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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
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09.09.2020 | 09:51
Es äärelet. (Foto: Rita Jost) (photo: )

Exggüsee, mir müesse mau über öppis ender Unappetitlechs rede: über ds Schmöcke nämlech. Auso das heisst, zersch emal über ds Nid-eso-fein-Schmöcke. Oder säge mrs grediuse: über ds Stinke.

Stinke tuets nämlech uf Bärndütsch ganz bsunders vielfältig u aa-schoulech. Mit emne -ele am Ändi vom Wort cha me eigentlech jedes Tier, jede Ort, jede Aggregatszuestand zumne Gruch mache.

Bischpiel? Hündele, böckele, fischele .... gits uf Hochdütsch Wörtli, wo diräkter vom Oug oder em Ohr id Nase stige?

Oder wie heit drs mit süürele, seikele, chäsele, schweisele? Schmöcket drs o?

I ha no meh uf Lager: im Chäller unde chas füechtele, nüechtele oder müffele, i säge däm o es chällerlet (so wi dr Wy, wo Zapfe het). Aber – Quizfrag! – wie seit me eigentlech am Duft im Eschtrich obe? Dert, wo je nach Seson d Summer- oder d Winterchleider hange, dert wos nach sunnetröchnete Dachbauke u viellech aute Büecher schmöckt? Das weiss i ehrlech nid.

Aber im Spital, da spitälelets, im Silo jäselet u im Stau (Stall), da stäuelets. Es geit doch nüt über nes riifs Geiss-Chäsli, wo so richtig fein stäuele, finget dr nid o? Rähele isch es ender weniger agnähms Düftli usem Chüeuschrank: dr Anke, wo chli z lang ufbewahrt worde isch. Die Dütsche würde säge: «die Butter ist ranzig». Mir BärnerInne säge «dr Anke rähelet». Säget säuber, was tönt besser!

Eigentlech scho gäbig, die -ele-Ändig. Me cha mit eim Wort es ganzes Universum y-fah. U geng nöii erfinde: turnhäuele, schublädele, garderöbele, gielezimmerele, putzlümpele, abwöschmaschinele …

Wäudele, dökterle, käfele, stoubsügerle … die gö leider nid. Sie si schon anderwitig als Verbe bsetzt.

Aber äärele, das geit. Äärele tuet im Momänt no grad mis Badzüüg. Es konserviert no es paar Tag lang dr Summer2020 im Schaft. Bis i s de mau gründlech ir Wöschmaschine wäsche. Oder bis i wieder mau ids Hauebad ga. De tuets de nächhär chlöörele oder haut wieder wöschpülverle oder weichspülerle. Bis es de nächscht Summer wieder das unverkennbar feine Aare-Düftli überchunnt... mmmhhh!

09.07.2020 | 06:51
We Bärner*inne z Märit gö, de wird nid g-schoppet u nid poschtet, de wird kömerlet. (Foto: Rita Jost) (photo: Rita Jost)

Öpper het reagiert uf ne früecheri Kolumne. Är meint, «ga y-choufe» säg me doch hüt nümm. Me gong ga «shoppe». Hmmm, ok… Aber: wen-i ufe Märit ga, de säge-n-i däm nid shoppe. Das chäm mr chli dernäbe vor.

Aber ja, wie sägen-i de eigetlech? Wahrschinlech äuä «kömerle» oder kommissiön(d)le. I mache ja o e Kommissionezedu (nid e shopping-list).

Das het mi uf ne Idee bracht. Es nimmt mi wunder, was Bärnerinne u Bärner i mire Umgäbig für Wörter bruuche, we sie gö ga ychoufe.

Kommissiön(d)le oder Komere mache isch dr Usdruck, wo die meischte bruuche. Ömu i mire Generation (ü65). Poschte isch ender öppis us dr Oschtschwiz. Hingäge si ggänggele u kitsche no ziemli wit obe uf dr Hitparade. Obschon: o hie würd i säge: ufe Märit ga-n-i nid ga ggänggele. Das Wörtli bruuche-n-i, wen-i irgend öppis choufe, wo-n-i eigentlech nid nötig ha, wo mi aber wahnsinnig gluschtet. Öppis Süesses oder irgend es modisches Fähndli oder es Paar Schueh. (Das isch no speziell, wüll «ggänggele» chunnt ja vom Französische «quaicaillerie», was soviel heisst wie Ysewarehändler/Ysewarehandlig. I fasch jedem fanzösische Dorf – u o scho es paar Kilometer weschtlech vo Bärn – fingt me e Quincaillerie, so ne Grümschelerlade, wos Schrübli u Wärkzüg, WC-Bäseli u Muusefalle het. Also Artikle wo me nid grad zu de typische Artikel zellt, wo Bärnerinne gö ga ggänggele.)

Es anders bärndütsches Wort für ychoufe im Sinn vo shoppe isch lädele. Da ghört me d Luscht am Gang vo eim Lade zum andere use, öppis, wo viel Froue gärn mache (im Gägesatz zu de meiste Manne...). Mini Eltere si aube am Sunnti Abe no id Stadt ga schoufänschterle. Das isch i de Füfzgerjahr e Hit gsi. Denn hets bim Loeb die erschte grosse Schoufänschter gä. Und es isch günschtig cho, echli ga z schoufänschterle, wüll chli gluschte u schnöigge choschtet ja nüt. O nid viel gchoschtet het rohre, das heisst ide Loube ga uf- und abloufe. Das het de aber mit Ychoufe nid viel z tüe gha, ender mit gseh-wärde, mit Blicke aazieh und umenandschutte. Aber i gloub das isch im Zitalter vo Tinder o chli düre.

Eine vo de schönschte Usdrück het aube mini Schwiegermueter usem Ämmitau bruucht. Die isch geng ga «chrämere». Das isch für mi es Wörtli wo nach Rabattmärggeli und Offeverchouf tönt. Nach änge Laderüüm schmöckt, nach Wöschpuuver, Täfeli u Ggaffee (u öppe nachem Zmittagässe vor Bsitzerfamilie, wo d Chuchi natürlech grad hinderem Lade gha het). Agschriebe gsi si die Läde meistens mit «Handlung», «Konsum» oder «Colonialwaren». U da wäre mr de schon wieder bim ne ganz andere hochaktuelle Thema...

21.05.2020 | 10:00

Itz auso äbe no d Froue. Wie rede die mitenand? Me würds nid gloube (u es das z schribe, isch äuä überhoupt nid politisch korräkt), aber es git tatsächlech Wörtli, die beschribe uf Bärndütsch ender wiiblechs Zäme-rede.

U es si nid weni. U vor auem es si viel mit «ch»: chifle, chädere, chääre, chnätsche, chüderle, chlööne, chüschele....

Gäuet, da chönnt me sech grad echly ergeuschtre! Das gseht grad so us, wie we nume mir Froue würde hingedüre umeschnure, schnööde, rätsche, anderi apfure, abbutze, abemache… Derbi chöi mir o ganz friedlech u zivilisiert. Mir tüe zum Bischpiel: mitenand plöiderle, intelligänt referiere und bim wooke gschiid tooke. Mit de Chind tüe mr o nid nume umepäägge, mir sänkle se mit ere Ängusgeduud (we si wieder mau nid ufhöre stürme). Und mit de grössere Chind, de Fründinne u Kollege tüe mr tschätte u sümsle. Dorfe u dampe tüe mr nümm so, das het öppe no ds Eisi bim Gotthäuf gmacht, derfür tüe mr itz i Diskussionsfore filosofiere, debattiere, diskutiere, argumentiere, reklamiere u räsoniere. Mängisch sogar frömdsprachig. De chöi mr es Wort viellech nid grad gaxe, aber de paggle mr e chly, me versteit üs ömu. Kes Problem.

Ok, mängisch wauschte mr viellech. Eryfere üs, raue u reklamiere. Aber de chöi mr o wieder es «Exggüsee» fürebrösmele. Mir si schliesslech nid uf ds Muu gheit.

So isch das auso. Es tünkt mi, mitenand-rede, sig fei echly e bärndütschi Chärnkompetänz. Bi de Männdli u bi de Wyybli.

20.05.2020 | 10:24
 (photo: )

Es git ja Lüt, wo finge, Bärner sige ziemlechi Chnupesager. Angers chönn me sech nid erkläre, dass ire Beiz mängisch es paar zämehocke u stungelang ke Schnure abenangtüe.

Nume: I gloub, da verkennt me öppis.

Bärner (d Froue chöme speter) tüe äbe angers mitenand brichte. Nid so praschauere, ender so chli umesürmle, braschte u viellech mängisch e chli chlööne u nang aazünte. Aber sie chöi o möögge und worte, johle u holeie. Momou. Süsch göht mau ids Rathuus, ids Wankdorf oder ids Ysstadtion. Oder id Yshaue z Langnou.

Deheime tüe sie haut nid geng grad lut umeppääge, sie tüe bauge oder bugere, das isch chli diskreter, familiärer. U chli liiser. U statt z blöffe, tüe si plagiere, das isch französischer; u statt z uflätig motze wie witer nördlech, tüe sie chli öppis brummle oder ume-mudere.

We sie eine übere Durscht trunke hei, de wirds mängisch scho o chli luter, de tüe sie vielech chli schwafle u blöd umeschnure (im Ämmitau o öppe mau heilande, ir Stadt ender flueche...), aber we sie de wägem Alkohou ender chli täutschle, de versteit me se nümm so guet. Es cha eim o verleide, das Glyyr, de muess me se haut gschweigge, sänkle oder staue. So isch das mit dene Chnupesager.

Aber sie rede scho mitenand, die Bärner, u aube einisch seit eine «me muess haut rede mitenand» u de seit dr anger «he ja, me redt o mit em Veh». U de isch wieder einisch gseit, was muess gseit si.

U itz äbe no d Froue: Mit de Froue ischs chli anders... äähmm... i merke grad: I bruuche es nöis Zedeli...

14.04.2020 | 09:16
Isch öich o mängisch chli längwilig i dene Tage?  (photo: )

Isch öich o mängisch chli längwilig i dene Tage? Heit dr Längizyti nach öpperem? Planget dr druf, wieder mau chli under d Lüt z cho? Heit dr viellech sogar dr Läckmr? Super! Längwili macht nämlech kreativ. Und es bringt grad es paar wunderschöni Dialäktusdrück füre. I Zyte, wo mr grad e chli viel mit Anglizisme um üs schlö.

Längwili: das Wort kenne mr zwar o im Hochdütsche (Langeweile), aber «Längizyti» isch es Wort, wos nume im Dialäkt git. Längizyti isch meh als Heiweh. Längizyti isch für Bärner (Dütschschwyzer im allgemeine) das, wo für d Portugiese Saudade, für d Franzose mélancolie u für d Südstaatler dr Blues isch. U aui hei ds Gfüeu, für ihres Wort gäbs eigentlech gar ke richtegi Übersetzig. Viellech stimmts ja. Dä Wältschmärz, Seeleschmätter verbunde mit ere mängisch fasch luschtvolle Truur, isch wahrschinlech e Temparamäntsfrag u bruucht drum i jeder Sprach o nes ganz eigets Wort.

Bi üs (u i dänke o i jeder andere Sprache) cha Längizyti d Sehnsucht nach em ne Ort oder emne Mönsch si. Oder o nach ere bestimmte Situation. Itz zum Bischpiu cha me Längizyti nach emne Glas Wy mit Fründe ha. Nach ere Wanderig ide Bärge oder nach emne spontane Chinobsuech oder eifach nach chli sorglosem Umehocke.

Idr Längizyti isch ganz viel Erinnerig drin. Me vermisst öppis, wo me mau gha het u gärn zrügg hätt. Bim «Plange» isch das chli anders. Plange cha me o uf öppis, wo me no nid kennt. Uf ne Reis ines unbekannts Land, uf nes Chind, wo no nid uf dr Wält isch, uf Wiehnachte, Oschtere oder Geburtstag. Da isch o no ganz viel Spannig u Vorfröid derbi. Luschtig, dass me i beidne Wörtli das Wort «läng» drus use ghört. Wahrschinlech, wüll üs ds Warte so läng vorchunnt. D Tage wei nid umega, dr Zeiger blibt – schiinbar – chläbe.

Aber när chunnt plötzlech en Idee derhär, schlat me es Buech uf, lütet ds Telefon ... und alls isch anders. Wär cha plange, cha sech nächhär o viel meh fröie, seit me. Auso: Längwile mr üs doch noch chli, mir hei sicher noch einisch Längizyti nach dere eigenartige Uszyt im Früehlig 2020, wo mr so druf planget hei, dass mr wieder chli öppis zrügg brchöme vo üsem ganz normale längwilige Alltag.

01.04.2020 | 09:57
Grad grossi Gümp mache mr nümm i dene Tage. (photo: )

Grad grossi Gümp mache mr nümm i dene Tage. Vom Chüehlschrank ufe Balkon, vom Chäller id Wöschchuchi, vor Kafimaschine zum Stoubsuger. Höchschti Zit für nes Bärndütschzedeli zum Thema «loufe». U itz meine-n-i nid seckle, auso das ehrgizige Desumecheibe i gräu-grüene Loufchleider, i meine .... äbe eifach loufe. So: ei Fuess vore-n-anger, gmüetlech oder gschäftig, gschmeidig oder müehsam, meh oder weniger trittsicher.

Da gits nämlech e ganzi Buschele starchi bärndütschi Usdrück.

Föh mr mau ganz vore a, bi de chline Chind, wo grad hei glehrt uf zwöi Bei stah, auso nachem schnaage: Di tüe stünggele, mängisch o gwaggle oder pfösele. We sie mau chli grösser si, de scheichle sie.

We sie chli elter si, die Ching, de renne si meischtens. Sie pfure vo A nach B, düüse oder wydle dervo. We si z grossi Schueh anne hei, de tschirgge sie; mit de Schischueh trogle sie, ohni Finke täsele sie, u wes niemer söll ghöre, de tüüssele sie. Wes ne chli stinkt, das Loufe (zum Bischpiel we sie mit de Eltere sötte ga spaziere), de laatsche sie oder tschaupe sie. Id Schuel schlärpele sie meischtens, sie zaagge. Es sig de, d Stund heig scho agfange, de techle sie oder sekle sie. D Mueter (oder d Grossmueter) het ne viellech no gseit «Hüt sötsch de nid hulanere». Das isch öppe ds gliiche wie lauere. Nume äbe z Fuess.

Irgendwenn schwire sie ab, die Ching, ga tipple oder ga tschumple mit den Eltere, das isch verbi. Sie pfurre dervo, schtriele dür ds Quartier oder zottle ab – motorisiert oder z Fuess. Tschille u hänge desume. Da bewegt me sech nid gross. Me chönnt o säge plegere u löie. Aber i weiss gar nid, öb me das hüt no versteit. Aber plöischle das sött no dürega. Plöischle cha me eigetlech geng, bis ids höche Alter.

Aber itz bini vom Loufe abcho. Mi tünkts sowieso als Erwachseni tüege mr nümm so speziell bärndütsch loufe. Mir «gö ga» (achtung, itz wirds gwöhnlech:) spaziere, wandere, ychoufe. Oder es wird änglisch:  tschogge, wooke, sprinte, spiide…  Ersch we de die Jufli-Faase verbi isch, de bsinne mir üs wieder uf starchi Dialäktwörter: mir träppele, stogle, himpe oder humple.

Aber im Normaufau gö mr eifach. Oder machen üs – we mr üs chly gwählter usdrücke – ufe Wäg. So wie n i itz o. Vom Bürostueu zur Kafimaschine.

19.03.2020 | 08:00

Mis Schribprogramm isch stur. Und unglehrig.

Wen i «dr» schribe machts geng es «der» drus. «Wäm» wandlets konsequänt i «wem» um, o we dr Satz när null Sinn ergit. E Soumode, das! O Aalegi, Buion, Gschtabi, Stägetritt, Schyterbygi, Sänkloch, Schnuderi, Schläckstängu gfaue n ihm gar nid: es understriicht mr se konsequänt mit ere rote Schlangelinie. Verbessere bitte! Heisst das äuä. Aber nei, i wott se nid verbessere. I wott se genau so schribe. U du, liebs Schribprogramm, hesch eifach ke Ahnig vo Bärndütsch.

 Immerhin: i muess froh si, wenn ds Programm nid sälber afaht mini Wörter nach sir Logik schribe. Das machts nämlech mängisch o. Zersch motzets mit ere blaue Schlangelinie u nächhär machts mr Vorschleg, was i viellech chönnt gmeint ha. Statt «schtündele» schlahts «stundete» vor, statt «stifusinnig» «stiftssinnig», statt «schnadig» «schädig», statt «Schinti» «Schnitt». Und usem momentan grad sehr aktuelle Gruess «blib xund» machts es «bleib rund». Auso würklech!

 Wen i nid ufpasse wie ne Häftlimacher (natürlech meints o da i heig Heftmacher gmeint!), de rütscht statt amne Strau (vor Sunne) e Stau (uf dr Strass) ine. Statt em Verb «stoffle» erschiint e «Stoffel», u «stünggele» wandlet ds Programm um i «Stängele». Es schwäbelet überhoupt e chli, mis Schribprogramm: «schöppele» ersetzts dür «Schnipperle» und «schöösele» dür «schusserle».

 Meischtens merken is no grad rächtzitig. Me liest ja so Texte o düre, u wen i de zwöimau genauso stuur eifach nach mim Gring schribe, de chopfets das. Wahrschinlech ischs ziemli beleidiget. Dänkt äuä, das isch itz e Zwänggring, dere cha me ke Dütsch biibringe. Meint äuä äs sig dr Siebesiech. Wie denn das SMS, wo usem ne «i ha di gärn» es «i ha di gärtner» gmacht het. Halllooo!

Liebi Schribautomate, dir müesst nid geng meine, dir wüsset scho nach drei Buechstabe, was mir Bärner*Inne hei wöue säge! Heit doch mau chli Geduld mit üs!

03.03.2020 | 10:50

Finget dr o, dass d Tage scho wieder länge?

«Es hustaget» seit me im Aemmitau. Das wär eigentlech viel die schöneri Formulierig als «es wird Früehlig», aber ir Stadt ghört mes chuum meh. Tönt echli nach Ändifinke u Ofebänkli, gäuet.

Derbi isch doch jedi Formulierig mit em ne «wird» so längwilig. I jedem Schribkurs lehrt me: Passivi Forme vermiide, Verbe mache e Text läbig! Im Zämehang mit em Wätter chöi Verbe richtig für Stimmig sorge: chuele (für chüeler wärde), chaute, warme, tage (Tag wärde), (y)nachte (entsprächend: Nacht wärde), fyschtere, häue, wättere… Grad ds letschte Wörtli isch doch es Multitalänt: Me ghörts richtig hudle, chutte u Chatze hagle.

Das isch e Spezialität vom Bärndütsch: es wandlet locker Adjektiv u Substantiv i Verbe um. Da gits Wortschöpfige, wo me chuum cha überbiete. Churz u präzis säge si, was öpper macht. «Äer puret» isch diräkt, klar u viel schöner als «är schaffet als Puur». Und für «chalbere» gits schlicht ke gschide Ersatz. U wüll halt d Redensart «däm chalberet no dr Schittstock» so witzig isch, het sech «chalbere» äuä o ir Stadt chönne bhoupte. Anderi Substantiv-Verbe gö langsam vergässe. Schuene (für loufe), chüechle (für Chueche bache) u teigge (für Teig chnätte) si am Usstärbe; «dorfe» für (im Dorf) chli ga Nöiigkeite vernäh und witerverzelle dito. Eigentlech klar, we im letschte Chrache d Lüt geng wie urbaner wärde und lengschtens im Netz u nid im Dorf ds Nöische erfahre.

Aber warum hei sech äch «wybe», «schätzele», «hochzyte» u «jüngle» nid chönne bhoupte? Das wär doch viel läbiger u würd ds Gscheh viel klarer erfasse als ufriisse, flörte, hürate u Ching übrcho… .