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Die Bern-Utopie von Beat Schori (SVP)

Schönes neues Bern

Gemeinderats- und Stadtpräsidiumskandidat Beat Schori berichtet aus seiner utopischen Zukunft: Zwischen Bahnhof und Inselspital steht «Neubärn» und die SVP hat den Willen des Stimmvolks bezüglich Reitschule endlich akzeptiert.

In der Utopie von Beat Schori steigt Berns Chirurgendichte stark. (Foto: Manuel Gnos)

«Die städtebaulich markanteste Neuerung vorweg: Die Gleise zwischen Bahnhof-Welle und Inselspital sind heute überdacht und überbaut. «Neubärn» – so heisst das Gelände offiziell – wird im Volksmund in Anspielung auf das doch viel grössere Pariser Dienstleistungsviertel bereits «La Défense» genannt.

Neue Parkplätze

Firmen wie die Credit Suisse, IBM oder die Swisscom, die einst die Stadt Bern verlassen hatten, sind zurückgekehrt. An «Neubärn» schätzen sie die ideale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, aber auch, dass es hier über den Gleisen wieder genügend Parkplätze für Kunden und Geschäftspartner mit Autos hat.

«Bern ist eine begehrte Braut.»

Beat Schori, SVP

Ausschlaggebend für die Rückkehr nach Bern war aber das neue Auftreten der Stadtbehörden: hilfsbereit, dienstleistungs- und lösungsorientiert.

Davon profitieren bei weitem nicht nur die Grossfirmen. KMU loben die neue zentrale Anlaufstelle der Stadt, die sich ums Gewerbe kümmert, um all diejenigen, die in Bern Arbeitsplätze schaffen, investieren oder eine Firma gründen wollen. Früher war es gerade für kleine Betriebe ohne eigene Juristen schwierig, sich durch den Beamtendschungel zu schlagen. Heute hilft ein «Wirtschaftscoach» genannter Berater allen, die Fragen haben oder Unterstützung brauchen. Etwa wenn sie etwas bauen möchten. Der Wirtschaftscoach ist auch Fürsprecher seiner Kunden in der Verwaltung.

Sinkende Steuern

Diese Anstrengungen der Stadt beginnen sich zu lohnen. Dank den zurückgekommenen und neu angesiedelten Unternehmen steigen die Steuereinnahmen stark an. Die Steuersätze können deswegen bereits kontinuierlich gesenkt werden. Nachbargemeinden haben gemerkt, welche Dynamik und welche Aufbruchstimmung in der Stadt herrschen. Bern ist eine begehrte Braut. Bereits halten Muri-Gümligen und Ostermundigen um die Hand an. Sie wollen mit Bern fusionieren.

«Die Uni hat sich auf einzelne Sparten spezialisiert.»

Beat Schori, SVP

Berns Schulen sind leistungsorientierter geworden und bereiten die Kinder in erster Linie aufs Arbeitsleben vor. Die Uni hat sich auf einzelne Sparten spezialisiert. Förderung nach dem Giesskannenprinzip gilt als veraltet. Insbesondere im medizinisch-chirurgischen Bereich ist die Uni Bern ein Zentrum mit europäischer Ausstrahlung. Wer zu den Topchirurgen gehören will, der kommt nicht um ein Studium in Bern herum.

Total liberalisiert sind die Ladenöffnungszeiten. Touristen lieben es, Ausflüge in die Museen am Wochenende mit Shopping in der Innenstadt und mit der vorzüglichen Gastronomie Berns zu kombinieren. Die Stadt ist lebendiger denn je.

Mehr Geld für die Reitschule?

Die Reithalle steht noch immer dort, wo sie immer stand, und ist noch immer ein Kulturbetrieb. Die SVP hat den Willen der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger akzeptiert und keine weiteren Schliessungsinitiativen lanciert. Die Probleme haben ohnehin stark abgenommen. Entscheidend war es, den Leistungsvertrag mit einem Bonus-Malus-System zu kombinieren. Verletzt die Reithalle die Spielregeln, so gibt es weniger Geld. Verhält sie sich zufriedenstellend, so gibts sogar ein bisschen mehr als früher.

In Bern gibt es heute, und das ist das wichtigste, weniger Vorschriften und dafür mehr gegenseitigen Respekt. In dieser Stadt fühlen sich alle wohl.»

Zur Person

Der 62-jährige Beat Schori (SVP) kandidiert auf der bürgerlichen Liste für den Gemeinderat und will auch Stadtpräsident werden. Er arbeitet als Leiter der Berner Geschäftsstelle der Visana und hat zwei erwachsene Kinder. In Bild und Ton lernen Sie ihn hier kennen.


Schönes neues Bern

13 von 14 Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten haben uns ihre Utopien für die Stadt Bern erzählt. Die Fragestellung: «Wie sähe die Stadt aus, wenn Sie nahezu unbeschränkte Mittel und nahezu unbeschränkte Gestaltungsmacht hätten?» Die Antworten lesen Sie bis Ende Oktober im Dossier «Schönes neues Bern».