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Wieder eine neue Hoffnung

Stephanie Gräves Nachfolge ist geklärt. Cihan Inan heisst der neue Schauspieldirektor von Konzert Theater Bern. Bern kann ihn bald kennenlernen.

47 Jahre alt, in Burgdorf geboren, Studium in Bern, Berufserfahrungen als Dramaturg, Regisseur, Drehbuchautor, Consultant, Filmer an einigen Orten im deutschen Sprachraum. Das ist Cihan Inan, Schauspieldirektor bei Konzert Theater Bern ab Spielzeit 2017/2018 mit einem zweijährigen Vertrag, weil 2019 auch der Vertrag des Intendanten endet.

15 Personen standen auf der Longlist von Intendant Stephan Märki, drei davon prüfte eine dreiköpfige Auswahlkommission und befand alle für valabel. Auf Antrag Märkis wählte der Stiftungsrat nun Inan. Öffentlich ausgeschrieben worden war die Stelle trotz entsprechender Forderungen aus der Theaterwelt nicht, da dies – so Märki – unüblich sei.

Inans Arbeit kann man schon bald selber prüfen: Am 10. September wird in Bern Jürg Halters erstes Theaterstück uraufgeführt, „Mondkreisläufer – eine Heimsuchung in vier bis unendlich vielen Akten", inszeniert von Cihan Inan.

In der Medienmitteilung schreibt Intendant Märki, Inan verfüge über eine „sehr interessante künstlerische Vita, die frische Impulse für das Berner Schauspiel und einen innovativen Blick über den Tellerrand des Theaterszene hinaus" verspreche. Inans künstlerisches Netzwerk sei „äusserst interessant", er werde das Ensemble „mit vielversprechender Aussicht auf eine spannende künstlerische Arbeit" voranbringen. Eine Arbeit, die „vor allem mit dem Ort und den Menschen im Hier und Jetzt zu tun" habe.

Cihan Inan sagte seinerseits, man sei sich in der Auswahlkommission rasch einig gewesen, was KTB sei und sein solle: „eine Kulturstätte, die einerseits in und mit der Stadt Bern verankert ist und die lokale und regionale Kultur zu integrieren versteht – mit dem Ziel einer über die Schweizer Grenzen strahlenden, eigenständigen Qualität".

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Nur Superlative zum Neuen sind zu hören. Das ist normal. Dennoch: Es erinnert an Märkis Vorschusslorbeeren für Stefanie Gräve vor zwei Jahren. Was nach wenigen Monaten davon geblieben ist, wissen wir.

Wir wissen auch: Da wird jemand Schauspieldirektor, der seit 12 Jahren selber nicht fürs Theater inszeniert hat und in seinem einjährigen Engagement als Chefdramaturg am Neumarkttheater in Zürich kaum Spuren hinterliess.

Und natürlich fragt man sich: Wenn dies der Beste des Dutzends ist, wie gut sind die für valabel erklärten anderen beiden des näher in Augenschein genommenen Trios? Und weshalb gerade er bzw. gerade sie nicht?