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Kunst-Stafette #53: Achim Parterre

Kunst-Stafette

Auf der Suche nach den Bären im Bärenpark entfacht der Spoken-Word-Autor Achim Parterre ein verbales Feuerwerk. Die Tourismus-Attraktion am Aare-Ufer vis-à-vis erweist sich als leeres Versprechen, die Berner Altstadt als winterlich erstarrte Idylle.

Was hat dich zu dieser Arbeit veranlasst?

Achim Parterre:

Bern ist für mich ein ambivalenter Ort. Die ganze Schönheit der Altstadt geht mir durchaus auf die Nerven. Vom Rosengarten betrachtet, ein Kalenderbild aus dem Weltbildverlag. Neulich haben Kulturschaffende ein Bern weitab vom Sandstein entdeckt, Holligen, und sich in fast schon biblischem Durst darauf gestürzt. Lysser oder Grenchener haben mit ihrer Bausubstanz einen entspannteren Umgang.  

Das Video aus Tims Wohnung zeigt die Schere zwischen der sinnlosesten Sehenswürdigkeit und der gemütlichsten Wohnung. Innen und aussen – das habe ich in Bern noch nie zusammengebracht. Kürzlich war ich in Le Locle – auch ein UNESCO-Welterbe. Der mittlerweile ziemlich heruntergekommene, welsche Industriecharme ist mir näher.

Welchen Raum brauchst du für deine Kunst?

Eine Bühne, eine Welle im Äther, ein Gestell in der Buchhandlung.

Sind gesellschaftliche Fragen Thema deiner Kunst?

Immer.

Suchst du die Öffentlichkeit?

Bücher und Radiogeschichten sind per se für die Öffentlichkeit gemacht. Ich schaffe aber immer auch an Projekten, bei denen ich nicht ans Veröffentlichen denken muss.

Welches ist dein persönlicher Hotspot in Bern?

Das Hochhaus am Eigerplatz.

Die nächste Kunst-Stafette erscheint am 15. März 2016 mit Heinrich Gartentor.