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Gegen die Schliessung der KaWeDe

Aus den Quartieren

Pünktlich zum 80. Geburtstag des Berner Kult-Bads Ka-We-De wurde Ende 2013 ein Verein zur Unterstützung der «Old Lady Ka-We-De» aus der Taufe gehoben, um die Sportstätte im Osten der Stadt zu retten.

Der Verein heisst schlicht Ka-We-De-Verein, besteht vorläufig aus Vertretern veschiedener Quartierorganisationen und setzt sich zum Ziel, die beliebte Berner Sportstätte langfristig zu erhalten. Dazu gehört nach Ansicht der VereinsgründerInnen, dass sowohl Winter- als auch Sommerbetrieb möglichst integral erhalten bleiben. Die Ka-We-De soll Treff-, Sport- und Kulturort für alle BernerInnen, für Familien und Quartierbewohner bleiben.

Bedrohliche Sparszenarien

Der Verein ist die Antwort auf die durch Stadt und Parlament gelegten Spar-Vorgaben. Das Sportkonzept von 2011 und besonders das daraus entwickelte Eiskonzept 2013 mit der Reduktion von drei auf zwei Eisfelder treffen die Ka-We-De ins Mark!

Auch wenn akzeptiert werden kann, dass sich ein Profihockey-Cluster in der Postfinance Arena bildet, kann die Ka-We-De nicht auf ein Publikumshockeyfeld verzichten und auch nicht auf Synthetic-Eis umgerüstet werden – das käme wohl einem Sterben auf Raten gleich.

Verein will Verantwortung übernehmen

Der Verein ist sich der momentan prekären Lage der Stadtfinanzen bewusst und will mit seinen Aktivitäten die Ka-We-De auch finanziell unterstützen. Besonders wichtig ist jedoch für die SupporterInnen der ersten Stunde, dass der Verein dazu beitragen soll, das integral geschützte Kulturgut und Architekturdenkmal ersten Ranges als solches besser in der Wahrnehmung der BernerInnen zu verankern.

Bauten aus den 30er-Jahren sind in Bern nicht eben häufig und die Ka-We-De ist sowohl programmatisch als auch in der Erscheinung eine erstklassige Vertreterin dieser Zeit.

Ungenutztes Potential orten

Schwierig werden könnte auch die in einigen parlamentarischen Vorstössen angepeilte enge Zusammenführung von Ka-We-De und Tierpark. Der Verein will dagegen die eigenständige Entwicklung der Ka-We-De als Sport-, Kultur- und Treffort fördern. Ein Kulturkonzept und ein ergänzendes Betriebskonzept sollen bis im Frühsommer erarbeitet werden.

Trotz dem Bekenntnis zur Eigenständigkeit wehrt sich der Verein aber nicht dagegen, Teil eines gesamtstädtisch und touristisch zu entwickelnden «Familienperimeters Dählhölzli» zu werden. Entsprechende Synergien sind noch auszuloten!

Wie weiter?

Der Verein hat sich bereits mit Gemeinderätin Franziska Teuscher getroffen, um über weitere Entwicklungsszenarien der Ka-We-De zu diskutieren. Er wird aktiv in der städtischen Arbeitsgruppe Ka-We-De unter Federführung der BSS mitmachen und in Absprache mit der Projektleitung gewisse Arbeitsgrundlagen respektive Diskussionsbeiträge erarbeiten.

Insbesondere will der Verein ein den Sportbetrieb ergänzendes Kulturkonzept  erarbeiten, eine breit im Quartier und der Berner Bevölkerung verankerte Trägerschaft fördern sowie nach Sponsoringmöglichkeiten suchen.

In der bevorstehenden Diskussion im Stadtrat am 30. Januar werden die Karten neu gemischt; für Berns Osten steht einiges auf dem Spiel: Die KaWeDe darf nicht dem an sich konsistenten Eiskonzept geopfert werden – sie muss zum Nutzen Aller integraler Teil des Berner Sportangebots bleiben.