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Elterncafé Schwabgut: Eltern und Schule im Dialog

Aus den Quartieren

Seit November findet an der Schule Schwabgut wöchentlich ein Elterncafé statt. Auf Initiative von Eltern und der Schule treffen sich hier jeden Dienstag Mütter, Väter und Lehrpersonen, um sich in gemütlichem Ambiente besser kennenzulernen.

Rege besuchtes Elterncafé (Foto: Corinne Iseli)

Pünktlich um 8.15 Uhr, wenn das Elterncafé in der Tagesschule Schwabgut seine Türen öffnet und feiner Kaffeegeruch durch den Schulhausgang strömt, treten die ersten Eltern über die Schwelle der Tagesschule Schwabgut. Die Caféleiterinnen begrüssen die ankommenden Gäste mit einem herzlichen Willkommen und offerieren ihnen Kaffee und Tee. Die Leiterinnen sind Mütter aus dem Quartier, die einen engen Bezug zur Schule haben. Der gemütlich eingerichtete Raum verströmt eine angenehme Atmosphäre. Einige Eltern kennen sich bereits. Die Stimmung ist gelöst; es wird viel gelacht und angeregt diskutiert. Nach und nach stossen weitere Eltern, die Schulsozialarbeiterin, der Schulleiter und der Hauswart dazu. In der Spielecke spielen zwei kleine Kinder, ein Baby schläft daneben im Kinderwagen. In der grossen Pause nutzen schliesslich auch die Lehrer und Lehrerinnen die Gelegenheit, um sich zu der bunten Gruppe zu gesellen. Die Mütter und Väter packen diese Chance um allerlei Fragen zu stellen. Was kann ich tun, wenn meine Tochter ihre Hausaufgaben nicht machen möchte? Wie kann ich reagieren, wenn mein Sohn auf dem Schulweg geplagt wird? Auch die anderen Eltern beteiligen sich am Gespräch, erzählen aus ihren eigenen Erfahrungen und geben den Fragenden Tipps.

Die Zusammenarbeit stärken

Dieser entspannte Dialog zwischen den Eltern und Vertretenden der Schule ist keine Selbstverständlichkeit. In vielen Schulen beklagen sich die Lehrpersonen über das Desinteresse der Eltern an der schulischen Entwicklung ihrer Kinder und deren Abwesenheit an den Elternabenden. Auch von Elternseite hört man immer wieder vom scheinbar unüberwindbaren Graben zwischen ihnen und den Lehrpersonen. Das Elterncafé möchte hier einen Beitrag für eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule leisten. Im Zentrum stehen das gegenseitige Kennenlernen und der Vertrauensaufbau. Eltern sollen sich eingeladen fühlen, im ungezwungenen Rahmen Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Ideen einzubringen. Nebst Eltern und Lehrpersonen sind auch Organisationen aus dem Quartier eingeladen, bei den wöchentlichen Öffnungszeiten dabei zu sein und ihre Angebote den Besuchenden näher zu bringen.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee eines Elterncafés entstand bereits vor einiger Zeit im Umfeld der Schwabgutschule. Unter der Leitung der Quartierarbeiterin Annkatrin Graber packte in Frühling 2016 eine breit abgestützte Arbeitsgruppe die Umsetzung dieses Vorhabens an. Nach dem erfolgreichen Start des Elterncafés macht sich die engagierte Gruppe nun weitere Gedanken, welche Aktivitäten in Zusammenarbeit mit den Eltern und Lehrpersonen im kommenden Jahr ergriffen werden könnten. Dass auch die Schüler und Schülerinnen von dieser verstärkten Zusammenarbeit profitieren, wird um 10.20 Uhr spürbar, als ein Dutzend neugierige Schülerinnen und Schüler ihren Kopf durch die Tagesschultüre strecken und ihren Eltern und Lehrern stolz zuwinken.

Elterncafé als Teil der Bildungslandschaft Bern-West futurina

Die Aufbauphase des Elterncafés ist finanziell über die Bildungslandschaft futurina gesichert, welche die Idee im Rahmen eines öffentlichen Forums aufgegriffen hatte. Futurina ist eine von 22 nationalen Bildungslandschaften und wird mit finanzieller Beteiligung der Jacobs Fondation und der Stadt Bern realisiert. Das vierjährige Pilotprojekt futurina hat zum Ziel, die Vernetzung zwischen den Familien, der Schule und den Organisationen in den Quartieren Untermatt, Stöckacker und Schwabgut zu stärken und die Angebote für Kinder und deren Familien besser zugänglich zu machen. Dies erhöht die Bildungschancen der Kinder.
Mehr Infos: www.futurina.ch

Lokale Bildungslandschaften – Bildung ist mehr als Schule

Die Schweizer Gesellschaft wird, geprägt von Migration, Globalisierung und demographischem Wandel, immer komplexer und die Herausforderungen an die Herstellung von Chancengerechtigkeit in der Bildung steigen. Dabei kommt der Kombination von schulischer und ausserschulischer Bildung eine immer grössere Bedeutung zu.

Daher fördert die Jacobs Foundation im Programm «Bildungslandschaften Schweiz» die systematische Zusammenarbeit schulischer und ausserschulischer Bildungsakteure zu lokalen Bildungslandschaften, um Kindern und Jugendlichen bessere Bildungs‐ und Entwicklungschancen zu bieten. Das Programm läuft bis Ende 2018 und die Jacobs Foundation investiert 6,5 Millionen Franken. Das Programm umfasst 22 Projekte in der ganzen Schweiz.

Die Jacobs Foundation ist eine weltweit tätige Stiftung im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung. Der Unternehmer Klaus J. Jacobs gründete die Stiftung 1989 in Zürich. Die Jacobs Foundation fördert Forschungsprojekte, Interventionsprogramme und wissenschaftliche Institutionen mit einem Jahresbudget von rund 40 Millionen Franken.