was ist in welcher Weise zu gewichten? Was ist richtig, was findet Anklang? Mir blieb leider nicht die Zeit, diese Fragen durch die tägliche Arbeit zu beantworten. Obwohl ich nun nicht mehr selber an Journal B mitwirke, bin ich überzeugt, dass die Trägerschaft im Milizbetrieb Antworten auf diese Fragen finden kann und finden wird. Journal B wird sich einen festen Platz auf dem Medienplatz Bern erarbeiten.