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Wirtschaft, Bildung und ehrenamtliche Arbeit

BERNER WAHLEN 2016 «RGM bedeutet für mich etwas anderes, als der Name verspricht. Ich empfehle RGM, das M wegzulassen und den Stimmbürger nicht zu täuschen mit einer angeblichen Mitte-Politik.»

Semiramis Mordasini, Stadtratskandidatin der Jungfreisinnigen der Stadt Bern. (Foto: zvg)

Was bedeutet für Sie RGM? Welche wichtigsten Errungenschaften hat RGM erreicht? 

RGM bedeutet für mich etwas anderes, als der Name verspricht. Rot und grün sind sie, doch vertreten sie auch die Mitte, wie der Namen verspricht? Aus meiner Sicht nicht. Sie schaffen es, das linkste Spektrum abzuholen (siehe Smartspider Kandidaten), doch weder Mitte-links noch die Mitte werden von ihnen abgedeckt, geschweige denn vertreten. Deshalb würde ich ihnen empfehlen, dass M wegzulassen und den Stimmbürger nicht zu täuschen mit einer angeblichen Mitte-Politik.

Es gab Zeiten, als man noch auf dem Bundeshaus parkierte. Heute sieht das Bild anders aus, es springt Wasser aus dem Boden und Leute treffen sich auf dem Bundesplatz. Touristengruppen müssen sich nicht durch parkierende Autos kämpfen und wenn man ein schönes Bild von unserem Parlamentsgebäude bekommen will, so ist nicht die Hälfte des Bildes eine Autorückseite. Für einmal war es sinnvoll Parkplätze in der Stadt wegzunehmen!

Worin sehen Sie die grösste Herausforderung für die städtische Politik in der nächsten Legislaturperiode?

Sicherlich ein wichtiger Punkt in der nächsten Legislatur respektive in den nächsten paar Jahren ist es, die Immobilen der Stadt Bern wieder auf Vordermann zu bringen. In den letzten Jahrzehnten sind die Unterhalte massivst vernachlässigt worden, es wurden wenige bis keine Rückstellungen für Renovationen gemacht. Das meiste Geld wurde für lustige RGM-Projekte ausgegeben. Doch der Zustand der Immobilien der Stadt Bern ist nicht mehr lustig! Schulhäuser verkommen, Büros fallen beinahe auseinander und Gebäude sind nur unzulänglich isoliert, was nicht nur unsere Umwelt belastet, sondern auch unserem städtischen Portemonnaie wehtut.

Die Herausforderung hier wird natürlich sein, allen Bedürfnissen, jeder politischen Richtung gerecht zu werden. Es wird stundenlange Debatten geben, man wird Hunderte von Kommissionen und andere Gremien beiziehen, und bis das Geschäft durch die Verwaltung durch ist, wird es auch ein gefühltes Menschenleben dauern. Wichtig wird jedoch sein, schnellst möglich zu handeln, denn der momentane Zustand hätte gar nicht erst entstehen dürfen und sicherlich nicht solange dauern sollen! Handeln ist gefragt, ideologische Differenzen müssen beiseite gelassen werden, damit uns nicht die Dächer über dem Kopf zusammenkrachen!

Für welches Thema wollen Sie sich hauptsächlich engagieren? Mit welchen Ziel?

KMU: Ich setze mich für einen starken Wirtschaftsstandort Bern ein. Es ist wichtig, dass sich Unternehmen in unserer Stadt wohlfühlen und dass sie möglichst lange hier bleiben. Stärken wir unsere Wirtschaft, so stärken wir unsere Stadt. Dies sollte unser Ziel sein, unsere Stadt stark zu machen und nicht mit unnötigen Auflagen zu schwächen.

Bildung: Bildung ist unsere wichtigste Ressource! Fahren wir fort mit unseren Sparkursen in der Bildung, zerstören wir das Fundament unserer Demokratie. Es ist wichtig, dass unsere Bevölkerung die bestmögliche Bildung erhält, dass sie sich bestmöglich in unsere Gesellschaft und in unsere Wirtschaft einbringen kann. Bildung soll individuell gelehrt werden, dass sich jeder nach seinen Fähigkeiten entfalten kann.

Soziales: Die ehrenamtliche Arbeit liegt mir besonders stark am Herzen. Ich engagiere mich selbst mehrheitlich ehrenamtlich. Deshalb sehe ich häufig, dass mehrere Organisationen respektive Akteure genau die gleiche Problematik bewirtschaften und deshalb häufig in Konkurrenz arbeiten oder sich tangieren. Würde man die ehrenamtliche Arbeit besser koordinieren, so könnte man neue Kapazitäten auf diesem Gebiet schaffen und die neugewonnenen Ressourcen verwenden, um mehr staatliche Aufgaben an Private zu übergeben.

Haben Sie ganz konkrete Anliegen zu Änderungen/Neuerungen in Ihrem Quartier?

Sicherlich werde ich mich in der nächsten Zeit gegen die neue Velobrücke zwischen Breitenrain-Lorraine und Länggasse-Felsenau einsetzen. Da ich es nicht notwendig finde, eine neue Brücke in unser Stadtbild aufzunehmen. Zudem hat der Verband Bürgerliches Bern Nord (VBBN) eine gute und solide Alternative zur Velobrücke erarbeitet. Es soll keine neue Velobrücke entstehen, man kann auf der Lorrainebrücke auch den freien Streifen, den wir momentan noch haben, als Velostreifen nutzen. Somit ersparen wir Stadt Berner uns Millionenausgaben, weiter werden bereits bestehende Ressourcen genutzt und unser Stadtbild wird nicht verunstaltet.

Zudem setze ich mich dafür ein, dass Hauptverkehrsachsen (Rodtmatt- und Winkelriedstrasse) nicht mit verkehrsberuhigenden Massnahmen behindert werden und somit der Verkehrsfluss unterbrochen wird. Wir können auch nicht mit einer 20er Zone den Verkehr eindämmen. Fakt ist: Es wollen immer mehr Leute mit ihrem Auto in die Stadt oder durch die Stadt. Des weiteren müssen im Breitenrainquartier wegen des Parkplatzmangels Projekte angegangen werden, bei denen wir nach Lösungen für die Unterstellung der Autos suchen.

Journal B hat StadtratskandidatInnen vier Fragen vorgelegt mit der Bitte, sie als roten Faden für eine Stellungnahme zu benutzen. Die Fragen lauten: 1. Was bedeutet für Sie RGM resp. welche wichtigsten Errungenschaften hat RGM erreicht? 2. Worin sehen Sie die grösste Herausforderung für die städtische Politik in der nächsten Legislaturperiode? 3. Für welches Thema wollen Sie sich hauptsächlich engagieren? Mit welchen Ziel? 4. Haben Sie ganz konkrete Anliegen zu Änderungen/Neuerungen in Ihrem Quartier? Im Rahmen dieser Serie werden die Stellungnahmen dokumentiert.