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Soziale Innovationen und Alterspolitik - SIBA XVIII

Soziale Innovation

Die Herausforderungen und Chancen einer alternden Gesellschaft wurden zum Schwerpunktthema des Netzwerkevents, zu dem der Verein SIBA eingeladen hatte.

Angeregter Austausch im zweiten Teil des Anlasses (Foto: Luca Hubschmied)

Ein gewissermassen vertrautes Bild bot sich letzten Freitagabend in der Café-Bar des Berner Generationenhauses. Der Verein SIBA (Soziale Innovation Bern Accelerator) veranstaltete zum vierten Mal einen Netzwerkevent für Projekte der sozialen Innovation und das interessierte Publikum. Der Anlass bot diesmal einen etwas spezifischeren Fokus als auch schon, betitelt wurde er mit «Fokus Alter».

Nachdem Co-Präsidentin Melanie Mettler einleitend einen Überblick über die Aktivitäten von SIBA und die Köpfe dahinter gab, eröffnete Franziska Teuscher den zweiten Teil mit einem Inputreferat zu den Herausforderungen in der Alterspolitik für die Stadt Bern. Die Vorsteherin der Direktion für Bildung, Soziales und Sport erläuterte in ihrer Rede einige Ideen und Visionen, mit was sich die Stadt in Zukunft beschäftigen muss, um allen Bewohnenden eine gleiche Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Dazu strich sie etwa die Bedeutung erschwinglichen Wohnraumes heraus und betonte, dass dieser heutzutage sehr spärlich vorhanden sei: «Die Situation in der Stadt Bern ist prekär.» Zu vernehmen war auch Kritik an den Sparmassnahmen des Kantons, etwa bei der Spitex. Diese stellten eine grosse Herausforderung dar, um auch in Zukunft eine professionelle Pflege gewährleisten zu können. Zwar seien zivilgesellschaftliche und innovative Projekte von grosser Bedeutung, auch in der Altersversorgung, allerding könne es nicht sein, dass der Staat essentielle Grundleistungen allein Freiwilligen überlasse.

Die Co-Präsidentin Melanie Mettler eröffnete den Abend (Foto: Luca Hubschmied)

Die Co-Präsidentin Melanie Mettler eröffnete den Abend (Foto: Luca Hubschmied)

Vier Minuten für das Projekt

Im Anschluss erhielten sechs verschiedene Initiativen die Gelegenheit, sich in Kurzpitches von je vier Minuten Länge vorstellen zu dürfen. Dabei ging es thematisch ein wenig gemischter daher, doch auch hier war das Thema Alter als Schwerpunkt herauszuspüren. Da präsentierte zuerst Reto Dürrenberger das Unternehmen Rent-a-Rentner, gefolgt von Ruedi Winkler, der einen Einblick in die Zeitvorsorge KISS gab, eine Tauschbörse auf der die Währung Stunden sind. Christian Lüthi zeigte, wie das Oral History Projekt Zeitmaschine.TV funktioniert, danach stellten Helene Duhm und Martin Heiniger den Dorfladen Mittelhäusern vor. Weiter ging es mit Claudia Blacha von der Reformierten Kirche und «Kultur im Koffer», den Abschluss machte Susanna Haller von dem Zollikofer Gemeinschaftsprojekt «Café Mondial».

Diskussion und Protoverträge

Nachdem die letzte Präsentation über die Bühne gegangen war, eröffnete SIBA-Vorstand und Moderator Ueli Scheuermeier den Bazar, in welchem alle Anwesenden die Möglichkeit hatten, gegenseitig Nachfragen zu stellen und gemeinsame Ideen zu erörtern. Mittels sogenannten ‚Protoverträgen' konnte in Kurzform festgehalten werden, wenn zwei Personen sich auch nach diesem Abend noch treffen wollten, um Chancen für Zusammenarbeiten abklären wollten, oder weiterer Austausch gewünscht war. Diese Protoverträge werden von SIBA betreut, der Verein übernimmt die Aufgabe, dafür zu sorgen dass die Abmachungen nicht vergessen gehen, sondern im besten Falle auch tatsächlich umgesetzt werden können.

Franziska Teuscher bei ihrem einleitenden Referat (Foto: Luca Hubschmied)

Franziska Teuscher bei ihrem einleitenden Referat (Foto: Luca Hubschmied)

Die Menschen in der Café-Bar zirkulierten, von Tisch zu Tisch, die Diskussionen vielfältig und angeregt, so dass der Übergang zum folgenden Apéro äusserst fliessend vonstatten ging. Die Wand mit den Protoverträgen füllte sich auch danach noch weiter und so darf der Verein SIBA einen gelungenen Anlass bilanzieren und sich bereits aufs nächste Mal am 16. Mai um 17 Uhr, wiederum im Berner Generationenhaus, freuen.