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Münstergasse Nr. 4 und Nr. 61

Das Kleine und das Grosse liegen in Bern nebeneinander. Zwei Ausstellungen zeigen dies wieder.

Fotoaufnahme bei Nacht vom 19. Stock des Swisscom-Hochhauses in Ostermundigen mit Blick Richtung Osten. (Foto: Dominique Uldry)

Es sind 200 Schritte zwischen dem Affspace und der Bibliothek. Beide liegen an der Münstergasse, Nummern 4 und 61. Die zwei Kulturorte könnten unterschiedlicher nicht sein: Hier der vor drei Jahren gegründete Offspace für Architektur, da die älteste Kultureinrichtung der Stadt und auch die erste öffentliche Bibliothek der Schweiz. Dem imposanten, urbernischen Haus, das vor kurzem aufwendig restauriert und umgebaut worden ist, steht ein ehemaliger Laden mit Schaufenster zur Gasse gegenüber.

Eines vereint gegenwärtig beide: Sie zeigen Kabinettausstellungen, die eine mit Fotografien von Dominique Uldry, die andere mit Zeichnungen von Eugen Bachmann-Geiser. Uldry fotografiert während eines Jahres vom 19. Geschoss des Swisscom-Hochhauses in Ostermundigen in alle Himmelsrichtungen. Bachmann-Geiser zeichnet mit Füllfeder und Farbstiften als «artist in residence» (wie Mario Venzago es an der Vernissage nannte) Musikerinnen, Musiker und Dirigenten in Aktion. Dies ergibt bewegte Skizzen aus mehrfarbigen Linien, die das Musizieren und das Dirigieren als Tätigkeiten sichtbar machen. Uldrys Arbeit führt zu fachmännischen Fotografien von betörender Qualität, die das nahe Umfeld des Swisscom-Turms und den Blick in die Weite verbinden.

Eugen Bachmann-Geiser zeichnet mit Füllfeder und Farbstiften Musikerinnen, Musiker und Dirigenten in Aktion. (Bild: Eugen Bachmann-Geiser)

Eugen Bachmann-Geiser zeichnet mit Füllfeder und Farbstiften Musikerinnen, Musiker und Dirigenten in Aktion. (Bild: Eugen Bachmann-Geiser)

Eugen Bachmann-Geiser wird im neuen Casino - anlässlich dessen baldiger Eröffnung die Ausstellung in der Bibliothek Münstergasse stattfindet -  weiterhin zeichnen, Dominique Uldry wird sein Projekt im nächsten Halbjahr abschliessen. Es geht weiter, die Kunst hört nicht auf.

Die Ausstellung in der Bibliothek dauert bis 27. Oktober jene im Aff-Space geht bis zum 13. Oktober. Fotos und Zeichnungen sind zu kaufen.

Noch etwas: Warum heisst der Offspace für Architektur «Affspace»? Er heisst so nach dem unbehauenen Stein, den die Steinmetzen Aff nennen, und dies macht vis-à-vis des Münsterchors Sinn. Und er liegt im Haus der Zunftgesellschaft zum Affen, ehemals Vereinigung der steinhandwerklichen Berufsleute