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Sagt, was Bern bewegt
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Gedichte, gemalt mit Farben

Die japanische Malerin Teruko Yokoi lebt seit 58 Jahren in Bern, wo sie sich auch einbürgern liess. Ihr Werdegang von Japan über die USA nach Bern ist Gegenstand einer grossen Werkschau im Kunstmuseum Bern. Im Rahmen dieser Ausstellung würdigen Weggefährten aus Bern am kommenden Sonntag das Schaffen der Künstlerin in ihrer Wahlheimat.

Teruko Yokoi, Shizen (Natur), 1960, Öl auf Leinwand. (© Teruko Yokoi, Bern)

Teruko Yokoi ist 1924 in einem Dorf in der Provinz Nagoya geboren und aufgewachsen, studierte in Tokio und erhielt 1953 ein Stipendium für die California School of Fine Arts in San Francisco. Sie landete dort im Zentrum der Beatnikbewegung und ging zwei Jahre später nach New York, wo sie sich dem abstrakten Expressionismus annäherte. Mit ihrem damaligen Ehemann, dem US-amerikanischen Maler Sam Francis, zog sie 1960 nach Paris und kam zwei Jahre später nach Bern. Dort lebt sie seit nunmehr 58 Jahren.

Werke von Teruko Yokoi sind in Bern und Umgebung viele zu bewundern. Sie hängen beispielsweise im Inselspital, in anderen Institutionen und bei privaten Sammlerinnen und Sammlern, und sie sind auch regelmässig in Ausstellungen in Galerien zu sehen, insbesondere in der Galerie Kornfeld, aber auch in anderen Galerien und an anderen Orten in der deutschen Schweiz. Und zurzeit ist ihr eine grosse Ausstellung im Kunstmuseum Bern gewidmet.

«Tokyo – New York – Paris – Bern» heisst die Ausstellung, die seit dem 31. Januar und noch bis zum 10. Mai im Kunstmuseum zu sehen ist. Sie folgt dem Lebensweg der Künstlerin von Tokio über die USA und Paris bis zu ihren ersten Jahren in Bern. Sie zeigt Werke aus den 50er- und 60er-Jahren, konzentriert sich also auf die Zeitspanne zwischen dem Weggang von Japan und dem Aufbau einer Wahlheimat in Bern. In dieser Zeit entwickelte die Künstlerin in der Auseinandersetzung zwischen traditioneller japanischer Malerei und der Nachkriegsmalerei der europäischen und US-amerikanischen Moderne ihren ganz eigenen Stil, den sie selbst als «Gedichte, gemalt mit Farben» bezeichnet.

Sozusagen als Ergänzung zu dieser Werkschau widmet sich eine begleitende Veranstaltung dem späteren Wirken in der neuen Wahlheimat Bern. Weggefährten erzählen vom Werkschaffen der Künstlerin in der Schweiz und von ihrer Bedeutung für das hiesige Kunstschaffen. Magdalena Schindler spricht darüber mit Theresa Batthacharya-Stettler und Fred Zaugg. Die Veranstaltung findet am kommenden Sonntag, 8. März, um 11.00 Uhr im Kunstmuseum Bern statt.