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Sabine Reber

02.03.2021 | 11:07

Ab März ist die Zeit zum Samen aussäen. Das ist eigentlich die wichtigste und auch eine der sinnvollsten und nachhaltigsten Tätigkeiten beim Gärtnern. Wer selber sät, spart eine Menge Plastik und anderes Verpackungsmaterial, sowie Transportkosten. Selber gesätes Gemüse ist mit Abstand die ökologischste Variante, sich zu versorgen. Und ökonomisch ist es auch sinnvoll.

 Sonnenblumen, Pastinaken, Schnittsalat - im März ist säen angesagt. (Foto: Luca Hubschmied)

Nehmen wir das Beispiel Schnittsalat. Schnittsalat ist auch für AnfängerInnen bestens geeignet. Eine Tüte Schnittsalatsamen ist der perfekte Einstieg in jede Balkon- oder Gartenkarriere. Was es braucht dafür: ein paar Balkonkistchen, ein Sack Bio-Gemüseerde, und eben die Samen. Nun wird die Erde in die Kistchen gefüllt und leicht angedrückt. Wenig Samen drüberstreuen. Dünn zudecken und angiessen. In einer Packung sind viel mehr Samen, als auf einmal gebraucht werden. Und das ist gut so. Packung verschliessen, trocken und dunkel aufbewahren. In zwei Wochen wird das zweite Kistchen angesät, und dann alle zwei Wochen wieder eins. So habt ihr die ganze Saison über immer frischen Schnittsalat. Und ihr müsst nicht mehr diese fertig abgepackten Tüten aus dem Supermarkt kaufen. Ihr könnt ja mal ausrechnen, wie viel Geld ihr damit spart.

Was auch ganz leicht geht zum selber säen: Ringelblumen. Die könnt ihr sogar jetzt schon draussen direkt aufs Beet säen. Einfach die Erde leicht aufharken, die Samen ausstreuen. Andrücken. Schauen, dass sie nicht zu trocken haben. Und dann braucht ihr gar nichts mehr zu tun. Auch dankbar für Garten-Neulinge und angehende Guerillagärtnerinnen sind Malven, alle Arten von Malven, auch die grossen Stockrosen. Diese blühen allerdings erst im zweiten Jahr. Aber irgendwann muss man ja anfangen damit. Was auch sehr einfach ist, aber die sät ihr jetzt erstmal in Töpfchen und pflanzt sie erst Mitte Mai nach draussen: Feuerbohnen, und Kapuzinerkresse. Mehr Blumen für ein paar Franken kriegt ihr nirgends.

Falls ihr Sonnenblumen ziehen wollt: Die sät ihr ebenfalls besser in Töpfchen, und behaltet sie erst mal auf einem hellen Fenstersims. Sonnenblumen wachsen auch ganz leicht draussen, jedoch werden sie im Kinderstadium wahnsinnig gern von den Schnecken gefressen. Darum pflanze ich sie jeweils erst aus, wenn sie schon etwas grösser sind. Was ihr dafür jetzt schon tun könnt: Pet-Flaschen sammeln. Aus diesen schneidet ihr etwa 15 cm hohe Ringe, die ihr dann als Schneckenschutz um die frisch gepflanzten Sonnenblumen stülpt. Kostet nichts, und bringt viel!

Was ihr jetzt schon direkt im Garten säen könnt: Puffbohnen. An milden Lagen auch die ersten Erbsen. Und Pastinaken! Pastinaken sind super. Die brauchen einfach nur Platz und Geduld. Sonst müsst ihr da gar nichts machen. Säen, und vergessen. Und dann im Herbst leckere frische Wurzeln ernten. Und und und. Es gibt hunderte (nein tausende) andere einjährige Blumen und Gemüse, die ihr nun ab März selber aus Samen ziehen könnt. Es ist eine riesige Welt, die euch zu Füssen liegt, mit unendlich vielen Möglichkeiten. Schaut es als Abenteuer an, geht auf Entdeckungsreise. Was ihr einfach unbedingt machen solltet: Lest den Text auf den Samentüten. Da steht nämlich genau drauf, von wann bis wann die jeweilige Pflanze gesät werden muss, ob sie Sonne oder Schatten braucht, und allenfalls noch spezielle Hinweise. Ah.... bei manchen Billigläden gibt es Samentüten, wo nicht viel draufsteht. Die solltet ihr nicht kaufen. Nehmt lieber die teureren, von Select oder von den gängigen Bio-Anbietern wie Zollinger oder Sativa, oder die Vintage-Sorten von Culinaris, die ihr bei Lubera bekommt. Da könnt ihr auch auf den jeweiligen Webseiten noch mehr nachlesen, wenn ihr es genauer wissen wollt. Im Zweifelsfall gilt auch bei Gartenfragen: googelt es halt. Nicht jeden Mist aus den Foren glauben, dort könnt ihr endlos Zeit verlieren. Ich suche immer zuerst auf den Seiten der Züchter. Die kennen ihre eigenen Sorten am besten und wissen die wirklich nützlichen Tricks. Und mit der Zeit entwickelt ihr ein eigenes Gefühl dafür, was bei euch auf dem Balkon und im Garten gut wächst, was euch selber behagt und schmeckt, was euch Freude macht. Ich wünsche euch einen guten Start und frohes Gedeihen!