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Kommentar /

Christoph Reichenau

Risiko und Chance des Nein zur USR III

So viele Porträtgalerien für und gegen die Unternehmenssteuerreform III! Es muss um viel Geld gehen, das umverteilt werden soll. Bloss: Nach unten oder nach oben?

«Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.»

Georg Christoph Lichtenbergs Satz gilt auch für die Unternehmenssteuerreform III. Wir stimmen am 12. Februar darüber ab. Ob wir genau verstehen, worum es dabei geht, ob wir auf die heutige Situation blicken oder die «Dynamik» der Reform zu erfassen trachten, ob wir uns auf die verwirrlichen Zahlenspiele hüben und drüben einlassen – auf eines können wir uns verlassen: In der Galerie der Köpfe, die jetzt auch hier in Bern in Inseraten für ein Ja werben, gibt es praktische keine, die die Menschen mit niedrigem Einkommen, unsicheren Stellen und prekären Arbeitsverhältnissen vertreten.

Vergröbert darf gesagt werden: Wenn die, denen es gut geht, unisono ein Ja empfehlen zu einer umstrittenen Reform, dann müssen jene, denen es weniger gut geht, vorsichtig werden. Und mit Lichtenberg folgern: Die USR III «muss anders werden, wenn sie besser werden soll». Auch wenn heute nicht klar ist, ob es wirklich «besser wird, wenn es anders wird». Darin bestehen das Risiko und die Chance des Nein.