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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
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Universelle Geschichte übers Menschsein

«Ida» von Pawel Pawlikowski ist ein Film über die Suche nach der eigenen Geschichte – in schwarz-weiss mit unendlich feinen Abstufungen. Er läuft zurzeit im Berner Kellerkino.

Polen 1962. Die junge Ida steht vor dem Gelübde. Bevor sie Nonne wird, besucht sie auf Drängen der Oberin ihre Tante. Die beiden Frauen sind sich fremd, doch Schritt um Schritt begeben sie sich zusammen auf den Weg zurück – zu den Spuren von Idas Familie, zu ihrem Leben in Zweiten Weltkrieg. Was sie finden, erschüttert ihr Leben mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Schwarz-weiss mit Einstellungen, die an grosse Fotografien gemahnen, in ruhigen, Bildern nimmt uns Regisseur Pawel Pawlikowski mit auf Idas Reise mit ihrer Tante. Eine grossartige filmische Erzählung, die dem Grau und dem Grauen zum Trotz zuweilen trotzige Leichtigkeit zulässt.

«Ida» ist kein Berner Film, kein Film über Bern – sondern ein menschlicher Film übers Menschsein und über Fragen (woher komme ich? wer bin ich? was will ich?), die uns so sehr beschäftigen wie alle anderen überall auf der Welt.