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Die Macher von Morgen - SIBA XII

Soziale Innovation

Jugendliche sollen selbst unternehmerisch tätig werden und etwas ausprobieren, findet Yacine Bouazdia. Deshalb hilft er bei be-advanced mit, dass an Gymnasien kreative Ideen verwirklicht werden können.

Yacine Bouazdia, Project Manager bei be-advanced. (Bild: Luca Hubschmied)

In den Räumlichkeiten des Impact Hub an der Spitalgasse, im vierten Stock, praktisch unter dem Dach, findet sich der Arbeitsplatz von Yacine Bouazdia. Für seine Tätigkeit als Project Manager von be-advanced arbeitet er meist vier Tage die Woche von dem zentral gelegenen Standort aus. Die Innovationsagentur be-advanced wird durch die Standortförderung des Kantons Berns unterstützt und bezeichnet sich als Impulsgeber für Start-ups und KMUs. Yacine fühlt sich in der Welt von Innovation und Start-Ups äusserst wohl, das merkt man, wenn er bereitwillig über seine Tätigkeit Auskunft gibt. Er arbeitete bereits zuvor bei InnoBe, dann als Assistent der Geschäftsleitung bei Basecamp4hightech, die mittlerweile beide unter dem Dach von be-advanced vereint wurden. Schon früher organisierte er in seiner Freizeit Startup-Weekends in der Schweiz, leitete dabei die Veranstaltungen in Biel und Bern. Mittlerweile sitzt er im Vorstand von Startup-Weekend Schweiz. «Ich interessierte mich schon immer sehr für das Thema Start-up», erklärt Yacine, «besonders auch für neue Methoden aus dem englischen Sprachraum, die in der Schweiz noch weniger bekannt sind.»

Entrepreneurship an Gymnasien

Im Moment beschäftigt ihn ein neues Projekt, das be-advanced zusammen mit dem Impact Hub lanciert: Unter dem Arbeitstitel «Entrepreneurship-Kurse an Gymnasien» wird momentan das Konzept für ein neues Wahlfach ausgearbeitet. Dieses soll ab Sommer an einem, vielleicht an zwei, Gymnasien der Stadt Bern angeboten werden. Yacine erläutert, wie diese Idee entstand: «Bei den Startupweekends ist uns aufgefallen, dass der Altersdurchschnitt der Teilnehmenden in Bern, im Gegensatz zu Biel, sehr tief war.» Yacine will mithelfen, diese interessierten jungen Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, als nach dem Gymnasium gradlinig die Universitätskarriere anzutreten: «Während der Zeit im Gymnasium sind viele Jugendliche in einer optimalen Lebenssituation, um etwas auszuprobieren.» Etwa das Gründen eines eigenen Start-ups, die Entwicklung einer eigenen Idee oder Dienstleistung.

Zeit für Ideen

Ein ähnliches Unterrichtsgefäss existiert schon seit längerem am Gymnasium Kirchenfeld, Yacine ist aber überzeugt, dass hier noch viel Optimierungspotential vorhanden ist: «Wir legen mehr Wert auf die Phase der Ideenfindung und auch auf die Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmenden. Zudem soll es auch möglich sein, eine Dienstleistung auszuarbeiten und nicht einfach ein Produkt zu präsentieren, das aus China eingekauft und hier teurer verkauft wird.» be-advanced und Impact Hub wurden ursprünglich von einem Berner Gymerlehrer angefragt, ob sie nicht ein solches Unterrichtsfach ausarbeiten möchten, mittlerweile sind die Rahmenbedingungen festgelegt und auch die Erziehungsdirektion des Kantons Bern unterstützt das Vorhaben. Über zwei Semester lang sollen die GymnasiastInnen in 66 Lektionen eine eigene Idee entwickeln, die Marktrelevanz prüfen und am Ende des Jahres präsentieren. «Momentan sind wir noch in der Planungsphase, aber in etwa einem Monat sollten wir das Konzept der Öffentlichkeit präsentieren können», meint Yacine.

Von Anderen lernen

Anhand solcher Projekte zeigt sich eine Entwicklung, die Yacine selbst positiv beurteilt: «Die Start-up Szene in Bern ist stark wachsend. Was allein im letzten Jahr geschah, ist unglaublich.» Im Vergleich zu Zürich sei man zwar noch im Hintertreffen, die Eröffnung von Coworking-Spaces wie etwa dem Impact Hub oder dem Effinger habe aber aktiv geholfen, die Community in Bern stärker zu vernetzen. «Das ganze institutionelle Umfeld ist auch wichtig», meint Yacine «aber die Erfahrung zeigt, dass die einzelnen Projekte voneinander selbst am Meisten lernen können.»

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