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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
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Wie baut der Bund?

Wer baut, zeigt sich, gestaltet öffentlich. Das ist beim Staat nicht anders als bei Privaten. Aber politischer. Zwei Veranstaltungen befassen sich damit, wie der Bund baute und baut: In Bern, in der Schweiz, im Ausland.

Bern ist Bundesstadt, das scheint selbstverständlich. Doch zum festen Sitz der Bundesbehörden bestimmten der National- und Ständerat Bern erst am 28. November 1848. Zürich als Mitbewerberin unterlag, obsiegte dann allerdings 1891 als es um den Sitz des Landesmuseums ging. Überhaupt verstand sich der junge Bundesstaat Bern nicht als tonangebende Hauptstadt. Nicht alle Institutionen wurden in Bern konzentriert. Die ETH kam nach Zürich (1855), das Bundesgericht nach Lausanne (1874), das Versicherungsgericht und die SUVA nach Luzern (1917/1918).

Bauboom in Bern auch dank dem Bund

Nach Provisorien im Erlacherhof, Äusseren Stand und Casino wurden die Sitze des Bundesrats, der Bundesversammlung und der Bundesverwaltung ab 1857 (Bundeshaus West) in neuen Bauten auf der kleinen Schanze eröffnet. 1888-1892 entstand das Bundeshaus Ost und 1902 wurde zwischen den beiden das Parlamentsgebäude mit der markanten Kuppel eingeweiht. Der Bund war nun in Bern verankert und prägte das Stadtbild in rascher Folge mit weiteren markanten architektonischen Zeichen mit. So etwa das Bundesarchiv im Kirchenfeld (1899), die Bollwerkpost (1905), die Landesbibliothek (1931).

Zwischen 1880 und ca. 1910 boomte in Bern das Bauen in einem heute nur schwer nachvollziehbaren Mass (Kirchenfeldbrücke, Vollendung Münsterturm, Tramlinien, Kornhausbrücke, Universität, Casino). Ein wichtiger Treiber war, wie gesagt, der Bund.

Der Eidgenossenschaft als Bauherrin sind ab Oktober zwei Veranstaltungen gewidmet.

Eine Ausstellung

Am 13. Oktober wird in der Nationalbibliothek die Wanderausstellung «Bundesbauten» mit Reden von Bundesrat Ueli Maurer und des scheidenden Direktors des Amts für Bundesbauten, Gustave E. Marchand, aus der Taufe gehoben.

Vier Erörterungen

Vom 21. Oktober bis 10. November dauert die Herbstreihe des ArchitekturForums Bern über das Bauen der Eidgenossenschaft. Sie startet mit einem Podiumsgespräch über das Verhältnis zwischen Stadt und Bund in Bern anhand von Bauten, aber auch anderer Phänomene; gefragt wird auch wie Bern sich entwickelt hätte, wäre es nicht Bundesstadt geworden.

Es folgen Vorträge über das Gebäude des Bundesstrafgerichts in Bellinzona und die Sanierung des Parlamentsgebäudes in Bern. Den Abschluss bilden Erörterungen zu Botschaftsgebäuden des Bundes in Moskau und in Abidjan.

Das Programm findet sich unter www.architekturforum-bern.ch.