Aare
°

Journal B

Sagt, was Bern bewegt
Aare
°

Kein Geld, keine Kunst – Eine Feststellung als Aufruf

Der Kanton verfügt einen Ausgabestopp und verhindert damit unter anderem, dass Kunstwerke gekauft werden können.

Seit 2011 bildet die «Cantonale Berne Jura» eine einzige grosse Weihnachtsausstellung des Kantons Bern mit einer Brücke in den Kanton Jura. Dafür spannen Kunsthäuser in Bern, Biel, Interlaken, Le Noirmont, Moutier und Thun zusammen. Gemeinsam setzen sie ein Zeichen der Offenheit untereinander und gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern.

Traditionell sind Weihnachtsausstellungen für Kunstkommissionen Gelegenheiten zum Ankauf von Werken. Damit fördern sie Künstler und äufnen öffentliche Kunstsammlungen. Diese wiederum dienen dazu, in öffentlichen Gebäuden, Sitzungsräumen und Büros Kunst zugänglich zu machen. Eine Massnahme, bei der alle gewinnen.

Angesichts des drohenden Defizits 2012 hat der Regierungsrat im September ein Ausgabenmoratorium bis Ende Jahres verfügt. Moratorium bedeutet: Wo kein Gesetz oder Vertrag eine Ausgabe zwingend verlangt, muss sie unterbleiben. Was hat dies mit der «Cantonale» zu tun? Nun, auf den Ankauf eines Bildes durch den Kanton hat keine Künstlerin, kein Künstler Anrecht. Der dafür budgetierte Kredit untersteht deshalb dem Moratorium. Auch wenn es schmerzt: Ankäufe sind dieses Jahr verboten.

Die kantonale Kunstkommission setzt dies mustergültig um. Sie überarbeitete am Samstag in Biel, Moutier und Le Noirmont das offizielle «Cantonale»-Plakat - das C wurde zu einem grossen schwarzen Punkt - , um damit symbolisch die Kunst auszuzeichnen, die sie erworben hätte, wenn sie dürfte. Am Wochenende geht die Aktion in Interlaken und Thun, dann in Bern weiter. Die Kommission erreicht zweierlei: Eine künstlerische Auszeichnung – und eine Mahnung: Schaut, was der Ausgabenstopp bewirkt! Vielleicht erreicht das Signal Publikum und Politik. Hoffentlich bewegt es die Kunstschaffenden, für ihre Sache zu kämpfen.