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Kunst-Stafette #58: Zimoun

Kunst-Stafette

Mit seiner Sammelstelle sorgte der Berner Installations- und Soundkünstler Zimoun 2005 für die gelungene Verwertung politischer Wortfetzen wie Ja und Nein zu dadaistischem Stammeln.

Was hat dich zu dieser Arbeit veranlasst?

Zimoun:

Die Notwendigkeit, dass nicht nur Glas und Alu, sondern auch politische Reden entsorgt und recycelt werden können.

Welchen Raum brauchst du für deine Kunst?

Für die Entsorgungsstelle wird ein gut zugänglicher Aussenraum benötigt, da politische Reden sehr sperrig sein können, was die Anlieferung dieser etwas erschwert. 

Sind gesellschaftliche Fragen Thema deiner Kunst?

Ich selbst verknüpfe meine Arbeiten mit sehr unterschiedlichen Themen, auch mit gesellschaftlichen. Ich versuche aber nicht, ein bestimmtes Thema zu transportieren, sondern eher Werke zu schaffen, welche die Betrachter dazu aktivieren, individuelle Verbindungen, Bezüge und Assoziationen zu knüpfen.

Suchst du die Öffentlichkeit?

Als Person suche ich die Öffentlichkeit nicht. Meine Arbeiten jedoch werden in öffentlichen in Museen und Galerien gezeigt, teils auch im öffentlichen Raum. Sie werden auch für Betrachter erschaffen und diesen präsentiert. Oder ein Werk wie die Entsorgungsstelle für politische Reden gehört natürlich in den öffentlichen Raum, gleich wie die eine Glassammelstelle oder öffentliche Abfalleimer.

Wo siehst Du Potential zur Nutzung des öffentlichen Raums?

Ich sehe grundsätzlich sehr viel unausgeschöpftes Potential für Interventionen und platzierten Irritationen im öffentlichen Raum. Interessant am öffentlichen Raum ist, dass dieser nicht künstlich erzeugt ist und von unterschiedlichsten Leuten betreten und genutzt wird.

Welches ist dein persönlicher Hotspot in Bern?

Die Bahnstrasse!

Die nächste Kunst-Stafette erscheint am 21. Juni mit Silvana Iannetta.