Aare
°

Journal B

Sagt, was Bern bewegt
Aare
°

Die «Acherli Helden», eine ganz spezielle Band

Aus den Quartieren

Am 27. Januar fand die CD- Taufe mit Konzert der Band «Acherli-Helden» statt. Journal B stellt die Acherli-Helden vor. Andreas Riesen, Betreuer im Wohnheim Acherli in Bethlehem, gibt Auskunft.

Die Band Band «Acherli Helden». (Foto: zvg)

Wer oder was sind die «Acherli Helden»?

Andreas Riesen: Wir vom Wohnheim Acherli haben seit drei Jahren eine Band. Wir nennen uns die «Acherli Helden». Die Band besteht aus zehn BewohnerInnen und drei BetreuerInnen. Wir treten häufig an internen Festen wie dem «Herbstmärit», zum Jahresabschluss, oder am Fun-Anlass auf.

Wer macht da mit?

Die Leiter dieser Band sind Markus Stettler am Piano und ich an der Gitarre. Wir haben ein Bandmitglied, das Flöte und Xylophon spielt, eine Solosängerin, die mit grossen Begeisterung dabei ist und zwei Mitglieder, die Trommel spielen. Mit einem jungen Bandmitglied probiere ich neue Stücke aus. Er singt auch sehr gerne.

Was singt ihr?

Wir machen Mundartrock. Die Texte sind selbst verfasst und auch die Musik ist in der Regel selber komponiert. Die Stücke drehen sich häufig um einzelne Mitglieder, was sie bewegt oder wie sie im Leben stehen. Es geht manchmal um Liebe, um Lebensfreude. Wir haben auch ein Stück über die Arbeitskräfte aus der Lingerie und das heisst «Muchos Gracias». In diesem Stück singen wir über die dreckige Wäsche, die sie immer wieder reinigen, und bedanken uns so bei ihnen.

Wie ist die Band entstanden?

2013 wurden Ideen ausgetauscht. Das Bedürfnis war da, eine Band zu gründen und ein Musiklager zu machen. Das Musiklager fand in Riazzino im Tessin statt. Die Band wurde noch ohne Namen gegründet. Ein Mischpult und sonstige Anschaffungen wurden anschliessend vom Heimleiter Jürg Brenzikofer bewilligt. Der erste Auftritt erfolgte am Jahresabschluss im Dezember 2013 im Acherli.

Wie ging es weiter?

Im Februar 2014 wurde ein Konzept für die Band erarbeitet. Sie bekam den Namen «Acherli Helden» und ein von Markus Stettler entworfenes Logo. Es folgten mehrere Auftritte im Acherli und ein Musiklager in Walzenhausen im Juni 2015. Im Musiklager erhielten wir die Möglichkeit, eine CD aufzunehmen. Dänu Wisler, bekannter Musiker und Autor, hat die Aufnahmen in seinem Studio geleitet. Die CDs sind jetzt fertig, weswegen wir die Plattentaufe durchführen. Dänu Wisler wird anwesend sein. Inzwischen haben wir bereits zehn eigene Songs


3 Porträts

Judith Matt arbeitet in der Wäscherei im Diakonissenhaus des Salemspitals. Sie spielt Kartenspiele und es macht ihr Spass, Brot zu backen und zu kochen. Judith spielt bei den «Acherli Helden» Flöte, Klangstäbe und singt. Sie ist eine fröhliche Person und immer zu einem Spass aufgelegt. Das Stück, das sie zusammen mit der Band komponiert hat, handelt von ihrer Vergangenheit und vom jetzigen Leben im Wohnheim.

Bruno Roth arbeitet im internen Atelier. Er spielt bei den «Acherli Helden» Perkussion. Er ist ein sehr genügsamer und zufriedener Mensch. Er ist mit seinem Charme und Schalk bei seinen Mitbewohnerinnen und -bewohnern sehr beliebt. Bruno Roth hört sehr gerne türkische Musik. Seine Vorlieben sind Schokolade und Uhren. Deshalb dreht sich in seinem Stück alles um diese beiden Themen.

Ishola Wüthrich arbeitet bei der «Band-Genossenschaft», einer speziellen Einrichtung für die Ausbildung junger Acherli-Bewohner. Er ist Solosänger bei den «Acherli Helden». Er hat schon als 10jähriger Knabe von Herzen gerne gesungen. Sein Stück ist ein Liebeslied. Es handelt davon, wie er seine Freundin kennen gelernt hat.

Interview: Marcel Knöri, Quartierzentrum im Tscharnergut. Der Artikel erschien ursprünglich am 28. Januar 2016 im «Wulchechratzer», der Quartierzeitung von Bern-Bethlehem.