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Journal B

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Die Welt, entfremdet aber wahr.

Die Bern-Zürich Kollaboration «Katzenheim» veröffentlicht mit «Wahre Welt» ihre jüngste Single. Wir zeigen Song und Clip hier exklusiv als Vorpremiere.

Lorenzo Bonati, Thomas Blanchat, Patrick Lerjen, Simon Rupp und Fabian Baer sind Katzenheim (Foto: Attila Janes)

Deutschpop aus der Isolation. Die fünf Musiker der Band «Katzenheim» spielen Sounds, die mitlaufen. «Wahre Welt» ist die insgesamt fünfte Single der Gruppe aus Bern und Zürich. In den Songs schwingt musikalisches Sehnsuchtsgemisch mit, doch wohin sehnt es sich? Die Texte bleiben diffus, der Sound wird in «Wahre Welt» aber greifbarer, wenn auch psychedelischer und abgehobener als zuvor. Die passende Entfremdung findet über das Musikvideo, eine Art unkuratierte Bilderschau, statt. Produziert hat es die Künstlerin Tamara Janes (SCHAU Visuals). Journal B zeigt das Video hier als Vorpremiere und sprach mit Sänger Lorenzo Bonati.

 

 

Im Februar habt ihr eure erste EP «Hinter dem Licht» veröffentlicht, nun erscheint die Single «Wahre Welt». Steht ein Album an?

Lorenzo Bonati: Ja, wir planten ursprünglich, auf Anfang Jahr ein Album zu veröffentlichen. Die Songs dazu hatten wir beieinander. Leider machte dies nicht viel Sinn, da wir ein Album nicht mit einer Tour begleiten konnten. Deshalb entschieden wir uns dazu, die Songs zunächst als Singles zu veröffentlichen. Damit etwas läuft und unsere Musik unter die Leute kommt. Wann das Album als Ganzes kommt, können wir noch nicht abschätzen. Wir hoffen auf den Herbst.


Wie hat sich Katzenheim – die Bandmitglieder leben in Bern und in Zürich – gefunden?

Wir kennen uns schon länger, aus unterschiedlichen Bandkonstellationen, zuletzt bei Matto Rules und Electric Blanket. Neuerdings ist unser Keyboarder und Produzent Patrick Lerjen auch mit seinem Soloprojekt Silver Birch am Start. Aber nach Matto Rules hatten wir Lust auf einen Neuanfang, auf eine andere Sprache und einen gemeinschaftlicheren Ansatz beim Songwriting. Unsere Songs schrieben wir zusammen im Bandraum, jeder trug seinen Teil dazu bei. Das war eine schöne Erfahrung, mit allen Schwierigkeiten, die es mit sich brachte.

Katzenheim hat sich 2020 gegründet, inmitten der sozialen Isolation, wie ihr selbst schreibt. Kann man eure Musik nur im Rahmen der Umstände verstehen, in denen sie entstanden ist?

Die Umstände hatten sicher einen Einfluss, wir waren nicht abgelenkt und konnten uns aufs Wesentliche konzentrieren. Wir begannen aber schon vor dem Lockdown, neue Songs und Texte zu schreiben. Mit Corona bekamen die Stücke dann einen unverhofft aktuellen Bezug – das war eigentlich nicht geplant, wir liessen es einfach zu.


Physische Bühnen standen und stehen euch nicht offen. Zu allen veröffentlichten Singles erscheinen Videoclips in Form digitaler Collagen. Richtet ihr eure Musik am Zeitgeist aus?

Der Zeitgeist ist, wie er ist. Uns war das Bild zur Musik schon immer wichtig und das Digitale schafft einen schönen Kontrast zu unserer eher organischen Musik. Aber ja, dass wir die Songs alle als Singles veröffentlichen, entspricht sicher einem gewissen  Zeitgeist. Dieser ist sehr Song-orientiert, was viel mit der Art zu tun hat, wie die Leute heute Musik hören – weniger auf physischen Tonträgern und mehr in Form von Spotify-Playlists. Die Bedeutung des Albums rückt dadurch in den Hintergrund, was ich eigentlich schade finde. Unsere Songs sind in derselben kreativen Phase entstanden, deshalb wollen wir sie schlussendlich auch alle auf einem Album vereinen.