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Grosses Theater für die Kleinsten

Theater für Kleinkinder stillt ein Bedürfnis von Eltern. Im Schlachthaus gastierte an diesem Wochenende das Berliner Duo Florschütz und Döhnert mit dem Stück «Ssst!».  Alle vier Vorstellungen waren ausverkauft.

Es ist 9:45 Uhr und der Vorraum des Schlachthaus Theaters füllt sich langsam mit Kinderwagen, Müttern, Vätern und Kleinkindern. Dann ertönt der lange Ton einer Trompete und die Vorstellung beginnt.

Melanie Florschütz und Michael Döhnert machen Theater für ein Publikum ab zwei Jahren. Das Stück soll sowohl die Kleinen, wie auch ihre Eltern ansprechen – eine Herausforderung, die an diesem Morgen gelingt.

Wir werden kurz instruiert und in den Zuschauerraum gelassen. Als es dunkel wird, weint mindestens ein Kind. Aber schon geht das Licht auf der Bühne an und es wird erstaunlich ruhig. Fast fragt man sich, ob man wirklich in einem Kindertheater sitzt.

Enttäuschung als das Stück zu Ende ist

Als Melanie Florschütz einen Zuckerwürfel von ihrem Hut in die Tasse fallen lässt, lacht ein Bub laut und steckt die andern Kinder mit seinem Lachen an. Die Clownin erhält Szenenapplaus und die Stimmung löst sich. Meine Tochter schaut gebannt auf die Bühne und spielt mit einer Serviette das Geschehen nach. «Wo hat die Frau ihre Finken gelassen?», will die Kleine wissen.

Das Duo erzählt in poetischen Bildern und ohne Worte eine Geschichte, die den Eltern bestens bekannt ist. Die beiden Clowns machen Musik und wecken dabei ein Kaninchen, das in der Hosentasche wohnt. Das Tierchen spielt und turnt ganz wild, bis es endlich wieder einschläft. Vorher fliegt es auf den Mond, tanzt im Zirkus auf dem Seil und fährt mit dem Schiff übers Meer.

Das Licht geht im Saal an. «No meh», sagt der kleine Junge, der neben uns sitzt und ist enttäuscht, dass das Stück schon fertig ist. Eine halbe Stunde hat es gedauert. Ich hätte auch gerne noch etwas länger zugeschaut und mich weiter bezaubern lassen.