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Durchgänge und Schleichwege

Aus den Quartieren

Gemeinsame Spielregeln können helfen, Durchgänge und Wege von Vandalismus frei zu halten und Kinder auf ihren Schul-, Spiel- und Schleichwegen zu schützen. Zwei Bespiele aus dem Stadtteil IV.

An der «Frühlingsputzete» ist der Durchgang von den Beteiligten «markiert» worden. (Foto: zvg)

Der Quartiertreff Murifeld dient als Ort für spontane Begegnungen und als Stützpunkt für das gesellschaftliche, integrative und kulturelle Leben im Quartier. Leider blieb aber der häufig benutzte Durchgang beim Quartiertreff an der Muristrasse 75a nicht von Vandalismus und Littering verschont.

Was tun? Das fragten sich unter der Leitung des VBG-Quartierarbeiters Reto Bärtsch zahlreiche Beteiligte: die offene Jugendarbeit der Stadt Bern (TOJ), Immobilien Stadt Bern, Kita Murifeld Mindstrasse, das Gastroprojekt VBG, Pinto und der Quartierverein Murifeld. Allen Beteiligten war es stets wichtig, dass niemand vertrieben wird, sofern gewisse «Spielregeln» eigehalten werden.

Ein Flyer dient der Aufklärung und Sensibilisierung. Mit den beim Durchgang angetroffenen Jugendgruppen entstand die Idee autonomer Jugendräume. Deshalb trifft der TOJ mit den interessierten Jugendlichen und ihren Eltern Abklärungen zur selbständigen Nutzung des Jugendbüros an der Muristrasse 57.

«Ihr seid nicht alleine hier»

Im Rahmen der «Frühlingsputzete» im Murifeld-Quartier am 2. Mai 2015 ist der Be-reich zwischen dem Gastroprojekt und der Kita-Gruppe «Orange» gründlich gereinigt worden. Dabei wurden Dreck, Urin sowie Plakate entfernt. Die Logos aller Beteiligten sind mittels eigens angefertigten Schablonen an die verschmierte Wand gesprayt worden mit dem Ziel, die Jugendlichen zu sensibilisieren: «Ihr seid nicht alleine hier!»

Auch wurde ein Abfallkübel aufgestellt und mit allen Logos beschriftet. Das Gastro-projekt übernimmt die regelmässige Leerung. Alle Involvierten konnten das Ergebnis erfreulicherweise sofort bemerken: Starke Lärmreduktion, deutlich weniger Littering, kein Vandalismus und kein Urinieren mehr.

Nun soll der Treppenaufgang zur Kita-Gruppe «Orange» in einem Mitwirkungsprozess kinderfreundlicher gestaltet werden, damit der Ort auch für spontane Begegnungen und als Stützpunkt für das gesellschaftliche und kulturelle Leben im Quartier zugänglich sein kann.

Schleichwege schützen

Der Grünraum Wyssloch–Egelsee hat als Naherholungsgebiet an Bedeutung gewonnen. Aber die Laubegg-, Muri- und die am stärksten befahrene Thunstrasse stellen Barrieren für die Quartierbewohnenden dar. Es braucht Zugänge vor allem für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel Kinder, Mütter mit Kinderwagen etc.

In Zusammenarbeit mit der «Primano»-Quartierkoordinatorin nimmt sich die Quartier-arbeit VBG im Stadtteil 4 auch diesem Thema an. Einerseits wurden mit den Kindern und deren Begleitpersonen (Eltern und Kindergärtnerinnen) verschiedene Schleich-wege erkundet und für Aussenstehende sichtbar gemacht. Dies geschah vor dem Berner Umwelttag UT'15 im Wyssloch, damit Eltern und Kinder sicher zum Event und wieder nach Hause gelangen konnten.

«Achtung hier laufen Kinder»

Mit dem Verkehrspolizisten haben die Kinder verkehrskritische Orte offiziell und per-manent mit reflektierendem Zebrastreifenorange markiert. Gleichzeitig zeichneten die Kinder mit farbiger Strassenkreide Kinderfussschablonen auf ihre Schleichwege, um den unterschiedlichsten Verkehrsteilnehmern zu zeigen: «Achtung, hier laufen Kin-der!»

Zusätzlich werden die Quartierbewohnenden zu den unterschiedlichen Angeboten im Stadtteilpark Wyssloch eingeladen. Ziel ist es, den Stadtteilpark Wyssloch als Treff- und Aufenthaltsort für Familien aus den umliegenden Quartieren attraktiv und zugänglich zu machen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität im Quartier zu leisten.