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«Atomkraftwerke sind schlicht ein zu grosses Risiko»

Die Gruppe AKW-Ade nimmt die Cäsiumfunde im Bielersee zum Anlass, um einmal mehr die Abschaltung des AKWs Mühleberg zu fordern. «Atomkraftwerke sind schlicht ein zu grosses Risiko», schreibt die Gruppe.

  • Protestaktion vor dem Hauptsitz der BKW. (Foto: zvg)
  • Die Gruppe «AKW-Ade» protestierte vor dem Hauptsitz der BKW gegen die Cäsiumfunde im Bielersee und forderte erneut die Abschaltung von Mühleberg. (Foto: zvg)
  • Die Gruppe «AKW-Ade» protestierte vor dem Hauptsitz der BKW gegen die Cäsiumfunde im Bielersee und forderte erneut die Abschaltung von Mühleberg. (Foto: zvg)

Die Cäsiumfunde im Bielersee rufen die Atomkraftgegner auf den Plan. Die Gruppe «
AKW Ade» hat sich aufgrund dieser Funde am Mittwoch, 23. Juli, vor dem Hauptsitz der BKW Energie AG auf dem Viktoriaplatz zur Aktion «Mühleberg AUSbaden» eingefunden. «Über Zwischenfälle wird nicht transparent kommuniziert, bei der Konfrontation mit solchen Funden werden diese heruntergespielt und beschwichtigt, dass man die Lage total im Griff habe», kritisiert die Gruppe die BKW und auch das ENSI.

Protest vor dem BKW-HAuptsitz in Bern.

Am 15. Juli hatte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI zu den Funden geschrieben, dass diese «weder überraschend noch gefährlich» seien. Es habe keine unbemerkten Abgaben von Cäsium in die Aare gegeben. Die Ursache für die erhöhten Abgaben seien nicht auf Zwischenfälle zurückzuführen, sondern auf die Behandlung von Atommüll um ihn «endlagerfähig» zu machen. Am 18. Juli meldete das ENSI zudem, dass es über alle nötigen Daten verfüge, «um abschliessend sagen zu können, dass das Kernkraftwerk Mühleberg 1998 keine unerlaubten Mengen an radioaktiven Stoffen über die Luft abgegeben hat.»

«Die intransparente Kommunikation vom ENSI und die versuchte Vertuschung sind skandalös und zeigen erneut auf, dass die verantwortlichen Personen vom ENSI nicht gewillt sind, ihre Aufsichtsfunktion korrekt wahrzunehmen», kritisiert die Gruppe AKW-Ade im Rahmen ihrer gestrigen Aktion. Einmal mehr fordert sie deshalb die sofortige Abschaltung des Atommeilers in Mühleberg. «Atomkraftwerke sind schlicht ein zu grosses Risiko, als dass dies die Bevölkerung weiterhin tragen muss», schreibt AKW-Ade. Auf ihrer Webseite lädt die Gruppe deshalb ab dem 3. August jeden Freitag von 12.00 bis 14.00 Uhr AKW-Ade-Picknick vor dem Hauptsitz der BKW ein.

Drastische Bilder für die zerstörerische Kraft des Cäsiums.

Wenn es nach dem Berner Regierungsrat geht, dann sollte Mühleberg bis spätestens 2022 abgeschaltet werden. So hat die Regierung dies im Gegenvorschlag zur Initiative «Mühleberg vom Netz» formuliert. Doch selbst der Gegenvorschlag stösst bei den Unterstützern der Atomkraft und bei der BKW auf Wiederstand. Sie wollen den Meiler noch bis 2027 laufen lassen können.