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Plan B für den Freudenbergerplatz

Aus den Quartieren

Seit letzten Sommer reiften neue Ideen zur Gestaltung des unwirtlichen Freudenbergerplatzes. Nun fordert die Quartierkommission eine Aufwertung unabhängig von einem eventuellen Bypass in 25 Jahren.

Diskussion und Arbeit an Visionen auf dem Freudenbergerplatz unter dem «Himmel von Bern». (Foto Sabine Schärrer)

Am 14. November 2016 organisierte die Stadtteilvertretung QUAV4 eine öffentliche Informationsveranstaltung gemeinsam mit Gemeinderätin Ursula Wyss und der Verkehrsplanung. Thema: Verkehrsprojekte auf der Achse Helvetiaplatz bis Ostring. Die Veranstaltung stiess auf reges Publikumsinteresse. Im Anschluss daran und nach Diskussionen mit QuartierbewohnerInnen macht QUAV4 besonders auf 2 Punkte aufmerksam, sich nicht mit der offiziellen Verkehrspolitik decken.

Prioritätensetzung

Das Projekt Umgestaltung Helvetiaplatz zum Tor der Museumsmeile ist interessant und der Helvetiaplatz hat unbestritten grosses Verschönerungspotenzial. Das Vorhaben ist aber nicht im eigentlichen Sinn ein Stadtteil- sondern allenfalls ein gesamtstädtisches Projekt mit touristischem Hintergrund. Aus Sicht QUAV4 ist zu befürchten, dass durch die Konzentration der Ressourcen auf dieses Projekt andere, in unseren Augen dringlichere Projekte, ins Hintertreffen geraten.

Unort Freudenbergerplatz

Viel brennender sind die Probleme am Freudenbergerplatz. Dort hat die Stadtplanung mehrfach auf die unbestimmte Zeit in 20 bis 25 Jahren bis zu allfälligen Realisierung des Bypasses A6 vertröstet. Die Quartierkommission ist jedoch überzeugt davon, dass die Zeit bis zum Bypass - so er denn kommt - mit einem Zwischenprojekt genutzt werden sollte. Das Projekt der 'Himmel von Bern', das sich in diesem Sommer mit dem Freudenbergerplatz befasste, führte zur Einsicht, dass in diesem problematischen Strassenraum durchaus Aufwertungspotenzial vorhanden ist. Eingeflossen sind weitere Visionen sowie Überlegungen aus dem Masterlehrgang für Raumplanung der ETHZ.

Spielraum vorhanden

Ganz im Gegensatz zur Ansicht der Verwaltung, es gebe keinen Spielraum zur Verbesserung der Lebensqualität ohne die Totallösung Bypass, wurden sehr interessante und konkrete Ansätze zur Aufwertung vorgestellt. Dabei handelt es sich unbestritten um den schwierigsten Stadtraum im Osten wenn nicht gar in der ganzen Stadt. Diese Ansätze zeigen, dass mit einigen Eingriffen in die Verkehrswüste wertvoller Platz für den Langsamverkehr, den moderaten Ausbau der Einkaufsmöglichkeiten der Grossverteiler als auch einer kleinteiligen Infrastruktur unter der Brücke gewonnen werden könnte. Es ist möglich, dabei Vorleistungen zu erbringen, die bei einer definitiven Umgestaltung nicht verloren sind.

Quav4 ist überzeugt, dass sich diese Veränderung in rund 15 bis 25 Jahren amortisieren liesse und das Lebensgefühl rund um den Freudenberger-Platz sehr positiv beeinflussen könnte. An der Delegiertenversammlung vom 17. Januar 2017 beschloss deshalb die QUAV4 einstimmig bei 2 Enthaltungen, dem Gemeinderat den Antrag zu stellen, dass mit einem geeigneten Planungsverfahren (z.B. Planungsauftrag parallel an 3 Planungsteams) unverzüglich Studien zum mittelfristigen Aufwertungspotenzial des Freudenbergerplatzes in Auftrag gegeben werden. Diese sind noch in das laufende PUN-Aufwertungsprojekt einzubringen.