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Jubiläum mit Blick zurück und nach vorn

Eine Stiftung wird 50 Jahre alt. Sie verbindet das Feiern mit transparenter Information über ihre langjährige Tätigkeit. «Auftrieb» heisst das Buch der Stanley Thomas Johnson Stiftung. Ein erster Blick hinein und ein Text daraus.

1969 gegründet, ist die Stanley Thomas Johnson Stiftung zu einer bedeutenden Förderinstitution für Kultur, Bildung, humanitäre Hilfe und medizinische Forschung herangewachsen. Vom Eigerplatz zog die Geschäftsstelle an die Schwanengasse in Bern um. Seit Jahren informiert die Stiftung in ihren Jahresberichten anschaulich über Themen und Bereiche, für die sie sich engagiert. So können sich auch Aussenstehende ein Bild machen von dem, was die Stiftung dank ihrem Kapital sowie der Steuerbefreiung zum Nutzen der Gesellschaft leistet.

Zur Feier des ersten halben Jahrhunderts holt die Stanley Thomas Johnson Stiftung weiter aus. In einem reich illustrierten 200-seitigen Buch lässt sie unter anderen durch Martin Bieri, Peter Miles, Markus Mugglin, Marcel Brengard, Antoinette Schwab, Julia Wehren und Konrad Tobler offen und kritisch ihre Geschichte erzählen, ihr Innenleben beleuchten sowie ihre Grundsätze und Kriterien darlegen. Dies geht in einzelnen Fällen so weit, dass prominente Autoren weit über die Tragweite eines konkreten Projekts hinaus allgemeingültige Überlegungen anstellen.

So macht es der ehemalige Berner Erziehungsdirektor Bernhard Pulver, seit kurzem Präsident der Insel-Stiftung, in seinem Beitrag «Bildung im Umbruch, 10 Thesen». Das Motiv dafür liegt im Projekt «2. Chance für eine 1. Ausbildung», an dem sich die Stanley Thomas Johnson Stiftung wie zwei Direktionen des Kantons Bern beteiligt. Das Projekt ermöglicht es 50 Personen, eine Ausbildung auf Sekundarstufe II nachzuholen. Angesichts der Bedeutung von Bildung für den Einstieg in die Arbeitswelt und deren Bedeutung für die Integration in unsere Gesellschaft und der Teilhabe daran ist das sehr verdienstvoll.

An diesem Vorhaben andockend, aber weit darüber hinaus zielend, entwickelt Bernhard Pulver 10 griffige Thesen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit – die Weiterbildung etwa wird mit keinem Wort erwähnt. Pulver betont das Gute, Richtige, Gelungene eher als Mängel und Lücken. Ein Panorama eher als ein Programm. Der Autor betont die Bedeutung der Lehrpersonen mehr als die von Strukturen. Insgesamt fordert er primär die Erhaltung des Bestehenden, kaum dessen Veränderung. So gesehen sind seine Thesen weniger Leitsätze als vielmehr Feststellungen – allerdings gewichtige, erfahrungsgesättigte und bedenkenswerte. Sie zeigen, dass in einer Zeit, in welcher Fortschritt keine eindeutige Richtung (mehr) hat, Bewahrung des Bewährten sehr wohl progressiv sein kann.

Wir geben als separaten Artikel Pulvers Text («Bildung im Umbruch») in vollem Umfang wieder, pars pro toto für das das farbige und vielfältige Jubiläumsbuch der Stanley Thomas Johnson Stiftung. Auf dessen weiteren Gehalt gehen wir später ein. Vorerst feiert die Stiftung am längsten Tag des Jahres in der Dampfzentrale ihren Geburtstag. Möge dies ein gutes Omen sein für ein langes weiteres Wirken zu Gunsten vieler Kreise der Bevölkerung.