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Journal B

Sagt, was Bern bewegt
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Der erste und der letzte Satz des Jahres

Jahresrückblick von Guy Krneta: Die Jahre vergehen. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, woran wir das überhaupt merken. Eine Möglichkeit ist: Tagebuchführen.

Mein Leben spielt sich eigentlich nicht in Jahreszahlen ab. Am Schluss wird es das wohl getan haben. Und jedes Jahr werde ich daran erinnert, wenn ich mein «Tagebuch» des Jahres abschliesse und ein neues Dokument eröffne.

Mein Tagebuch-Dokument heisst zwar «Tagebuch», doch ein Tagebuch im eigentlichen Sinn ist es nicht. Dafür führe ich es viel zu unregelmässig und fülle es mit Kurztexten und Entwürfen unterschiedlichster Art: Gehörtem, Gedachtem, Erfundenem und Erlebtem, übergangslos. Dazwischen befindet sich gelegentlich auch ein Schnipsel Tagebuch, das ich verfasst habe an einem Schreibmorgen, um mir die Müdigkeit vom Leib zu schreiben und mir danach einzureden, ich hätte heute schon was getan.

Und schliesslich handelt es sich um ein elektronisches «Tagebuch», das den Vorteil hat, dass ich es später mit der Suchmaschine durchkämmen kann.

In guten Jahren 200 A4-Seiten

Das «Tagebuch 2013» umfasst knapp 80 Seiten. Das ist vergleichsweise wenig. In guten Jahren komme ich schon mal auf knapp 200 elektronische A4-Seiten in Arial-Schrift Grösse 12. Wobei die Seitenanzahl eigentlich gar nichts aussagt. Vielleicht habe ich in diesem Jahr sogar mehr geschrieben als in anderen Jahren, einfach nicht im «Tagebuch»-Dokument. Vielleicht habe ich dieses Jahr weniger undefinierte Zeit gehabt, die ich damit hätte verbringen können, ziellos in mein «Tagebuch»-Dokument zu schreiben. Und vielleicht sind das sogar die besten Jahre, wenn das «Tagebuch»-Dokument recht schmal bleibt.

Der erste Satz im «Tagebuch 2013» heisst (notiert am 10. Januar): «Es gibt Leute, die erleben ihr Übrigbleiben als Triumph.» Anfang Jahr wurde viel gestorben.

Den letzten Satz kenne ich noch nicht.