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Oberwil-Lieli: Dorf als Diagnose eines Landes

Gegen Rassismus

Pünktlich zur 7. Berner Aktionswoche gegen Rassismus bringen die Kummerbuben einen Song, der jenem Dorf gewidmet ist, das Geld bezahlt, um keine Ausländer aufnehmen zu müssen.

Zu ihrem Lied schreiben die Kummerbuben:

«Den Kummerbuben ergeht es ähnlich wie vielen anderen Menschen hierzulande: Ihnen ist es nicht mehr wohl in der Schweiz. Zumindest nicht in jener Schweiz, zu der gewisse Kreise dieses Land machen wollen. Einem Land, das keine Ausländer und Flüchtlinge haben will, das Menschenrechte in Frage stellt, auf den Armen herumtrampelt und den Reichen bauchpinselt, einem Land, das sich abschottet vom Rest der Welt, aber seine Edelweisshemden in Drittweltstaaten zu Hungerlöhnen nähen lässt und seine Waffen an Folterstaaten verkauft. 

Die Kummerbuben hätten daher einen Vorschlag, der vielleicht besser für uns alle wäre: Macht euch doch selber einen Staat. Täglich Samstigsjass im TV und 24h Heimweh-Musik im Radio, Gartenzwerge statt Ausländer und Schweinsgeschnetzeltes statt Meinungsvielfalt. Und sie wüssten auch schon die ideale Hauptstadt: Oberwil-Lieli. 

Entstanden ist der Song an einem dieser Abende im Bandraum, in denen man einfach mal drauflos spielt. Die Band fand: jetzt nicht gross dran rumdoktern, stellte paar Mikrophone auf, nahm den Song gleich im Probelokal auf. Das Video drehte der Filmer Yannick Mosimann in makelloser Heile-Schweiz-Umgebung – die heile Schweiz liegt übrigens in einer Baracke unter einer Autobahnbrücke bei Ausserholligen  (Spezialdank an den Berner Modell-Eisenbahn-Club). Das Lied ist all jenen Leuten gewidmet, die sich eine tolerante und weltoffene Schweiz wünschen.»

Die laufende Berichterstattung zur 7. Aktionswoche gegen Rassismus ist eine Ko-Produktion zwischen Journal B und www.studizytig.ch.