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Kunst-Stafette #33: Alain Jenzer

Kunst-Stafette

Felix ist eine Plakatwand, die als Projekt des Künstlers Alain Jenzer im Quartier Weissenstein vor den Vidmarhallen zu Hause ist. Felix ist ein Offspace im Flachformat und reflektiert während fünf Jahren sich selbst und sein Quartier.

  • Stefan Wegmüller 2014 zu Gast bei Felix mit «Die Zukunft ist heute», Plakate/Textcollage. (Foto: zvg)
  • Gregor Graf 2014 zu Gast bei Felix mit «Vom Grunde losgerissen», Plakate/Fotografie. (Foto: zvg)
  • Sara Gassmann 2014 zu Gast bei Felix mit «Die Netze des Himmels sind weit», Malerei auf Plexiglas. (Foto: zvg)

Was hat dich zu dieser Arbeit veranlasst?

Alain Jenzer:

Ich wurde von der Gemeinde Köniz zu einem Wettbewerb für Kunst im öffentlichen Raum eingeladen. Erwünscht waren Entwürfe für ein Kunstwerk, das einen im Wettbewerbsprogramm explizit und erstaunlich ehrlich als Restfläche definierten Platz aufwerten sollte. Ideen für eine installative oder skulpturale Behauptung fanden schnell ihren Weg in meinen Papierkorb. Ich fand es aus verschiedenen Gründen viel interessanter, einen Rahmen oder ein Format vorzuschlagen, innerhalb dessen eine ganze Reihe von Künstlerinnen und Künstlern sich über diesen Ort, seine Bedingungen und Möglichkeiten – ja vielleicht sogar über Sinn und Unsinn von Kunst an diesem Ort – Gedanken machen könnten. Die Jury nahm meinen Vorschlag an, das Wettbewerbsbudget als Sockelfinanzierung für einen temporären Offspace einzusetzen. Felix war geboren.

Welchen Raum brauchst du für deine Kunst? 

Spielraum hauptsächlich, Freiraum. Mir diesen immer wieder zu schaffen, ist eine grosse Herausforderung. Und wenn er mir ab und zu einfach gegeben wird, empfinde ich das jeweils als grosses Geschenk.

Sind gesellschaftliche Fragen Thema deiner Kunst?

Mehr oder weniger explizit kommen in meiner Arbeit immer gesellschaftliche Fragen zum Ausdruck.

Suchst du die Öffentlichkeit?

Naja, der Begriff «Öffentlichkeit» ist ja sehr vieldeutig... Es gibt eine Form von Öffentlichkeit, die ich scheue, und mindestens eine, die ich sogar verabscheue, aber dann gibt es auch wieder eine Form von Öffentlichkeit, die ich herstelle, da ein beachtlicher Teil meiner Arbeit ohne eine - und sei es eine noch so kleine - Öffentlichkeit wenig Sinn ergibt. Das Gegenüber ist unabdingbar.

Wo siehst du Potenzial zur Nutzung des öffentlichen Raums?

Ich bin überzeugt, dass das Potenzial in den Menschen steckt, die sich einen Raum aneignen, sich in ihm bewegen. Das Potenzial steckt in unser Haltung dem öffentlichen Raum gegenüber, denn wir stellen ihn überhaupt erst her, definieren seine Möglichkeiten und Grenzen.

Welches ist dein persönlicher Hotspot in Bern?

Guisanplatz-Expo!

Die nächste Kunst-Stafette erscheint am 7. April mit Anja Braun.