Aare
°

Journal B

Sagt, was Bern bewegt
Aare
°

«Stopp Kuscheljustiz» sagt Demo ab

Am Samstag wird keine Demonstration auf dem Bundesplatz stattfinden. Wie der Gemeinderat mitteilte, hat der Verein «Stopp Kuscheljustiz» sein Gesuch zurückgezogen. Das Polizeiaufgebot bleibt jedoch dasselbe.

Um halb eins gab der Veranstalter Dominik Pfister über die Facebook-Veranstaltung bekannt, dass die geplante Demonstration von diesem Samstag nicht stattfinden wird: «Nach monatelanger Vorbereitung (...) habe ich mich heute entschlossen, die Veranstaltung abzusagen.» Dies, nachdem der Gemeinderat eine Bewilligung erteilt und ein grosses Dispositiv an Polizeieinsatzkräften aufgeboten hatte.

In seinem Schreiben erwähnte Pfister, dass er «alleine in der Verantwortung» stünde und er ebenso «die innere Sicherheit garantieren» müsse. Zwei Aussagen, die bereits im Vorfeld auf Facebook die Unsicherheit in der Planung der Demonstration zu erkennen gaben.

Organisatorische Probleme

Schon länger scheint es hinter den Kulissen des Vereins «Stopp Kuscheljustiz» Probleme bei der Organisation zu geben. Seit dem 6. März waren die Organisatoren verzweifelt auf der Suche nach Personen, um die eigene «Sicherheitsarmee» zu vergrössern.

Zudem trat der Vizepräsident Benjamin Moser vor einigen Tagen aus dem Verein aus, wie ein Facebook-Post von Dominik Pfister zeigt: «Benjamin Moser ist ab sofort nicht mehr dabei.» Pfister sei auf der Suche nach einer starken Persönlichkeit, die mit ihm den Weg zur Demo beschreiten möchte.

Auf sich alleingestellt und (nach seinen Angaben) von vielen «massiv angegangen, diffamiert und denunziert» scheint Dominik Pfister unter dem Druck der Öffentlichkeit eingebrochen zu sein. Und so habe er sich «seiner Gesundheit zu liebe entschieden, zurückzutreten».

Der Gemeinderat hält am Entscheid fest

Derweil weicht der Gemeinderat nicht von seinem Entscheid ab, keine weiteren Kundgebungen zu bewilligen. In einer heute Mittag veröffentlichten Mitteilung bestätigt er, dass die Polizei noch immer den Auftrag habe, «keine unbewilligten Kundgebungen zu tolerieren».

Daher erwartet der Gemeinderat, dass der Entscheid von allen respektiert werde und «entsprechende Kundgebungsaufrufe» zurückgenommen würden. «Obwohl die geplante Demonstration nun abgesagt wurde, ist die sicherheitspolizeiliche Beurteilung weiterhin heikel», sagte Reto Nause, Gemeinderat der Stadt Bern, auf Anfrage von Journal B.

Ehemalige Teilnehmende der abgesagten Demonstration würden womöglich trotzdem nach Bern reisen, womit die Lage unverändert bleibe, so Nause: «Wir gehen nach wie vor von einem gewissen Gewaltpotential aus». Daher halte man am geplanten Sicherheitsdispositiv fest.

Über die Anzahl Polizistinnen und Polizisten, die am Samstag auf Berns Strassen stehen werden, sowie die Kosten für den Sicherheitsaufwand wollte der Sicherheitsdirektor keine Auskünfte erteilen.