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Neue Perspektiven für das Südufer

Aus den Quartieren

Berns einziger See wird aufgewertet: Am Südende des Egelsees sollen der Entsorgungshof und die Strassenreinigung ausziehen. Damit wird das Ufer frei für eine neue Nutzung. Vieles ist denkbar – das Quartier macht sich schon heute Gedanken.

Die erste Etappe der Planung des Stadtteilparks Wyssloch ist unter der Federführung des Stadtplanungsamts erfolgreich abgeschlossen. Es zeigt sich deutlich, wie vielen verschiedenen Interessen das Gesamtkonzept für einen übergeordneten Grünraum gerecht werden muss: Die Wünsche reichen von einem Kultur-Spazierweg für den Kunst- und Kulturort Kleemuseum bis zur beliebten Hundespaziermeile, von der ökologisch aufgewerteten Naturlandschaft bis zum Standort einer Tagesschule im Grünen, vom ästhetischen und ruhigen Vorpark für teure Wohnanlagen bis zum Fussballplatz, vom unkonventionellen Brachlandspielplatz für Jung und Alt im Quartier bis zum Familiengartenareal. Es liegen viele Ideen auf dem Tisch – und es gibt wohl noch mehr davon.

Ziel: Nutzungskonzept «Egelsee für alle»

In der zweiten Planungsetappe stehen nun der See selber und das am Südende gelegene Areal des Entsorgungshofs im Fokus. Der lang ersehnte Auszug des Entsorgungshofs soll bereits 2015, derjenige der Strassenreinigung 2017 erfolgen.

Die frei werdenden Gebäude und das Gelände sollen einer sinnvollen, mehrheitlich öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Ein Nutzungskonzept ist zu formulieren. Die QUAV4 setzt sich in diesem Prozess besonders dafür ein:

- dass die Formulierung eines Nutzungskonzepts unter Einbezug einer breiten Öffentlichkeit
geschieht,

- dass der Aspekt der öffentlichen Nutzung der Freiflächen gegenüber den Interessen Einzelner stärker gewichtet wird,

- und dass die Gebäude, bis sie einer finanzierbaren und gemeinsam definierten Nutzung zugeführt werden, einer quartierverträglichen Zwischennutzung zur Verfügung stehen.

Die aktuelle Finanzsituation der Stadt erlaubt keine grossen Sprünge. Es geht darum, Optionen für die Zukunft offen zu halten und aus den aktuellen Gegebenheiten ein Optimum an öffentlicher Nutzung herauszuholen. Der Quartierleist SOML ist als langjährig engagierter «Hüter des Egelsees» intensiv einzubeziehen. Ein möglichst breiter Einbezug weiterer potentieller Interessengruppen ist anzustreben, um viele Ressourcen zu aktivieren.

Arbeitsgruppe am Werk

Der Prozess soll ausloten, welche Bedürfnisse die Quartierbevölkerung und allfällige weitere Nutzergruppen haben und welche Ressourcen sie aufbringen können um ein erwünschtes Projekt zu realisieren. Eine breit angelegte Diskussionsrunde für Februar 2014 ist angedacht. Der entsprechende Auftrag ist von der Stadt zu formulieren und zu genehmigen.

Das Resultat dieser Phase soll ein realisierbares Nutzungskonzept sein. Das Resultat der Diskussionsrunde bestimmt das weitere Vorgehen und das Projekt.