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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
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01.04.2020 | 09:57
Grad grossi Gümp mache mr nümm i dene Tage. (photo: )

Grad grossi Gümp mache mr nümm i dene Tage. Vom Chüehlschrank ufe Balkon, vom Chäller id Wöschchuchi, vor Kafimaschine zum Stoubsuger. Höchschti Zit für nes Bärndütschzedeli zum Thema «loufe». U itz meine-n-i nid seckle, auso das ehrgizige Desumecheibe i gräu-grüene Loufchleider, i meine .... äbe eifach loufe. So: ei Fuess vore-n-anger, gmüetlech oder gschäftig, gschmeidig oder müehsam, meh oder weniger trittsicher.

Da gits nämlech e ganzi Buschele starchi bärndütschi Usdrück.

Föh mr mau ganz vore a, bi de chline Chind, wo grad hei glehrt uf zwöi Bei stah, auso nachem schnaage: Di tüe stünggele, mängisch o gwaggle oder pfösele. We sie mau chli grösser si, de scheichle sie.

We sie chli elter si, die Ching, de renne si meischtens. Sie pfure vo A nach B, düüse oder wydle dervo. We si z grossi Schueh anne hei, de tschirgge sie; mit de Schischueh trogle sie, ohni Finke täsele sie, u wes niemer söll ghöre, de tüüssele sie. Wes ne chli stinkt, das Loufe (zum Bischpiel we sie mit de Eltere sötte ga spaziere), de laatsche sie oder tschaupe sie. Id Schuel schlärpele sie meischtens, sie zaagge. Es sig de, d Stund heig scho agfange, de techle sie oder sekle sie. D Mueter (oder d Grossmueter) het ne viellech no gseit «Hüt sötsch de nid hulanere». Das isch öppe ds gliiche wie lauere. Nume äbe z Fuess.

Irgendwenn schwire sie ab, die Ching, ga tipple oder ga tschumple mit den Eltere, das isch verbi. Sie pfurre dervo, schtriele dür ds Quartier oder zottle ab – motorisiert oder z Fuess. Tschille u hänge desume. Da bewegt me sech nid gross. Me chönnt o säge plegere u löie. Aber i weiss gar nid, öb me das hüt no versteit. Aber plöischle das sött no dürega. Plöischle cha me eigetlech geng, bis ids höche Alter.

Aber itz bini vom Loufe abcho. Mi tünkts sowieso als Erwachseni tüege mr nümm so speziell bärndütsch loufe. Mir «gö ga» (achtung, itz wirds gwöhnlech:) spaziere, wandere, ychoufe. Oder es wird änglisch:  tschogge, wooke, sprinte, spiide…  Ersch we de die Jufli-Faase verbi isch, de bsinne mir üs wieder uf starchi Dialäktwörter: mir träppele, stogle, himpe oder humple.

Aber im Normaufau gö mr eifach. Oder machen üs – we mr üs chly gwählter usdrücke – ufe Wäg. So wie n i itz o. Vom Bürostueu zur Kafimaschine.

19.03.2020 | 08:00

Mis Schribprogramm isch stur. Und unglehrig.

Wen i «dr» schribe machts geng es «der» drus. «Wäm» wandlets konsequänt i «wem» um, o we dr Satz när null Sinn ergit. E Soumode, das! O Aalegi, Buion, Gschtabi, Stägetritt, Schyterbygi, Sänkloch, Schnuderi, Schläckstängu gfaue n ihm gar nid: es understriicht mr se konsequänt mit ere rote Schlangelinie. Verbessere bitte! Heisst das äuä. Aber nei, i wott se nid verbessere. I wott se genau so schribe. U du, liebs Schribprogramm, hesch eifach ke Ahnig vo Bärndütsch.

 Immerhin: i muess froh si, wenn ds Programm nid sälber afaht mini Wörter nach sir Logik schribe. Das machts nämlech mängisch o. Zersch motzets mit ere blaue Schlangelinie u nächhär machts mr Vorschleg, was i viellech chönnt gmeint ha. Statt «schtündele» schlahts «stundete» vor, statt «stifusinnig» «stiftssinnig», statt «schnadig» «schädig», statt «Schinti» «Schnitt». Und usem momentan grad sehr aktuelle Gruess «blib xund» machts es «bleib rund». Auso würklech!

 Wen i nid ufpasse wie ne Häftlimacher (natürlech meints o da i heig Heftmacher gmeint!), de rütscht statt amne Strau (vor Sunne) e Stau (uf dr Strass) ine. Statt em Verb «stoffle» erschiint e «Stoffel», u «stünggele» wandlet ds Programm um i «Stängele». Es schwäbelet überhoupt e chli, mis Schribprogramm: «schöppele» ersetzts dür «Schnipperle» und «schöösele» dür «schusserle».

 Meischtens merken is no grad rächtzitig. Me liest ja so Texte o düre, u wen i de zwöimau genauso stuur eifach nach mim Gring schribe, de chopfets das. Wahrschinlech ischs ziemli beleidiget. Dänkt äuä, das isch itz e Zwänggring, dere cha me ke Dütsch biibringe. Meint äuä äs sig dr Siebesiech. Wie denn das SMS, wo usem ne «i ha di gärn» es «i ha di gärtner» gmacht het. Halllooo!

Liebi Schribautomate, dir müesst nid geng meine, dir wüsset scho nach drei Buechstabe, was mir Bärner*Inne hei wöue säge! Heit doch mau chli Geduld mit üs!

03.03.2020 | 10:50

Finget dr o, dass d Tage scho wieder länge?

«Es hustaget» seit me im Aemmitau. Das wär eigentlech viel die schöneri Formulierig als «es wird Früehlig», aber ir Stadt ghört mes chuum meh. Tönt echli nach Ändifinke u Ofebänkli, gäuet.

Derbi isch doch jedi Formulierig mit em ne «wird» so längwilig. I jedem Schribkurs lehrt me: Passivi Forme vermiide, Verbe mache e Text läbig! Im Zämehang mit em Wätter chöi Verbe richtig für Stimmig sorge: chuele (für chüeler wärde), chaute, warme, tage (Tag wärde), (y)nachte (entsprächend: Nacht wärde), fyschtere, häue, wättere… Grad ds letschte Wörtli isch doch es Multitalänt: Me ghörts richtig hudle, chutte u Chatze hagle.

Das isch e Spezialität vom Bärndütsch: es wandlet locker Adjektiv u Substantiv i Verbe um. Da gits Wortschöpfige, wo me chuum cha überbiete. Churz u präzis säge si, was öpper macht. «Äer puret» isch diräkt, klar u viel schöner als «är schaffet als Puur». Und für «chalbere» gits schlicht ke gschide Ersatz. U wüll halt d Redensart «däm chalberet no dr Schittstock» so witzig isch, het sech «chalbere» äuä o ir Stadt chönne bhoupte. Anderi Substantiv-Verbe gö langsam vergässe. Schuene (für loufe), chüechle (für Chueche bache) u teigge (für Teig chnätte) si am Usstärbe; «dorfe» für (im Dorf) chli ga Nöiigkeite vernäh und witerverzelle dito. Eigentlech klar, we im letschte Chrache d Lüt geng wie urbaner wärde und lengschtens im Netz u nid im Dorf ds Nöische erfahre.

Aber warum hei sech äch «wybe», «schätzele», «hochzyte» u «jüngle» nid chönne bhoupte? Das wär doch viel läbiger u würd ds Gscheh viel klarer erfasse als ufriisse, flörte, hürate u Ching übrcho… .