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Journal B

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Vielfalt der Gesellschaft in der Verwaltung

Mit einem Diversity-Management strebt die Stadt Bern bewusst personale Vielfalt und Flexibilität in der Stadtverwaltung an. Denn nur eine vielfältige Verwaltung ist eine offene Verwaltung.

«Bei der Stadt stossen unsere Namen nicht auf Ablehnung, sondern auf Interesse.» (Foto: Stadt Bern)

Der Gemeinderat will die Vielfalt in der Verwaltung bezüglich Alter, Behinderung, ethnischer Hintergrund, Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und Religion steigern. Die Stadt Bern als wichtige Arbeitgeberin soll der demografischen Entwicklung und dem Fachkräftemangel mit einem innovativen Diversity-Management begegnen – so sieht es der Gemeinderat in seinen Legislaturrichtlinien vor. Nur wenn die Stadtverwaltung gesellschaftliche Vielfalt abbildet, kann zwischen dem Staat und den Bürgerinnen und Bürgern ein Vertrauensverhältnis entstehen und aus Bedürfnissen in der Bevölkerung wird staatliches Handeln. So wird Nähe zu allen Bürgerinnen und Bürgern sichergestellt und ein brachliegendes Arbeitskräftepotenzial aktiviert.

Nächster konkreter Schritt

In der Stadtverwaltung sorgen heute spezialisierte Fachstellen und Kompetenzzentren für eine zielgruppenspezifische Sensibilisierung und Interessensvertretung: Fachstelle Gleichstellung von Frau und Mann, von Menschen mit Behinderungen, Fachstelle Wohnbauförderung, Kompetenzzentrum Integration, Kompetenzzentrum Alter usw.. Die Stadt möchte einen Schritt weitergehen und zielgruppenübergreifend gesellschaftliche Gruppierungen bzw. Menschen (Frauen und Männer, Menschen mit Behinderungen, ethnische Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund, homo-, bi-, intersexuelle und Transmenschen [LGBTI], usw.) aufgrund ihrer Vielfalt an Erfahrungen, Tätigkeiten, Lebenssituationen und Kompetenzen als Mitarbeitende für die Stadtverwaltung zu gewinnen.

Frau Era Zhubi, Lernende 2. Lehrjahr Kauffrau EFZ: «Meine persönliche Vielfalt und die vielfältige Ausbildung bei der Stadt passen hervorragend zusammen.» (Foto: Stadt Bern)

Frau Era Zhubi, Lernende 2. Lehrjahr Kauffrau EFZ: «Meine persönliche Vielfalt und die vielfältige Ausbildung bei der Stadt passen hervorragend zusammen.» (Foto: Stadt Bern)

Flexibilität, Zielvorgaben und Ausbildung

Wichtig für die Förderung von Vielfalt sind flexible Anstellungsbedingungen. Dazu gehören moderne personalrechtliche Rahmenbedingungen hinsichtlich der Vereinbarung von Beruf und Familie, Teilzeitarbeit sowie die Flexibilisierung des Altersrücktritts. Bereits heute bietet die Stadt einen drei- und schon bald vierwöchigen Vaterschaftsurlaub sowie eine unkomplizierte Unterstützung bei persönlichen Notsituationen, bspw. Krankheit oder Unfall im engen Familienumfeld. Zeitgemässe Anstellungsbedingungen können der Integration zusätzlicher Menschen ins Erwerbsleben dienen.

Für Kadermitarbeiterinnen sowie für die Anstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es Zielvorgaben. Hintergrund und Erfahrung spielen bei der Einstellung eine wichtige Rolle. Die Erfahrung zeigt: Bei der Rekrutierung auch einmal einen Umweg zu gehen, zahlt sich aus.

Herr Olgun Erbay, Lernender 2. Lehrjahr Fachmann Betriebsunterhalt EFZ: «Bei meiner Anstellung standen nicht Noten, sondern ich als Person im Vordergrund.» (Foto: Stadt Bern)

Herr Olgun Erbay, Lernender 2. Lehrjahr Fachmann Betriebsunterhalt EFZ: «Bei meiner Anstellung standen nicht Noten, sondern ich als Person im Vordergrund.» (Foto: Stadt Bern)

Die Stadt ist mit rund 235 Lernenden ein wichtiger Ausbildungsbetrieb. Bei der Selektion der Auszubildenden legt sie grossen Wert auf Vielfalt. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten eine Chance, die ihnen vielerorts verwehrt bleibt.

Noch gibt es viel zu tun. Doch eines ist schon heute klar: Die Vielfalt in der Stadtverwaltung ist ein Spiegel der Gesellschaft und dient dem Wohle der gesamten Stadtbevölkerung.

Michael Aebersold hat in Journal B schon früher über Menschen mit und ohne Behinderungen geschrieben (siehe Link unter "Weitere Artikel zum Thema").