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KOLUMNE /

Renato Kaiser

07.03.2019 | 08:15

Bundesrat Guy Parmelin möchte wieder mehr junge Menschen für die Armee begeistern. Renato Kaisers Vorschlag: einen kleinen Krieg anzetteln, dann wandern die Fachkräfte auch nicht in den Zivildienst ab.


Michael Elsener: De Bundesrat Guy Parmelin hed sich die Wuche bechlagt, well: Immer meh Jungi welled ZIVIL-Dienscht mache und immer weniger welled id Armee. – D'Frog a oisen Usse-Korreschpondänt, de Renato Kaiser: Was genau isch s'Problem?

Renato Kaiser: Jo Wettbewerbsverzerrig. Dä Zivildienscht isch aifach vil z'attraktiv. Dä Parmelin hätt gsait: «Im Gegensatz zu Soldaten können Zivis zu Hause schlafen, haben keine Gewissensbisse durch einen möglichen Waffeneinsatz und üben meist sinnvolle Aufgaben aus.» Also er sait aigentli: «Hey! Diä bim Zivildienscht mached... sinnvolli Sachä! Das isch unfair!»

M: Ja, aber Zivildienscht isch doch eigentlich Öppis Guets...

R: Jo scho, aber defür hät doch d'Armee ainiges z'büütä, wo dä Zivildienscht aifach nöd hätt!

M: Und das wär?

R: HELIKOPTER! Nai ernschthaft, diä hend doch äs super Aagebot! Drum sinds au so irritiert bidä Armee, sie sägäd: «Hey chömed zu üs, mega gail, denn törfeder tagelang i Felswänd ballerä und Granatä über d'Hügel wörfä!» Und diä aagehendä Zivildienschtler säged nur: «Au nai, isch lieb, danke, mir wöred dä Hügel lieber renaturierä...» Also früener isch das no anderscht gsi...

M: Ah, denn händ no all is Militär welle... Aso au Du?

R: Nai sicher nöd. Mainsch, wennd idä Armee gsi bisch, chunsch än Job im Schwizer Fernsee über? Hä! D'Hälfti vodä Serafe-Gebüürä goot doch direkt in Wehrpflichtersatz vo all denä Zivilschützer do im SRF. Zum üüs dozmol vodä Armee druckä, hemmer nöd wölä in Zivildienscht, sondern in Zivilschutz, und für das hemmer aifach nur müesä bidä Rekrutierig bim psychologischä Tescht di «richtigä» Antworte gee.

M: Was meinsch denn mit «richtige» Antworte gäh?

R: Jo, di richtigä Antwortä, damit Dir dä Usbildner noch dä Uswertig lieber nöd wör ä Waffe id Hand druckä, aber glichzitig au nöd grad än besorgtä Brief a dini Elterä schickt, halt nur so äs bizli psychopathisch, so dass er schlussendlich aigentlich sait: «Okay, Sie hend nur zweimol im Monet Suizidgedankä und sind nur äs bizli manisch depressiv - Sie sind perfekt für dä Zivilschutz!» Das isch früener gsi, aber hützutags wönd anschinend ali in Zivildienscht zum sinnvolli Sachä machä!

M: Meinsch ned, dass mer das velecht eifach mol so sett akzeptiere...

R: Jo, du häsch recht. Also au diä vodä Armee. Wenn d'Schwizerinnä und Schwizer lieber sinnvolli Sachä mached - denn mues me vilicht aifach d'Armee wider sinnvoller machä.

M: Und wie sell mer das häre becho?

R: Jo. Mit Chrieg.

M: Mit Chrieg?

R: Jo Chrieg, also nöd än groossä, nur so än chlinä, vilicht mitm Liechteschtai oder mit dä Welschä, kai Aanig! Aber i glaub, das isch nöd meerhaitsfähig. Und das isch äbä genau s'Problem. Solang d'Schwiz kai Chriäg cha büütä, wanderet d'Fachkräft in Zivildienscht ab. Oder äbä is Usland. Schtichwort Schwizer Dschihadischtä in Syrie! Macht jo au Sinn: Schwizer Waffe sind jo scho dött.

M: Jo okay. Aber die wänd jetz jo weder zrugg cho. – Was machemer denn jetz mit dene?

R: Jo i wör sägä, bi allem Fachkräftemangel vilicht doch nöd unbedingt id Armee. Aber vilicht in Zivilschutz, je noch dem, wiä iren psychologische Tescht usgseet. Aber i bi eerlich gsait kain Experte uf dem Gebiet. Woni gläsä ha: «Schweizer IS-Kämpfer aus Syrien wollen zurück in die Schweiz» hani jo zerscht gmaint, das segi aifach ä seer truurigi gschitereti Folg vo «Adieu Heimat - Schweizer wandern aus».

M: Oisen Usse-Korreschpondänt, de Renato Kaiser


Dieser Beitrag erschien in der SRF Sendung «Late Update». Auf Journal B gibt es die Auftritte von Renato Kaiser regelmässig zum Nachlesen in Schriftform.