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Ein grosses Potential

Die neue Leiterin von KulturStadtBern heisst Franziska Burkhardt. Eine logische Wahl. Und eine, die beträchtliche Änderungen bringen wird und muss.

Am 1. Februar 2019 wird Franziska Burkhardt das Amt antreten, das früher Kultursekretär bzw. Kultursekretärin hiess. Bis dann schliesst Veronica Schaller die Vorbereitung der Leistungsvereinbarungen für die Periode 2020-2023 mit Kulturinstitutionen und –organisationen ab und ein paar weitere administrative Arbeiten. Dann geht sie nach fast 10 ½ Jahren in Pension.

Franziska Burkhardt, 52, in Bern aufgewachsen, studierte Geschichte und Slawistik und hat vielfältige Berufserfahrungen im Bereich der Kultur. Sie war im Rahmen der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia zuerst als Programmverantwortliche für Bosnien, Serbien und Makedonien, danach als interimistische Leiterin des von der DEZA finanzierten «Swiss Cultural Programme in the Balcans and the Ukraine» tätig. Beim Festival international des films de Fribourg leitete sie die Geschäftsstelle. Im Bundesamt für Kultur führte sie zuerst die Sektion Kultur und Gesellschaft, danach die Sektion Kulturschaffen in der Zeit, da das neue Kulturförderungsgesetz eingeführt wurde. Sie gestaltete den Zusammenschluss der Schweizerischen Theatersammlung in Bern mit dem Tanzarchiv in Lausanne und Zürich zum Schweizer Archiv der darstellenden Künste und ist dessen Stiftungsratspräsidentin. Seit ein paar Jahren ist sie in Teilzeit Geschäftsführerin des Kulturzentrums PROGR in Bern. Zu den externen Projekten, die sie durchführt, gehört aktuell der Vorsitz der Findungskommission für die neue Leitung des Theater- und Tanzhauses Gessnerallee in Zürich.

Für Bern besonders wichtig war der von Franziska Burkhardt geleitete Prozess, der zur städtischen Kulturstrategie 2017-2028 führte, einem zweigliedrigen Werk, das einerseits ein Leitbild für 12 Jahre umfasst, andererseits jeweils für vier Jahre Ziele und Massnahmen konkret bestimmt. An diesem vorbildlichen Prozess waren viele, viele Akteurinnen und Akteure aus allen Bereichen des kulturellen Schaffens im weitesten Sinn beteiligt.

Franziska Burkhardt ist eine starke Persönlichkeit, erfahren und selbstbewusst, eigenständig und bereit, zuzuhören und die eigene Position hinterfragen zu lassen. Sie ist eine Kommunikatorin, die nicht nur sendet, sondern auch empfängt. Sie verschanzt sich nicht im Büro, sondern geht hinaus und stellt sich den Leuten. Nach zehn Jahren eröffnet dies eine erfrischende Aussicht. Mit Sibylle Birrer (Kulturförderung Kanton Bern und Patrizia Crivelli (Burgergemeinde Bern) bildet sie ein starkes Team von Frauen, die auch Neues wagen. Dies nährt die Hoffnung, das grosse Potential der Kultur in Bern könne sich noch ganz anders entwickeln. Für sich und für uns.