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Demo für den Drahtesel

Die Velofahrer demonstrieren. Am Mittwoch, 17. Oktober, wollen sie vom Bollwerk aus ein Zeichen setzen. Eine breite Allianz ruft zur rollenden Kundgebung auf.

  • Pro Velo will, dass besser zu den Velostreifen geschaut wird.
  • Am Bollwerk ist der mangelnde Platz unübersehbar.
  • Für Pro Velo stehen die Ampeln zu oft auf rot.
  • Auch in den Seitengassen sind Abstellplätze für Velos Mangelware.
  • Nur selten bleiben die Veloständer leer.
  • Am Bollwerk ist der mangelnde Platz unübersehbar.

«Das Thema darf nicht untergehen», erklärt Stefan Jordi, Präsident Pro Velo Bern. Die angekündigte Velodemonstration sieht er als gute Gelegenheit, Zweiradthemen im Gespräch zu halten und sie so auch mit zum Wahlkampfthema zu machen. Am Mittwoch, 17. Oktober, wolle man mit den Velos durch die Innenstadt ziehen und gegen die Schattenseiten des Velofahrens in Stadt und Agglomeration Bern demonstieren. Mehr Parkplätze, schnellere Verbindungen, ein neues Veloverleihsystem: das sind die Hauptforderungen der Velodemo.

Foto: Nino Ruef

Am Bollwerk ist der mangelnde Platz unübersehbar.

Vom Bollwerk aufwärts Richtung Bahnhof gibt es hunderte Veloparkplätze. Pro Velo Bern bezeichnet den bestehenden Zustand dennoch als unhaltbar. «In den Velostationen gibt es gute Möglichkeiten sein Fahrrad zu parken, allerdings sind diese nicht gebührenfrei», so Jordi. Pro Velo Bern vermerkt insgesamt eine Abnahme kostenfreier Veloparkplätze rund um den Bahnhof. Möglichkeiten für neue, kostenfreie Parkplätze sieht der Verein zum Beispiel beim Milchgässli vis-à-vis der Schützenmatte oder auch bei der UBS am Bahnhofplatz.

Die Verbindung von Stadt und Umgebung ist dem politisch unabhängigen Verein wichtig. Pro Velo spricht von Velo-Fahrbahnen, welche die Umgebungsgemeinden und das Zentrum für Velofahrer besser erschliessen sollen. Ein Beispiel dafür ist die Velobahn Ittigen–Zollikofen, auf der Velofahrer rasch, angenehm und ohne grössere Unterbrüche fahren können. «Mit den immer stärker aufkommenden Elektrovelos wird dies auch nötig sein, um die Stadt mit der Agglomeration noch besser zu verbinden», sagt Jordi. Als schlechtes Beispiel nennt er die Strecke Bümpliz–Bethlehem oder von Köniz in die Stadt. Diese seien gar nicht praktisch, um mit dem Velo vom einen Ort zum anderen zu gelangen.

«Es darf nicht sein, dass das Velo in der Dosierung hängen bleibt»

Stefan Jordi, Präsident Pro Velo Bern

Eine grosse Herausforderung sind systematisch aufs Velotempo abgestimmte grüne Wellen, wie sie Pro Velo fordert. «Veloampeln könnten besser eingestellt sein», meint Jordi. Natürlich muss dabei auf den weiteren Strassenverkehr wie Auto und ÖV geachtet werden. Es sollte aber möglich sein, eine gemeinsame Lösung zu finden. «Es darf nicht sein, dass das Velo in der Dosierung hängen bleibt», vermerkt Jordi.

Foto: Nino Ruef

Für Pro Velo stehen die Ampeln zu oft auf rot.

Die Velodemo will auch ein weiterentwickeltes Veloverleihsystem in Bern fordern. Jordi spricht von unbemannten Stationen ohne Öffnungszeiten. Hier müsste man eng mit den Agglomerationsgemeinden Ostermundigen und Köniz zusammenarbeiten. «Biel hat es vorgemacht und ein solches Verleihsystem auf die Beine gestellt», erklärt Jordi. «Die drei Veloverleihstationen, die es momentan in der Stadt gibt, sind zu wenig.»

Die Demonstration will auch die Fuss- und Velobrücke Breitenrain-Länggasse wieder aufs Tapet bringen. So wie das Projekt ursprünglich geplant war, hatte es aus Sicht der Velofahrer keinen grossen Nutzen. Dafür war die Brücke auf einem zu tiefen Niveau, ganz in der Nähe der Aare, geplant. Nun wird der Bau auf einer höheren Ebene geplant. Dies setzt eine längere Brücke voraus und braucht deshalb mehr Geld – zirka 15 Millionen Franken soll das Projekt kosten. Die Stadt Bern hat nun die Federführung im Projekt für die Fuss- und Velobrücke Breitenrain-Länggasse übernommen. Wann die Brücke stehen wird, ist unklar. Doch selbst wenn – so wie es im Moment aussieht – der Baustart erst 2018 sein sollte: für Pro Velo ist klar, die Planung muss heute beginnen.