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Dank Glauser kommen Krimiautoren nach Bern

In Solothurn wird heute die Criminale eröffnet, das grösste europäische Krimifestival. Nach fast 30 Jahren gastiert das traditionsreiche Festival zum ersten Mal in der Schweiz.

Dass sich die deutschsprachigen Krimiautoren 2013 erstmals in der Schweiz treffen ist kein Zufall. Vor 75 Jahren verstarb der Krimiautor Friedrich Glauser. Er, der die grosse Vaterfigur aller Berner Kommissäre geschaffen hat, den Wachtmeister Studer. Glauser, geboren in Wien, ausgebildet in Genf und Zürich, hat schlussendlich die Berner Landschaft und seine Bewohner in seinen Kriminalromanen treffend geschildert. Der 1936 veröffentliche «Wachtmeister Studer» wurde zum Vorbild. Dürrenmatts Kommissär Bärlach hätte es ohne einen Studer wohl kaum gegeben.

Glauser hat in seinen Kriminalromanen die Schwächen der Menschen präzise offengelegt. Er hat diese Schwächen aus nächster Nähe kennengelernt. Ab 1930 bildete sich Glauser an der Gartenbauschule Oeschberg zum Gärnter aus. Später liess er dann seinen knorrigen Wachtmeister im Umfeld einer Baumschule ermitteln. Im Roman «Matto regiert» ermittelt Studer in einer Psychiatrischen Klinik. Er selber wurde wegen seiner Drogensucht in Münsingen in Behandlung und kannte dieses Umfeld genau. Wie eine seiner Hauptfiguren hat auch Glauser hier eine Bezeihung zu einer Pflegerin aufgebaut und wie eine der Nebenfiguren war auch er in der Fremdenlegion. Er zeichnete seine Figuren, nicht nur die autobiographisch inspirierten, mit grosser Klarheit und Kraft.

Bis heute nehmen sich deutschsprachige Krimiautoren die Bücher von Glauser zum Vorbild. So ist der Höhepunkt der Criminale, zumindest für die Krimiautoren und Autorinnen, die Vergabe der begehrten Glauser-Preise, am Samstagabend im Berner Kursaal. In vier Sparten werden die besten der Besten ausgezeichnet.