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KOLUMNE /

Aline Trede

06.02.2017 | 11:58

Ja, der Donald, von dem haben wir wahrhaftig genug gelesen und es wird immer grausamer. Deshalb kommt hier nichts zu Trump, sondern zu einer seiner Auswirkungen. Dem Pussyhat.

Strick-Comeback in Form eines Pussyhats. (Foto: Aline Trede)

Als Reaktion auf die sexistischen Äusserungen Trumps (you can grab them by the pussy) wurde auf der ganzen Welt zur Demonstration Women's March aufgerufen. Vor allem in den USA gingen Millionen von Frauen – und auch Männern – auf die Strasse, um gegen Trump und seine Äusserungen zu demonstrieren. Dabei trugen viele den Pussyhat. Eine gestrickte pinke Mütze mit Katzenohren. Und das krasse daran: diese Mützen kann frau nirgends kaufen. Was ergo heisst, alle diese Millionen von Frauen haben diese Mützen selber gestrickt. Und auch hier zulande bereitet frau sich auf den Women's March in Zürich vor. Und strickt.... Ja, auch ich. Ich, die seit 20 Jahren nicht mehr gestrickt habe, habe mich hingesetzt, eine Youtube-Anleitung geschaut und auf einem Blog gelesen, wie am einfachsten ein Pussyhat gestrickt werden kann. Nun bin ich dran eine Mütze für mich und eine für meine Tochter zu stricken. Und wie ich auf den Sozialen Medien gesehen habe, bin ich nicht allein. Der Berner Stadtrat hat sogar ein ganzes Happening daraus gemacht. Stricken im Rat, am Rednerpult mit Mütze (notabene mein ehemaliges Ratsgspändli Kurt Hirsbrunner (BDP) bei seiner Abschiedsrede (!)) und posten auf Twitter und Facebook. Männer wie Frauen, Bürgerliche wie Linke, alle haben mitgestrickt. Find ich irgendwie stark.

Aber eigentlich finde ich's etwas viel der Ehre für den Herrn Trump, dass wir nun alle wieder stricken. Es hat ja auch was Paradoxes an sich, dass wir wieder mit stricken beginnen und dies im Namen des Anti-Sexismus. Aber es zeigt eben auch, wir sind noch lange nicht da, wo wir sein sollten. Darum stricke halt auch ich.

Ich hoffe trotzdem, dass der nächste Protest wieder etwas moderner sein wird....