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Badi mit Kulturangebot

Aus den Quartieren

Die Ka-We-De ist gefährdet und konnte doch vorläufig gerettet werden. Und jetzt gibt die Berner Traditionsbadi KaWeDe Gas: Kulturveranstaltungen sollen das Potenzial aufzeigen. Höhepunkt ist der Abschluss am 7. September mit Texten von Kurt Marti.

Sportbauten aus der Zeit des Neuen Bauens sind andernorts (sprich: Zürich, Basel, Vevey, Lausanne etc.) mit besonderer Sorgfalt gepflegte und mit Stolz präsentierte Highlights der Freizeit- und Sportkultur.

«Badi-Hopping» an lauen Sommerabenden zu Konzerten oder gemütlichem Beisammensein, Kunstbücher zu einzelnen Architekturpreziosen, Kartenserien zu speziellen Badeanlagen und Erwähnung bei Stadtspaziergängen zeugen von einem ganz anderen Umgang mit der edlen Bausubstanz als in Bern, wo man sich gar überlegte, die einzigartige KaWeDe zu opfern – sei es einem übersteigerten Sparfieber, sei es einem neuen 50-Meter-Becken.

Einzigartige Räume

Angefragt um eine Beurteilung zur Eignung für kulturelle Aktivitäten meint der Kurator und Kulturmanager Daniel Suter (u.a. Marks Blond Project): «Einen Sportpalast wie die KaWeDe partiell in kulturelle Nutzung zu transformieren, ermöglicht eine neuartige Begegnung von divergenten Kulturen. Kunst und Kultur, auch Sportnutzung können nebeneinander funktionieren und sich gegenseitig inspirieren. Es gibt keine Politik der Verdrängung, sondern der Begegnung. In der zeitgenössischen Kunst wird immer mehr integral gearbeitet. Auch die architektonische Sprache der KaWeDe ist dabei ein wesentliches Element. Ein Ort wie dieser kann die soziokulturelle Entwicklung von Quartier und Stadt massgeblich bereichern.»

Gesagt getan

Diese Analyse ist Wasser auf die Mühlen des Vereins «Freunde der KaWeDe», der seit Dezember 2013 antritt, um die KaWeDe nicht nur zu erhalten, sondern in der Wahrnehmung von Stadt und Quartier neu zu positionieren.

Das in kurzer Zeit kreierte Programm dieses ersten Sommers bietet vieles, das nicht nur auf die Quartierbevölkerung zugeschnitten ist. Für diese ist zwar «die Ka» der Treffpunkt schlechthin, aber es sollen sich alle grossen und kleinen «Ka-Fans» ihren ganz persönlichen Sommerhit aussuchen können.

Das Programm im Überblick

• Für Leseratten: Als erste Badi Berns steht in der KaWeDe dank dem «Bücherbergwerk» gratis ein Bücherangebot zur Verfügung. Das Bücherbergwerk, normalerweise im Untergeschoss der Monbijoustrasse zuhause, kommt an die Sonne und führt jeweils an schönen Nachmittagen (Mittwoch, Freitag und Samstag) den Bücherkiosk. Selbstausleihe ist immer möglich und ganz besonders schön: Mag sich der Knirps nicht vom Bilderbuch trennen oder muss der Krimi unbedingt noch fertig gelesen werden, kann man die Bücher für ganz wenig Geld mitnehmen! Zudem werden einzelne Lesungen veranstaltet.

• Für Kinder: An zwei Nachmittagen der laufenden, letzten Ferienwoche gibts Workshops für Kinder: Die junge Künstlerin Sophie Brunner vom Atelier Rohling leitet am 5. August eine Porträt-Werkstatt und am 7. August werden Schiffli und anders Schwimmzeug gebastelt und vom Stapel gelassen.

• Für Jazzfans und Geniesser gibts am 31. August den Jazzbrunch mit der Nordic-Jazzgruppe «Esche».

• Für Kultur-Aficionados: Als Saisonschlusspunkt bietet die Zytglogge-Buchhandlung einen Musik- und Literaturanlass als Teil ihres 77-Jahre-Jubiläums: die «Matinée Rosa Loui». Kurt Marti, vertont und fortgeschrieben – ein poetisches Jazzkonzert auf der Basis von Martis Texten mit Guy Krneta, Ruedi Schmid und dem Mark-Koch-Trio.