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40 Jahre Länggassblatt

Aus den Quartieren

Usus ist es, dass ein Quartier oder ein Stadtteil über eine Quartierzeitung verfügt und die Bewohner auf diese Art informiert werden. In der Regel sind es Quartiervereine oder Leiste, welche sich dieser Form der Information bedienen. Bereits anno 1896 hatte der Länggass-Brückfeld-Leist die Idee eine Quartierzeitung heraus zu bringen. Nur gerade nach vier Nummern musste der «Der fidele Länggässler», wie das Blatt damals hiess, wieder eingestellt werden. Erst 1980 wurde die Idee wieder aufgenommen und das Länggassblatt ins Leben gerufen.

Nullnummer und erste Ausgabe des Länggassblattes 1980. (Foto: Peter Bachmann)

Nun ist das Länggassblatt bereits 40 Jahre jung. Ist das wirklich ein Grund darauf aufmerksam zu machen? Ja! Besonders wenn eine Quartierzeitung, wie das Länggassblatt, jubilieren kann. Seit vier Jahrzehnten berichtet das Magazin unabhängig über das politische, kulturelle und gesellschaftliche Geschehen im Quartier. In unserer schnelllebigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass eine Quartierzeitung vierzig Jahre lang besteht. Zumal das Länggassblatt nicht von einer Quartierorganisation herausgeben wird, sondern von einem Team von Idealisten.


Das Länggassblatt wird basis-demokratisch, von einem unabhängigen Redaktionsteam herausgegeben. Das heisst, es gibt keinen fixen Redaktionsleiter. Das Team organisiert sich selber und für jede Nummer meldet sich ein Teammitglied, die redaktionelle Verantwortung zu übernehmen. Vermutlich ist dies mit ein Grund, dass es das Länggassblatt immer noch gibt.

Natürlich herrschte während den vier Jahrzehnten für das Länggassblatt nicht nur eitler Sonnenschein. So stand Anfangs 2019 das Blatt kurz vor dem aus. Das Redaktionsteam musste fast vollständig erneuert werden. Die Suche nach neuen Freiwilligen gelang recht gut und mit Herzblut hat das neue Team die Redaktion übernommen.
Sozusagen als kleines Geburtstagsgeschenk bekam das Blatt dieses Jahr ein neues, farbiges Aussehen verpasst.

Druckt seit 40 Jahren das Länggassblatt: Familie Grolimund der Druckerei Coloroffset. (Foto: Peter Bachmann)

Druckt seit 40 Jahren das Länggassblatt: Familie Grolimund der Druckerei Coloroffset. (Foto: Peter Bachmann)


Das aktuelle Redaktionsteam ist top motiviert und wird alles daran setzen, die «Länggässler» weiterhin kompetent über das Geschehen im Quartier zu informieren, so dass das Länggassblatt auch den «Fünfzigsten» feiern kann.

Aus: Länggassblatt 264/Juli 2020 Bruno Hayoz

Druck im Quartier

Für die Gründer des Länggassblatts war sicher klar: Die Zeitschrift für das Quartier wird auch im Quartier gedruckt. Die Druckerei Coloroffset der Familie Grolimund, etwas versteckt am Hohgantweg 6, schien der richtige Partner.
Als im Januar 2020 zwei Mitarbeitende des Länggassblatts zusammen mit dem Grafiker den Andruck des neu gestalteten Länggassblatts begutachteten, fragte einer der Anwesenden in die Runde, wie lange wohl unsere Zeitschrift schon von der Druckerei Coloroffset AG gedruckt werde. Worauf Frau Grolimund verschwand und nach kurzer Zeit mit einer abgegriffenen rosa Karteikarte zurückkam und stolz verkündete, dass bereits das erste Länggassblatt von ihrer Druckerei gedruckt worden sei, und zwar am 23.6.1980. Ziemlich genau vor 40 Jahren also.
Damals war die Druckerei noch im Besitze der Eltern des heutigen Besitzerpaares. Diese hatten die Firma 1976 übernommen. Damals wurde es erschwinglich, im Offset-Verfahren farbig zu drucken Als Pionier der neuen Techniken nannte er sein Geschäft Coloroffset. Die nahegelegene Chocolat Tobler war ein guter Kunde. 2006 übernahm dann Sohn Adrian Grolimund und seine Partnerin Chantal Bader die Coloroffset und wandelte sie in eine AG um.
Dass Sohn Adrian Drucker wurde, ist nicht so erstaunlich, war doch die Druckerei von frühester Kindheit an sein Spielzimmer, begleitet vom Geruch der Druckerfarbe und vom Rattern der Druckmaschinen. Dass er dann bereits mit 30 Jahren die Druckerei des Vaters übernahm, war weniger klar. Er kannte ja das Geschäft und wusste, dass das keine 08 15-Angelegenheit war, sondern nur mit einem unermüdlichen Einsatz und wirklicher Freude an dieser Arbeit gutgehen konnte. Klar war auch von Anfang an, dass die Eltern das Geschäft nur an den Sohn übergeben wollten, wenn dieser eine engagierte Partnerin zur Seite hatte.
Zuverlässigkeit, ein hoher Qualitätsanspruch und eine immense Erfahrung haben den Erfolg gesichert. Die Druckerei bedient heute viele langjährige Kunden aus allen Branchen.
Wenn man die Geschichte der Druckerei kennt, überrascht es nicht, dass man bei einem Besuch nicht nur den Chef und seine Mitarbeiter antrifft, sondern auch seine Frau Chantal, die den wirtschaftlichen Teil und die Produktionsplanung verantwortet, und natürlich die beiden kleinen Söhne. Ein richtiges Familienunternehmen eben. Die Zukunft des Länggassblatts, zumindest was den Druck anbelangt, scheint gesichert.
Peter Bachmann