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Journal B

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Das Theater im Stadttheater

Nach fristloser Freistellung, medialer Anschwärzung und perfiden Unterstellungen ist es genug. Das Theater im Stadttheater muss beendet werden. Das KTB steht in der Pflicht, eine faire Lösung mit Stephanie Gräve zu finden.

Was bisher geschah

Erster Schritt: Auf Antrag des Intendanten stellt der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern (KTB) am 21. Januar 2016 Schauspieldirektorin Stephanie Gräve sofort frei.

Zweiter Schritt: Stephanie Gräve wird Mitte Februar mitgeteilt, der Arbeitsvertrag werde bei Auslaufen am 31. Juli 2019 (!) nicht erneuert werden. Der Vizepräsident des Stiftungsrats, Marcel Brülhart, und Gräves Anwalt nehmen Verhandlungen auf für eine vorzeitige Auflösung des Vertrags.

Dritter Schritt: Während der Verhandlungen gibt Intendant Stephan Märki dem „Bund" ein Interview. Er gibt darin Gräve die Schuld an einer nicht zustande gekommenen Mediation, erklärt sie für nicht teamfähig. In 30 Jahren Theaterarbeit habe er noch mit niemandem vergleichbare Konflikte gehabt. (Eine kuriose Aussage: Wer in der Theaterszene die Ohren offen hält, hört von zahlreichen Konflikten, in die Märki verwickelt war.)

Vierter Schritt: Es werden in Bern und in der Theaterszene Gerüchte und Vorwürfe über Stephanie Gräve gestreut, offenbar von Märki selbst und aus seinem engsten Umfeld. So wird zu Unrecht behauptet, Gräve sei bereits an ihrem vorherigen Arbeitsplatz freigestellt worden. Es wird wahrheitswidrig unterstellt, die Schauspieldirektorin sei in sozialen Netzwerken aktiv und mache KTB unter dem Schutz der Anonymität schlecht. Es wird ihr als mangelnde Professionalität vorgeworfen, dass sie weiterhin Vorstellungen des Theaters besucht und Kontakt zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat. Gemeint sind dabei Künstlerinnen und Künstler, die sie engagiert hat und mit denen sie zum Teil seit zehn, zwanzig Jahren arbeitet.

Was daraus folgt

Fazit: Märki unternimmt alles, um eine faire Lösung der Auseinandersetzung mit Stephanie Gräve zu verhindern. Er nutzt den Umstand, dass sie vertraglich zum Schweigen verdammt ist und sich daran hält. Er schädigt bewusst oder gedankenlos Stephanie Gräves Ruf und mindert damit ihre Aussichten auf eine neue Anstellung. Er schmälert damit auch die Chancen von KTB, nicht die ganze Lohnsumme bis Mitte 2019 bezahlen zu müssen.

Notwendige Folgerung: Der Stiftungsrat muss dem Intendanten weitere Verlautbarungen in dieser Sache verbieten. Märki hat genug Schaden angerichtet. Der Stiftungsrat oder sein Präsidium muss Stephanie Gräve rehabilitieren und dafür sorgen, dass die Verhandlungen über die vorzeitige Vertragsauflösungzu einem raschen und guten Ende kommen. Der Stiftungsrat muss die Schauspieldirektion öffentlich neu ausschreiben und dafür sorgen, dass nicht einfach Märkis Favoritin, sondern der am besten qualifizierten Kandidatin oder dem am besten qualifizierten Kandidaten die Aufgabe übertragen wird .

Nachsatz

„Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat", schrieb Dürrenmatt in den 21 Punkten zur Komödie Die Physiker. Es sieht so aus, als bewahrheite sich dies gerade im vorliegenden Fall. Die Verantwortlichen sind daher aufgefordert, dem schädlichen und schändlichen Theater im Stadttheater ein rasches Ende zu bereiten. Dazu gehört, dass es ein Ende haben muss mit Märkis Versuch, Stephanie Gräve einfach aus Bern wegzuekeln, mit der dummen Unterstellung, es gehöre zur Professionalität im Metier, sich einfach nicht mehr zu zeigen.

Zu unserer Professionalität gehört es, weiter zu fragen: Was soll Stephanie Gräve denn tun, nachdem sie in diese Lage gebracht worden ist? Und was tut der Stiftungsrat, dass diese unwürdige Kampagne gegenüber seiner Arbeitnehmerin endlich aufhört?