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Franz Werfel: Ein vergessener Wegbereiter

Franz Werfel störte sich an der elitären Kunst seiner Zeit und wollte sie demokratisieren und einer breiten Masse zugänglich machen. Im neusten Subkutan Talk berichtet Werfel-Expertin Amanda Baghdassarians über den Einfluss des Schriftstellers auf die hiesige Kultur, insbesondere die Musik.

 Franz Werfel, fotografiert 1940 von Carl van Vechten. (Bild: Wikimedia Commons)
Als am 20. September 1890 der Schriftsteller Franz Werfel in Prag das Licht der Welt erblickt, ahnt noch niemand wie prägend er für unsere Zeit, insbesondere für die heutige Popmusik, sein wird. Heute weitgehend vergessen, wird Franz Werfel zusammen mit seinen antielitären Künstlerfreunden nach dem 2. Weltkrieg federführend in der Reformierung der musikgeschichtlichen Entwicklung Europas. Korsetts, Wienerwalzer und der östereichische Kaiser sind Geschichte und es wird Zeit, die elitäre Kunst zu hinterfragen. Allem voran die pompösen, abgehobenen Opern Richard Wagners. Franz Werfel und seine Künstlerfreunde wollen die Kunst demokratisieren und einer breiten Masse zugänglich zu machen, wie einst Giuseppe Verdi mit seinen volksnahen Opern. Von Giuseppe Verdi und Richard Wagner handelt auch Franz Werfels Erstlingsroman, der 1924 erschien. Amanda Baghdassarians hat sich intensiv mit Franz Werfel auseinandergesetzt und ein Buch über ihn geschrieben. Evelyne Béguin hat sie zum Talk eingeladen und begibt sich mit ihr auf eine musikgeschichtliche Reise.