Aare
°

Journal B

Sagt, was Bern bewegt
Aare
°

Das Jahr 2013 in zwölf kurzen Einblicken

Jahresrückblick von Aline Trede: Was bedeuten die ersten Worte des eigenen Kindes? Was, wenn man selbst dreissig wird? Und wie wird «Zum Beispiel Suberg» die Welt verändern? Das Jahr 2013 hat ein paar Antworten gebracht.

Das erste Quartal

Im Januar nähe ich stundenlang auf dem Spili am Schützenweg an unserem DOK-Jubiläumsdrachen. Der DOK (Dachverband für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern) feierte im 2013 sein 20jähriges Bestehen. Der Drache fuhr das ganze Jahr von Treff zu Treff und war die Kinderattraktion schlechthin.

Im Februar stirbt ein langjähriger politischer Mitstreiter an Krebs. Hans, du bist politisch eigentlich immer mit dabei und wir fragen uns bei Entscheidungen oft: Was hättest du wohl dazu gesagt?

Im März werde ich im Nationalrat vereidigt. Und auch ich habe, trotz Anti-Kitsch-Syndrom, eine Gänsehaut bei der Eidsprechung bekommen.

Das zweite Quartal

Im April beginnt mein Sohn seine ersten Worte zu sagen. Für mich wird das Leben auf einen Schlag viel einfacher. Plötzlich verstehe ich seine Welt und muss nicht mehr nach «trial and error» funktionieren.

Im Mai drehen wir den Film «ADE!Geranium», der Ende Jahr den Prix Cinérgie gewinnen wird. Kurz und klar erklärt, wie einfach man ein Geranium auf dem Balkon durch ein Solarpanel ersetzen kann. Sehenswert.

Im Juni nahm ich am Parlamentarierschiessen teil, was mir viel Kritik eingebracht hat, aber auch neue Türen in eine sehr andere Welt öffnete. Getroffen habe ich nichts, weder die Scheibe noch sonstwas.

Das dritte Quartal

Im Juli herrscht politisch das grösste Januar-, Sommer-, Neujahrsloch, das ich je erlebt habe. So wenig ist in meiner politischen Karriere noch in keinem Sommer abgegangen. Weder eine Rücktrittsforderung noch ein Positionspapier durchbrachen die Stille. Was bleibt, ist die Frage, warum haben wir das nicht besser genutzt?

Im August werde ich 30. Und obwohl ich mir eigentlich nichts aus Geburtstagen mache, musste reingefeiert und viel getrunken werden. 30 ist halt schon irgendwie anders als 20. Das werde ich mit 40 wohl auch wieder sagen.

Im September werde ich Kolumnistin von Journal B. Was gibts Besseres?

Das vierte Quartal

Im Oktober mache ich zum ersten Mal seit zehn Jahre drei Wochen Ferien am Stück. Eigentlich haut mich der Gedanke daran noch heute um. Es war einfach – unbeschreiblich.

Im November sehe ich den Film «Zum Beispiel Suberg» von Simon Baumann. Obwohl ich nicht auf Dokumentationsfilme stehe und sie oftmals deprimierend oder langweilig finde, hat mich dieser Film sehr berührt. Und vor allem zum Nachdenken angeregt. Ich hoffe, dass viele Menschen, ob Städter oder Dörfler, sich diesen Film zu Gemüte führen und wirken lassen. Vielleicht ändert er mehr, als jegliche politische Abstimmung, die wir bewältigt haben oder noch vor uns haben.

Im Dezember erreicht der Alkoholkonsum während der Wintersession der eidgenössischen Räte mit all den Feierlichkeiten und Weihnachtsessen seinen absoluten Höhepunkt. Ich bin froh, ist die Session Mitte Dezember vorbei und folgen nur noch zwölf Weihnachtsessen, zwei Familienschläuche und ein Silvesterabend.

Schliessen wir dieses spannende Jahr mit Ironie ab.